Washington, Brüssel, Moskau, Peking – Nach schaurigen Vernichtungsdrohungen und dem Streit, wer den größeren Atomknopf hat, kommen aus Korea deutliche Friedens- und Abrüstungssignale, was weltweit vorsichtig optimistische Reaktionen auslöst. Der erste Tweed kam vom US-Präsidenten Donald Trump: „ … gute Dinge geschehen, aber die Zeit wird das weisen“. Für Moskau „gute Neuigkeiten“, aus China hoffnungsvolle Gedichte des „Lächelns“. Während Neocon-Establishment, Emmanuel Macron, Theresa May, einige NATO-Staaten, die Saudis und Israel die Trump-Administration in der globalen Konfliktszene, vor allem in Syrien, halten wollen, klingt Angela Merkel zwischen den Zeilen eher vorsichtig ausgleichend. Beim Treffen in Washington betonten sowohl Gastgeber Trump als auch die deutsche Kanzlerin, in allen strittigen Fragen auf Diplomatie setzen und auf einander zugehen zu wollen, um für alle Interessen konstruktive Lösungen zu finden. Trotz der künstlichen Russophobie mitsamt völker- und menschenrechtswidrigen Sanktionen, wolle man „keinen Krieg mit Moskau“. Trump stellte vor versammelter Presse klar, dass er das heutige geopolitische und wirtschaftliche Desaster von den Vorgänger-Administrationen aufgebürdet bekam, die in den letzten 25 Jahren gigantischen Mist gebaut hätten. „Glaubt mir, ihr habt keine Ahnung, was in Washington abgeht“, lässt er wissen: „It’s not a nice place!“ Jetzt stehe er nun einmal als US-Präsident in der Verantwortung und werde als solcher trotz aller innenpolitischen Kriege versuchen, positive und faire Entwicklungen für die USA und die Welt in die Wege zu leiten. Trumps Ansage „raus aus Syrien und kein Krieg mit Russland“ aus dessen Instinkt heraus, bezeichnet der US-Ökonom und Direktor des UN Sustainable Development Solutions Network als „richtig“.

Von Verena Daum

Gleich vorweg, Geopolitik ist Interessenpolitik unter Machthabern und hat mit dem Willen der Bevölkerung und den Volkswirtschaften wenig bis nichts zu tun. So tauschen etwa die vermeintlich ärgsten und verbittertsten Feinde im UN-Sicherheitsrat Nikki Haley (USA) und Wassili Nebensja (Russische Föderation) Küsschen aus, bevor sie zur Tagesordnung, zum „business as usual“ mit Drohgebärden, Anschuldigungen, Forderungen und Blockaden schreiten. Was den UN-Sicherheitsrat derzeit lähmt und die UNO völlig zahnlos dastehen lässt. Der transatlantische Hegemon ist am Ende und die Welt wird unaufhaltsam multipolar. Sobald das von allen Playern – also auch vom Transatlantikpakt – begriffen und akzeptiert wird, besteht wieder die Chance, im UN-Sicherheitsrat gemeinsam auf Kooperation im Sinne der Menschheit zu setzen. Genau diesen Wunsch und sein Angebot der Handreichung und Mitgestaltung bringt der Präsident der russischen Föderation, Wladimir Putin, seit fast 20 Jahren unermüdlich vor. Bis heute leider ungehört. „Das britisch-französisch-amerikanische Bombardement auf Syrien war das Allerletzte, das wir gebraucht haben“, sagt US-Ökonom und seit 2002 Sonderberater der Millennium Development Goals, Jeffrey David Sachs, zur aktuellen Sachlage. Sachs ist Direktor des UN Sustainable Development Solutions Network sowie Direktor des Earth Institute an der Columbia University. Er ist Autor u. a. der Bücher „The End of Poverty – how we can make it happen in our lifetime“ (2005), „The Age of Sustainable Development (Foreword by Ban Ki-Moon)“ (2015), „Building the New American Economy – smart, fair & sustainable (Foreword by Bernie Sanders)“ (2017).

„Wir, CIA, Pentagon & Co. haben dieses Unheil angerichtet“

„Syrien ist ein US-Fehler, der vor sieben Jahren begann, als Obama ausrief: Assad muss weg! Ich fragte mich damals, wie das gehen soll und wie die Politik dafür aussieht“, erinnert Sachs via TV an die Tatsachen. „Es folgte ein weiterer Regimechangekrieg durch das Pentagon, die CIA, Saudi Arabien und ISIS als Splittergruppe des Dschihad, was am Ende auch Russland ins Spiel bringen musste.“ Eine Spaltung Syriens werde verhindert, eine diplomatische Lösung und Frieden angestrebt, nachdem Russland mit der syrischen Regierung den IS aus dem Land vertrieb und die Möglichkeit zur Rückkehr zum Dialog geschaffen hat, betonen derzeit die Außenminister Russlands, des Iran und der Türkei gemeinsam in Moskau. Jeffrey Sachs: „Der Syrienkrieg ist ein Desaster, das unter Obama begann und mit den Bombardements von Trump fortgesetzt wurde“ – pwered by Theresa May und Emmanuel Macron. Ein Blick auf die kolonial-imperiale Geschichte dieser Akteure und ihre Verbrechen klärt auf und macht die heutigen Geschehnisse klarer. „Was wir Amerikaner jetzt tun müssen: Raus aus Syrien!“, fordert Sachs, „nicht Missiles schmeißen und Krieg mit Russland befeuern. Pentagon, CIA & Co. wollen Russland und Iran draußen halten, was unmöglich ist. So haben wir heute 600.000 Tote und 14 Millionen Vertriebene in Syrien, das totale Chaos. Daher muss Trump raus aus Syrien, wie er instinktiv ankündigte. Damit hatte er recht. Sogleich gingen das gesamte Establishment, die New York Times, die Washington Post, das Pentagon auf ihn los und warfen ihm vor, sich unverantwortlich zu verhalten. Doch sein Instinkt war richtig, wir müssen raus aus Syrien, wir haben in sieben Kriegsjahren genug Unheil angerichtet. Jetzt riskieren wir wirklich eine gefährliche Konfrontation mit Russland“, warnt Sachs, der sofort während des TV-Gesprächs mit der unsäglichen Giftgaskeule konfrontiert wurde.

Dass es sich bei den sogenannten „Weißhelmen“ mitsamt der „syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ um ein US/UK-finanziertes Propaganda-Instrument der „Rebellen“ und Terrormilizen handelt, ist seit Jahren bekannt, überprüft und dokumentiert. Mit Auszeichnungen bekamen die Weißhelme von ihren Gönnern ein humanitäres Helden-Image verpasst – befremdlich und durchschaubar, als Nachrichtenquelle bleiben sie dennoch unglaubwürdig. Unfassbar, dass diese unhaltbare Quelle heute noch für massenmediale westliche Kriegsrhetorik herangezogen wird, ohne der journalistischen Sorgfaltspflicht nachzukommen, auf die Unverifizierbarkeit dieser Meldungen deutlich hinzuweisen. „Wir sind schuld am Syrienkrieg – wir haben das getan – wir starteten den Regimechange mit all den Kriegsverbrechen. CIA mit Saudi Arabien, Obama hat das unterschrieben, es wurde nie im Kongress diskutiert, die Bevölkerung wurde nie informiert“, legte Sachs nach. „Raus aus Syrien hat nichts mit Davonlaufen zu tun, im Gegenteil, wir müssen endlich raus und mithelfen, gemeinsam mit der UNO und mit Russland den diplomatischen Weg einzuschlagen. Wir müssen mit Regimechangekriegen aufhören und damit, Terrormilizen zu finanzieren, zu bewaffnen und auszubilden, um gewählte Regierungen zu stürzen – ohne UNO-Mandat, das Völkerrecht brechend, die UN-Menschenrechtscharta verletzend.“

Sanktionen als Kriegsvorbereitung schaden den Volkswirtschaften auf allen Seiten

Aufgrund des Wandels weg von der unilateralen Weltherrschaft hin zu einer multilateralen Weltordnung greifen die einseitig verhängten völkerrechtswidrigen Sanktionen nicht mehr als Kriegsvorbereitung und zur wirtschaftlichen Schwächung des Gegners. Sie treffen weder Oligarchen noch Machthaber, sondern schaden einzig den Volkswirtschaften und damit der Bevölkerung auf allen Seiten. Verbrecherische Dummheit also. Russland macht längst aus der Not eine Tugend, stärkt die eigene Wirtschaft und Autonomie und wird bereits etwa im Agrarsektor nicht nur zum Selbstversorger, sondern zum Exportweltmeister bei Bioprodukten. Moskau pflegt beste Gesprächsbasis auf BRICS-, G20- und bilateraler Ebene mit allen „Partnern“ der internationalen Gemeinschaft. Die Modernisierung der Wirtschaft erfolgt nicht durch Investitionen von außen, sondern aufgrund der Mobilisierung innerer Reserven. Die Sanktionen spornen also trotz anfänglich schmerzhafter Rückschläge an, Abhängigkeiten von Rohstoffpreisen und ausländischen Investitionen zu überwinden. Russische Finanzbehörden könnten die Dollarzone verlassen und ihre über 100 Milliarden Dollar schweren US-Staatsanleihen verkaufen. Russische Großunternehmen können aufgrund der weiterhin zu befürchtenden Repressalien ihre Gelder aus dem Westen abziehen und zurück nach Russland bringen, um im eigenen Land zu investieren. Zudem trifft die russische Regierung mit allen Regionen der Föderation Maßnahmen, um ausländische Investitionen von Staaten zu stoppen, die rechtswidrige und feindliche Handlungen des Westens gegenüber Moskau unterstützen. Dass lediglich Diplomatie auf Augenhöhe zu positiven Entwicklungen führen kann, dürfte zumindest instinktiv auch dem undiplomatischen, unsteten und gerne überhastet aus der Hüfte schießenden Tweety Trump klar geworden sein. Jedenfalls stehen die Einladungen Putins ins Weiße Haus und Trumps nach Moskau. Die Termine wurden noch nicht bekannt gegeben. Was wir als Individuen tun können? Uns nicht dem Feindbilderdenken und unreflektierten Medienkonsum hingeben, sondern vernünftig, empathisch und unter Gebrauch unseres gesunden Menschenverstands im Rahmen unserer Möglichkeiten für das Wohl aller gewaltlos handeln.

Professor Lays Down TRUTH About Syria on CORPORATE MEDIA

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