Bregenz, Altamira, Quibdó, Meki – Wirtschaftsethik hält durch besonnene Lebens- und Arbeitsweise Einzug in der Vorarlberger Bevölkerung – bei Schülern mit ihren Lehrern, Privaten, Bürgerinitiativen über EPU, mittelständische Firmen und exportorientierte Industriebetriebe bis hin zu Gemeinden und Solidargemeinschaften, aber auch in der planetarischen Zivilgesellschaft, die für Soziologe Jean Ziegler den „schmalen Grat der Hoffnung“ darstellt. Im entfesselten Kapitalismussystem mit seinem exponenziellen Wachstumswahn kommen weder Moral noch Mitgefühl oder der achtsame Umgang mit der Natur als unsere Lebensgrundlage vor.

Von Verena Daum (das Editorial ist am 16. September 2017 in der Extra-Ausgabe „Klimaschutzpreis“ der Vorarlberger Nachrichten erschienen)

„Die Katastrophe ist der dadurch entstandene kollektive Egoismus, der sich auf alles auswirkt“, erklärte mir Altbischof Erwin Kräutler vor zwölf Jahren am Xingu in Brasilien, während Motorsägen der „Grünen Lunge“ Urwald unerbittlich zu Leibe rückten. „Ich wünsche mir Gerechtigkeit und dass das Göttliche, die Liebe(senergie), zum Ausgangspunkt einer neuen Weltwirtschaftsordnung wird.“ Mit Mahatma Gandhis Worten: „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, nicht aber für jedermanns Gier.“ Ländle-Gemeinden und Regenwald-Kommunen im Chocó in Kolumbien arbeiten als Klimabündnis miteinander am Friedensprozess der Versöhnung und staatlich garantierten Menschenrechten als Basis für ökologisch-soziale Marktwirtschaft.

Kostenwahrheit und Schluss mit vernichtenden Agrarsubventionen

In seinem Buch „Geld, Gesellschaft und Gewalt“ ruft der Theologe Eugen Drewermann in Erinnerung, dass eine unbegrenzt wachsende Wirtschaft biologisch und physikalisch im begrenzten Biotop Erde definitiv unmöglich ist. Eine Gesellschaft des Gleichgewichts durch das Freiwerden des Einzelnen von der Macht der Gier sei überlebensnotwendig, genauso wie Kostenwahrheit, in der CO2-Emissionen und Natur-Regenerierung im Preis der Produkte zu Buche schlagen müssen. Regionalmärkte vernichtende Agrarsubventionen der USA und EU für deren eigene Produkte gehören abgeschafft. Bei uns in Vorarlberg und in zahlreichen Partnerländern wachsen Ideen, Initiativen und Innovationen, die an die Wurzel des Übels gehen, sich dem Leben zuwenden, Leistungszwang hinterfragen und kritische Verbraucher hervorbringen – eine kraftvolle Bewegung für eine zukunftsfähige Gesellschafts- und Wirtschaftsentwicklung. Solche Vorbilder werden auch mit dem VN-Klimaschutzpreis 2018 wieder gewürdigt.

Verena Daum (Garden Eden Organisation) mit indigenen und afrokolumbianischen Kindern am Rio Atrato im Chocó in Kolumbien, Klimabündnis Vorarlberg-Chocó, www.progression.at

Verena Daum (Garden Eden Organisation) mit indigenen und afrokolumbianischen Kindern am Rio Atrato im Chocó in Kolumbien, Klimabündnis Vorarlberg-Chocó, www.progression.at

Der Rio Atrato, seine Zuflüsse und Quellen sind die Lebensader der Menschen im Chocó in Kolumbien - der Fluss (Golfstrom), der illegal von ausländischen Firmen mit u. a. Quecksilber vergiftet wird, und der Regenwald haben globale Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Klimabündnis Vorarlberg-Chocó, Verena Daum (Garden Eden Organisation), www.progression.at

Der Rio Atrato, seine Zuflüsse und Quellen sind die Lebensader der Menschen im Chocó in Kolumbien – der Fluss (Golfstrom), der illegal von ausländischen Firmen mit u. a. Quecksilber vergiftet wird, und der Regenwald haben globale Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Klimabündnis Vorarlberg-Chocó, Verena Daum (Garden Eden Organisation), www.progression.at

Selbstbestimmte regionale Lebensmittel- und Existenzsicherung im Naturkreislauf: Bischof Abraham Desta aus Meki/Äthiopien mit Martin Hagleitner-Huber und Marion Burger (Caritas Auslandshilfe Vlbg.) zu Besuch bei Verena Daum (Garden Eden Organisation) auf Leo's Garten Eden Permakulturhof Hittisau bei Leo, Sonja und David mit Julia. www.progression.at

Selbstbestimmte regionale Lebensmittel- und Existenzsicherung im Naturkreislauf: Bischof Abraham Desta aus Meki/Äthiopien mit Martin Hagleitner-Huber und Marion Burger (Caritas Auslandshilfe Vlbg.) zu Besuch bei Verena Daum (Garden Eden Organisation) auf Leo’s Garten Eden Permakulturhof Hittisau bei Leo, Sonja und David mit Julia. www.progression.at

Die Garden Eden Organisation steht für die weltweite Bewegung regionaler Solidargemeinschaften hin zur selbstbestimmten und gesunden Nahrungssicherung