Schwarzach/Vorarlberg – Das bedeutet Fleisch und Milch von gesunden und glücklichen Tieren aus der Region. Der Zustand einer Gesellschaft offenbart sich im Umgang mit ihren Tieren. Noch bis 31. Mai können sich alle Tierfreunde mit ihren Initiativen und Projekten, alle Tierhalter, die sich dem Tierwohl und somit auch ihrem eigenen verschrieben haben, und alle engagierten Tierschützer bei der Tierschutzombudsstelle des Landes in Bregenz für den Vorarlberger Tierschutzpreis 2017, der am 3. Oktober vergeben wird, anmelden.

Von Verena Daum (der Artikel ist am 25. Mai 2017 in den Vorarlberger Nachrichten erschienen)

Der Schwarzacher Unternehmer Bernd Bechter hat als Nebenerwerbslandwirt seinen 130 Mutterschafen, vier Böcken und 70 Lämmern einen besonders behaglichen Stall eingerichtet. „Sie haben Freiheit und fühlen sich rundum wohl“, weiß der Tierschutzpreisträger 2016, der viel Zeit mit den Tieren verbringt und sie beobachtet. „Ich spüre, wie es ihnen geht.“ Im Sommer weidet die Schafherde in Wolfurt, Bildstein, Schwarzach und Schwarzenberg. Auch Kurt Mitterlehner in Wald am Arlberg ist mit Leib und Seele Schafhalter: „Ich bin mit den Tieren verbunden, bin mit ihnen auf der Alpe im Glong-Gebiet und arbeite im Einklang mit der Natur wirtschaftlich und gesund.“

Bernd Bechter aus Schwarzach, Vorarlberger Tierschutzpreisträger 2016, ist mit Leib und Seele Schafhalter

Mit Tieren verbunden

Als leidenschaftlicher Koch weiß der Tierschutzpreisträger 2016: „Schaffleisch hat beste Nährwerte und ist sehr gesund. Nicht nur das Filet ist eine Delikatesse, sondern das ganze Schaf. Mir sagt die Vernunft ganz grundsätzlich, dass die Arten- und Sortenvielfalt in der Lebensmittelproduktion der einzig richtige und zukunftsfähige Weg ist.“

Der Vorarlberger Tierschutzpreisträger 2016 Kurt Mitterlehner aus Wald am Arlberg mit seiner Schafherde

Auf den Ökokreislauf und Mutterkuhhaltung setzen Ulrike und Michael Gassner in St. Gerold: „Wir halten derzeit acht Mutterkühe der Rasse Angus mit deren Kälbern, sowie drei Ochsen, drei Zuchtkalbinnen und einen Zuchtstier der Rasse Charolais. Den Sommer über halten wir 180 Französische Wild­masthühner“, informieren die Tierschutzpreisträger 2016. „Unsere Angus-Rinder sind gute Grundfutterverwerter, haben einen guten Mutterinstinkt, es sind mittelrahmige Tiere, die nicht allzu schwer für unsere Bergwiesen sind und dennoch eine gute Mastleistung bringen.“

Low-Input-Ökosystem

„Unsere Angus-Rinder haben eine ausgezeichnete Fleischqualität“, so Michael Gassner. „Wir halten unsere Tiere im Laufstall, im Frühjahr sind sie auf der Weide, im Sommer auf der Alpe und leisten einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft. Wir füttern ausschließlich mit eigenem Gras und Heu und legen großen Wert auf gute Grundfutterqualität mit optimaler Pflanzenzusammensetzung, richtigem Reifestadium und optimaler Konservierung. Naturnahe Haltung steht für Tiergesundheit, Tierwohl und beste Fleischqualität.“

„Wir verzichten auf Kraftfutter bzw. Getreidefütterung, da wir unsere Ressourcen bestmöglich verwerten und zudem bessere Fettsäuremuster in unserem Produkt erzielen und dabei unabhängig bleiben.“ Für die Familie Gassner beginnt nachhaltige Biolebensmittelproduktion im Boden und endet als ehrlicher Naturgenuss auf dem Teller. „Tier- und Menschwohl können wir nur gewährleisten, wenn wir mit der Natur arbeiten, nicht gegen sie. Die Naturkreislaufwirtschaft bzw. das Low-Input-Ökosystem steht für Gesundheit und Unabhängigkeit.“