Schwarzach/Vorarlberg – Der VN-Klimaschutzpreis 2016 holt Beziehungsfähigkeit und gelebtes Miteinander vor den Vorhang. An die positive menschliche Energie appellierte KommRat Werner Druml sen. mit seiner Klimaschutzidee, die so viel Gutes bewegen kann: „Gesprächsklima, Beziehungsklima, Nachbarschaftsklima, Betriebsklima, politisches Klima, Schüler-Lehrerklima usw. – öffnen wir Augen und Ohren für die wesentlichen Dinge und erleben wir Lebensqualität.“ Die Ursache für das vorherrschende globale Desaster ist für VN-Klimaschutzpreisreferent, Kabarettist und Schauspieler Roland Düringer, die Gier und unser Handeln aus Eigennutz auf Kosten anderer. „Der Neandertaler in uns, der sich eine hochkomplexe Welt geschaffen hat, in der er sich aber immer mehr und mehr verirrt, und trotz aller Möglichkeiten agiert wie ein Raub­affe. Damit meine ich nicht die anderen. Damit meine ich auch mich selbst.“

Von Verena Daum

„Zu glauben, beim Klimaschutzpreis mitzumachen und deshalb ein besserer Mensch zu sein als die anderen, wäre ein Selbstbetrug. Man ist nicht wertvoller, wenn man weniger schlecht ist und auf all jene mit dem Finger zeigt, die in der eigenen Wahrnehmung schlechter sind als man selbst. Weniger Schaden ist noch immer ein Schaden und kein Nutzen. Also sprechen wir doch darüber, wie wir uns vor uns selbst schützen können. Nicht der Planet ist das Opfer, letztendlich ist es unsere Spezies. Nennen wir die Dinge beim Namen und stiften wir einen Selbstschutzpreis.“ Was wird die überfällige Ressourcen-, Energie- und Agrarwende einläuten? „Unser Denken, unser Plappern oder unser Handeln? Die Antwort kann sich jeder selbst geben“, sagt Düringer.

Bewusstes Verhalten von immer mehr Menschen im Umgang mit Ressourcen

Die Juryvorsitzende Gabriele Greußing vom Klimabündnis Österreich: „Die Mitarbeit in der Jury für den Klimaschutzpreis der VN war auch in diesem Jahr eine sehr spannende Aufgabe. Die Vielfalt der Einreichungen war beeindruckend. Besonders gefreut haben mich die zahlreichen Einsendungen der Gemeinden in diesem Jahr. Es war schön wieder zu sehen, wie engagiert sich viele Menschen um einen bewussten Umgang mit den Ressourcen bemühen. Gerade dieses wachsende Bewusstsein für eine angepasste Lebensweise gilt es zu stärken. Wir sind Teil der Natur und haben nur diese eine Erde zur Verfügung. So ist jedem Einzelnen, der bei sich und in seinem direkten Umfeld hier konsequent an die Folgen seines Handelns denkt, für sein Engagement zu danken.“

Wichtig ist vernetztes Denken und Logistik im Sinne der Förderung von ökologischen Kreisläufen

„Es war sehr schwierig Reihungen vorzunehmen, da die Einreichungen so unterschiedlich waren. In allen Projekten zeigte sich, dass Vernetzung und Kooperation die Wirkung sehr verstärken können, beziehungsweise der Effekt überhaupt erst spürbar wird. Mehrere Gemeinden bemühen sich gemeinsam in einem Projekt, die täglichen kurzen Fahrten mit dem Fahrrad attraktiver zu machen. Oder Unternehmen überlegen grenzübergreifend, wie sie ihre Mitarbeiter für einen Umstieg vom Pkw auf andere Mobilitätsformen gewinnen können. Der Einsatz von moderner energiesparender Technik ist die eine Seite. Genau so wichtig ist das vernetzte Denken, die Logistik im Sinne der Förderung von ökologischen Kreisläufen, die zur effizienten Verwendung und Einsparung von Energie führt“, sagt Gabriele Greußing. „Diese ökologischen Kreisläufe stehen bei den Projekten im Themenbereich “ landwirtschaftliche Bodenkultur“ natürlich im Zentrum. Ökologische und lebendige Vielfalt beginnt beim Umgang mit dem Boden. Die bäuerlichen Betriebe, die hier zum Teil schon seit vielen Jahren sehr sorgfältig mit ihren Ressourcen umgehen, sollen hier besonders hervorgehoben werden. Wir profitieren alle von den gesunden Produkten und von der Vielfalt der Kulturlandschaft“, schließt die Juryvorsitzende.

Der Jury des Klimaschätzpreises 2016 der Vorarlberger Nachrichten gehörten an: Josef Burtscher (Energieinstitut Vorarlberg), Naturschutzanwältin Katharina Lins, Günter Mair (Bäuerliches Schulungszentrum), Juryvorsitzende Gabriele Greußing (Klimabündnis Österreich), Christian Rankl und Christian Vögel (Landesregierung Vorarlberg), Verena Daum (Projektleitung VN-Klimaschutzpreis).

Der Artikel ist am 25. November 2016 im Extra „VN-Klimaschutzpreis 2016“ der Vorarlberger Nachrichten erschienen.