Wie das gehen kann, zeigt der belgische Umweltarchitekt Vincent Callebaut weltweit eindrucksvoll auf: Nach dem verheerenden Finanzcrash im Jahr 2008 sorgte Callebaut 2009 für positive Faszination, als er seine Dragonfly/Libelle präsentierte. Einen 700 Meter hohen Zwillingsturm als im Naturkreislauf funktionierendes autarkes Ökosystem und damit Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Seine Zukunftsvision auf dem East River zwischen Manhattan und Queens wird rein von erneuerbarer Energie gespeist, es gibt vertikale und horizontale Landwirtschaftsflächen mit essbaren Gärten und Viehzucht nach dem Motto „Tierwohl ist Menschenwohl“.

Von Verena Daum (www.progression.at, der Artikel ist am 17.9.2021 in der Extra-Ausgabe „Wertvoll – Öko-Initiativen …“ der Vorarlberger Nachrichten erschienen)

Ob Vincent Callebauts Idee Utopie bleibt, wird sich zeigen. Fakt ist jedenfalls, dass 2050 drei Viertel der Menschheit in Mega-Citys und urbanen Räumen leben werden. Das heißt: Wir müssen – wie Bäume – gesund in die Höhe wachsen und Naturkreisläufe nach dem „C2C“-Prinzip verinnerlichen. Ganz selbstverständlich.

Himmlische Ideen

Wir müssen den Mut haben, Naturparadiese in den Himmel zu bauen, in denen wir gesunde Luft atmen, sauberes Wasser trinken und gutes Essen genießen können. Anstatt einige Wenige fiktives Finanzkapital horten zu lassen, während der Planet verwüstet wird, die Menschheit verarmt und schlussendlich aussterben wird, könnten wir den innovativen Projekten von Callebaut & Co. mehr Aufmerksamkeit schenken und etwa sein aktuelles Holzbauprojekt z. B. für Rheintal-City als ein Vorbild unter vielen nehmen. Das Projekt „Archiborescence“ entsteht in Lille in Frankreich – ein Stadtteil aus Massivholz auf 15.000 m2, ein „wachsender Baum“ als Lebensraum für Menschen und Pflanzen. Dass so etwas gut zu uns passt und leicht umsetzbar wäre, beweist der Life Cycle Tower von Rhomberg Bau in Dornbirn. Aus Paris möchte Callebaut die smarteste City der Welt machen, indem er alte Bauten mit neuen Anti-Smog-Türmen verbindet, vertikal und horizontal Gärten wachsen lässt und für einen klimaneutralen und bequemen Mobilitätsmix sorgt.

Innovation umsetzen

Wie sich die französische Hauptstadt in ein atmendes Ökosystem und herrlichen Lebensraum für alle Lebewesen wandelt, beschreibt er in seinem Buch „Paris 2050“. Das ist alles eher als eine „Spinnerei“ – wir müssen zukunftsweisende Innovation nur wollen. Die Uhr tickt. Pflanzen wir Bäume in allen Lebensbereichen – es gibt auf unserer Mutter Erde alles was wir brauchen, um gesund und glücklich zu sein. Wie Dr. Eckart von Hirschhausen in seinem Buch „Mensch, Erde!“ sagt: „Wir könnten es so schön haben!“

Infos: www.vincent.callebaut.org