Washington, Moskau – In Zeiten, in denen  Provokationen und Verbalattacken zwischen Nordkorea und den USA zu eskalieren drohen, gab US-Präsident Donald Trump gemeinsam mit dem finnischen Präsidenten Sauli Niinistö kürzlich eine Pressekonferenz, in der er sich sowohl zur globalen Erwärmung wie auch zum Weltfrieden äußerte. Googelt man dazu die Pressemeldungen, scheint aus medialer Sicht das größte Volksinteresse die Frauenfeindlichkeit Trumps zu sein – mit dem Titel „Finnische Blondinen sehen für Trump alle gleich aus“, der die Hit-Liste anführt. Trump hatte bei der PK zwei finnische Reporterinnen verwechselt. Die für die Menschheit überlebenswichtigen Punkte wie Klimawandel und Weltfrieden scheinen medial viel weniger bis gar kein Gewicht zu haben. Jedenfalls will der US-Präsident nach wie vor gut mit Russland auskommen, während dem russischen Amtskollegen Wladimir Putin durch „Kooperation statt Konfrontation“ seit langem die Abfederung der desaströsen Auswirkungen des finalen Kriegs um Machterhalt der gescheiterten US-Hegemonie am Herzen liegt.

Von Verena Daum

Ihm Rahmen der gemeinsamen PK mit dem finnischen Amtskollegen antwortete Donald Trump auf die Journalistenfrage, ob Finnland aufgrund der „schlechtesten Stimmung ever“ zwischen den USA und Russland vermitteln könne: „Ich sage das jetzt wiederholt laut und deutlich: Es wäre gut, wenn wir ausgezeichnete aber zumindest gute Beziehungen zu Russland haben werden.“ Vermittler braucht es nicht, machte der US-Präsident mit einer Geste klar. Gute Beziehungen zwischen den beiden Mächten seien unumgänglich und wichtig für den Weltfrieden und gute Wirtschaftsentwicklung. „Russland ist riesengroß, eine Atommacht, ein Staat, mit dem wir eine gemeinsame Sprache finden müssen. Ich denke, dass wir das letzten Endes auch schaffen werden“, sagte Trump. Zum Thema „globale Erwärmung“ informierte der US-Präsident, dass es diesbezüglich konstruktive Gespräche mit dem finnischen Kollegen gegeben habe und gemeinsame Bemühungen folgen werden. Immerhin. Gute Deals vorausgesetzt. Wir werden sehen.

Diplomatie statt Gewalt

Der Geschäftsmann Donald Trump will keinen Krieg mit Russland. Soviel steht fest. Der aggressive Sanktionskrieg gegen Russland geht vom US-Kongress aus, dessen Demopublican-Organe offenbar gewaltigen Druck auf amtierende Präsidenten auszuüben vermögen. Laut dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, sind die Untersuchungen zur mutmaßlichen Einmischung Russlands in den US-Präsidentschaftswahlkampf eine Frechheit, die „Causa“ reine Erfindung, ein US-innenpolitischer Machtkampf und absoluter Schwachsinn, mit dem politisch-medial die anti-russische Hysterie in den USA befeuert wird. So werden kriegsvorbereitende Feindbilder geschaffen („Illegale Kriege“, Daniele Ganser). Das sei „bedauerlich“, sagte Putin, gerade weil die USA mit Russland in der Beilegung internationaler Krisen und im wahren Anti-Terror-Kampf konstruktiv und „effizient“ zusammenarbeiten könnten.

Ende des imperialen Systems

Bereits bei der 11. Konferenz des Valdai-Diskussionsklubs sowie bei zahlreichen anderen Veranstaltungen wie der UNO-Vollversammlung oder beim G20-Gipfel in Hamburg tritt Putin als Krisenmanager auf, der die desaströsen Auswirkungen des Niedergangs der US-Hegemonie zu mildern versucht: „Ich hoffe, dass der Valdai-Geist für Freiheit und Offenheit lebendig bleibt. Auch ich werde direkt und offen sprechen … um zu verdeutlichen, was in Wahrheit in der Welt vor sich geht, warum sie immer unsicherer und unvorhersehbarer wird, weshalb allerorts die Risiken steigen. Es gibt keinerlei Garantie, dass das bestehende System der globalen und regionalen Sicherheit dazu in der Lage wäre, uns vor Erschütterungen zu bewahren. Dieses System ist ernsthaft geschwächt, gebrochen und deformiert worden. Eine schwierige Zeit durchleben internationale und regionale Institutionen der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit … vielleicht ist die Einzigartigkeit der USA – die Art wie sie ihre Führungsrolle ausüben – etwas für alle wirklich Gutes und ihre allgegenwärtige Einmischung in alle Angelegenheiten dieser Welt bringt in Wirklichkeit Ruhe, Wohlergehen, Fortschritt, Gedeihen und Demokratie – und wir sollten uns einfach entspannen und es genießen? Ich erlaube mir zu sagen, dass es sich NICHT so verhält. Es ist ganz und gar nicht so.“

Friedensicherung und Neustart

Auf diese Rede folgte Putins Besuch bei Fidel Castro und der Schuldenerlass für Kuba. Besonders die Gründung der eigenen Entwicklungsbank der BRICS-Staaten stellt die Weichen neu. Die unipolare Weltordnung der NWO-Clique des Monopolkapitals ist am Ende und Putin kritisiert die US-Schattenregierung mitsamt ihren „Satelliten“, die ganze Welt zu destabilisieren, sie mit Ressourcen- und Wirtschaftskriegen ins Chaos zustürzen, um die eigene Hegemonie zu erhalten – mit aller Gewalt. Putins Alternative ist „Kooperation statt Konfrontation“, eine multipolare Weltordnung aller Länder unter Aufsicht einer erstarkten UNO zur Friedenssicherung und ethischen Wirtschaftsentwicklung zum Wohle der planetarischen Bevölkerung, was auch der russische Außenminister Sergej Lawrow in seiner Rede bei der Münchner Sicherheitskonferenz mit Nachdruck betonte.

Russland war mit Blick in die Geschichte bei allen innenpolitischen Katastrophen nie Aggressor oder Bedrohung für den Weltfrieden. Das größte Land der Erde stehe auch heute auf der Seite der guten Beziehungen für eine gemeinsame, positive und fruchtbare Gesellschafts- und Wirtschaftsentwicklung, besonders einer eurasischen, betonen Putin und Lawrow. Russland setze auf Verständigung, auf Diplomatie und Interessenausgleich: „Wir sind immer gesprächsbereit und wollen mit allen Ländern partnerschaftlich konstruktiv zusammenarbeiten.“ Zur diplomatischen Konfliktlösung gehöre auch die internationale Anerkennung des Anschlusses der Krim an Russland als Wunsch der Bevölkerung nach dem Putsch in Kiew sowie die ukrainische Anerkennung der Autonomiegebiete im Osten seitens der Regierung Poroschenko – also die Umsetzung der Minsker Friedensvereinbarungen, die Russland initiiert hatte.

US-Schattenregierung sabotiert mit neuen Russlandsanktionen weiterhin den eurasischen Wirtschaftsraum

Gemeinsam mit der russischen Bevölkerung setzt Wladimir Putin auf gesunde Selbstversorgung und weltweiten Export qualitativ hochwertiger Produkte.