Washington, Berlin, Damaskus, Moskau – Ein syrischer Pilot fliegt einen Angriff auf einen IS-Konvoi und wird von einer US-Su-22 vom Himmel geholt. US-unterstütze Milizen waren zu keiner Zeit bedroht. Die Regime-Change-Wars der USA haben Daesh (IS) erst erschaffen. Jetzt scheinen die USA diese Terroristen sogar aktiv zu beschützen. Auf dem Parteitag der Linken am 10. Juni hat die Partei die Forderung nach Auflösung der NATO ins Wahlprogramm aufgenommen und verlangt die Errichtung eines „kollektiven Sicherheitssystems unter Einbeziehung Russlands“. Laut Sahra Wagenknecht wird durch den Abschuss der syrischen Maschine die Gefahr eines Krieges zwischen den USA und Russland – eines Dritten Weltkriegs – sehr real.

Von Verena Daum

Sahra Wagenknecht forderte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zu einer Regierungserklärung zum Syrienkonflikt auf, da diese dramatische Eskalation seitens des Westens der Kubakrise gleichkommt. Die Bundesregierung habe sofort deutsche Soldaten aus der Konfliktregion abzuziehen. Die Bundeswehr dürfe nicht Teil dieses Kriegsszenarios werden. Merkel müsse erklären, welche Initiativen sie nun ergreifen werde, um die Gefahr eines Weltkriegs zwischen den Atommächten USA und Russland zu verringern. Die NATO müsse aufgelöst und stattdessen ein kollektives Sicherheitssystem unter Einbeziehung Russlands geschaffen werden. Die Frage nach dem wahren Aggressor in diesem perfiden Kriegsspiel ist für Sahra Wagenknecht rasch beantwortet.

Militärausgaben der NATO liegen beim Dreizehnfachen derer Russlands

Vor dem Deutschen Bundestag brachte Wagenknecht schon im vergangenen Jahr und auch jetzt aktuell die Realität auf den Punkt: „Raketenbasen werden modernisiert, sprich atomar hochgerüstet, Frau Bundeskanzlerin … um Herrn Putin davon abzuhalten im Baltikum einzumarschieren. Mich würde interessieren, ob diejenigen, die uns diesen Schwachsinn erzählen, wirklich selbst daran glauben. Hat sich Russland Richtung Westen ausgebreitet oder die NATO Richtung Osten? Die USA haben in der Ukraine fünf Milliarden Dollar in ihren Regime-Change investiert. Das Ergebnis ist ein zerrissenes Land mit marodierenden faschistischen Banden und – ja – die Annexion der Krim, die seither als Beweis einer russischen Aggression herhalten muss.“ Die irrsinnige Aufrüstungsspirale diene dazu „den russischen Bären im Zaum zu halten“, sagte Wagenknecht: „Eine dümmere Begründung kann man sich doch gar nicht ausdenken.“

Der NATO-Vertrag, in dem sich die Mitglieder der Gewaltandrohung und Gewaltanwendung zu enthalten haben, werde durch die Drohnenmorde und völkerrechtswidrigen Regime-Change-Wars mit Füßen getreten. Die Destabilisierung des Nahen Ostens eskaliert. „Sie sprechen unverhohlen vom ,Ernstfall’ – nach einem Ernstfall würde es Europa mit seinen 700 Millionen Menschen nicht mehr geben.“ Daher ist eine eigenständige europäische Außen- und Sicherheitspolitik unter Einbindung Russlands laut Wagenknecht unumgänglich.

Putin: partnerschaftliche deutsch-russische Wirtschaftsbeziehungen sind der Schlüssel zum Weltfrieden und das Ende provozierter Krisen

Der Facebook-Post von Journalist und Buchautor Jürgen Todenhöfer („Inside IS“)

Das neue Buch der Vorsitzenden der Linksfraktion im Deutschen Bundestag und Volkswirtin Sarah Wagenknecht: „Reichtum ohne Gier – Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten“

https://www.zdf.de/politik/maybrit-illner/wagenknecht-russland-haengt-nicht-primaer-an-assad-sendung-vom-6-april-2017-100.html