Rassismus ist das Dümmste und Grausamste in der menschlichen Gesellschaft. Die Genetik hat nicht nur unwissenschaftliche Rassentheorien widerlegt, sondern in vielen Fällen sogar das Gegenteil bewiesen. Im Juni 2000 wurden die Ergebnisse der aktuellen DNA-Forschung im Weißen Haus bekannt gegeben und Craig Venter, ein Pionier der DNA-Sequuenzierung, erklärte: „Das Konzept der Rasse hat keine genetische oder wissenschaftliche Grundlage.“ Nach allem, was wir bisher wissen, verließ vor etwa 60.000 Jahren eine Welle früher Menschen den afrikanischen Kontinent und breitete sich über die gesamte Welt aus. Diese Reisenden trafen unterwegs auf entfernte Verwandte, die ihnen fremdartig vorgekommen sein müssen. In Europa und Vorderasien streiften Neandertaler durch die Landschaft, während in Asien die Denisova-Menschen vorherrschten. Wann immer diese Gruppen aufeinandertrafen, schienen sie zumindest eine Gemeinsamkeit zu teilen: Sex.

Von Elizabeth Kolbert und Simon Worrall auszugsweise (erschienen am 6. und 20. Juli 2021 auf nationalgeographic.de, Links im Anhang)

Nun haben Wissenschaftler neue Antworten auf die Frage, wer die Europäer wirklich sind und woher sie kamen. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Kontinent schon seit der Eiszeit ein Schmelztiegel der Kulturen ist. Heutige Europäer, egal aus welchem Land, sind eine genetische Mischung von Einwanderern aus Afrika, dem Nahen Osten und der russischen Steppe.

„Für mich untergraben diese neuen DNA-Ergebnisse das nationalistische Paradigma, dass wir schon immer hier gelebt haben und uns nicht mit anderen Völkern vermischt haben“, sagt der dänische Archäologe Kristian Kristiansen. „So etwas wie einen Dänen, einen Schweden oder einen Deutschen gibt es nicht“, resümiert er. „Wir sind alle Russen, wir sind alle Afrikaner.“

https://www.nationalgeographic.de/wissenschaft/2021/07/wie-gene-bestimmen-wer-wir-sind

https://www.nationalgeographic.de/wissenschaft/2020/07/warum-menschliche-rassen-ein-erfundenes-konstrukt-sind