Bereits zum siebten Mal werden 2020 wieder zahlreiche Schüler und Jugendliche, Private, Unternehmer, Initiativen, Solidargemeinschaften, Vereine und Gemeinden mit dem von der 2015 verstorbenen Öko-Aktivistin und VN-Journalistin Marianne Mathis initiierten VN-Klimaschutzpreis ausgezeichnet. Alle zwei Jahre werden die Preise in den Kategorien „Bewusste Lebensweise im privaten Haushalt“, „Schule und Jugend“, „Gemeinden und Öffentlichkeit“, „Innovative Unternehmen“, „Landwirtschaftliche Vielfalt“ sowie an einen „Ökopionier“ und an Leute mit guten „Klimaschutzideen“ verliehen.

Der Artikel ist am 29.6.2019 in der VN-Extra-Ausgabe „100 Jahre Russmedia“ erschienen

Als Projektleiterin führt die Journalistenkollegin und Freundin von Marianne Mathis, Verena Daum, die Initiative VN-Klimaschutzpreis fort und brachte das Prinzip von Ursache und Wirkung im Rahmen der Preisverleihung 2018 auf den Punkt: „Der Planet braucht keine Menschheit, aber die Menschen brauchen den Planeten. Die Natur bahnt sich immer ihren Weg – mit oder ohne uns. Wir tun gut daran zu begreifen, dass wir als Menschheitsfamilie gemeinsam planetarische Prozesse achten und im Einklang mit der Natur leben und wirtschaften müssen.“

Kinder achten die Natur

Klimaforscher, Ozeanologe und Klimaschutzpreis-Referent 2018 Prof. Stefan Rahmstorf: „Kinder blühen in der Natur auf, und wir können ihr Bewusstsein schärfen zu einem Verständnis, dass die Menschheit als große Familie auf einem begrenzten, fragilen Planeten lebt. Dessen Klimasystem und Biosphäre sind massiv unter Druck – lebensnotwendige Systeme für die Menschheit.“ Zur Rettung der vermüllten Ozeane und vergifteten Gewässer machte Prof. Rahmstorf klar: „Sofort stoppen, ebenso wie die Überfischung. Laut IPCC-Bericht können wir bei Erwärmung von 1,5 Grad noch einen kleinen Teil der Korallenriffe retten, bei zwei Grad sind sie alle verloren.“ Aktivist und Kabarettist Roland Düringer sagte als Referent 2016: „Globalisierung könnte großartig sein, wäre das nicht unser A…verhalten! Nicht unser Plappern, sondern nur unser gemeinsames Handeln bewirkt die Ressourcen-, Energie- und Agrarwende. Keine Symptombehandlungen, denn weniger Schaden ist immer noch Schaden. Wir müssen ganz bewusst in all unseren Handlungen Nutzen stiften, anstatt Schaden zu verursachen.“ Dass sich Frieden und Fortschritt nur einstellen, wenn die Gewaltspirale der Gier nach Geld und Ressourcen durchbrochen wird, erläuterte 2012 der Schweizer Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser in Mäder: „Vor Jahren habe ich ausführlich mit Noam Chomsky über die US/GB-geführten Ressourcenkriege gesprochen. Nach Peak Oil 2016 herrscht der Kampf um Fracking und wer über die restlichen Ressourcen verfügt. Wir kennen alle die Erdölbeutezüge der USA und Großbritanniens in u.a. Libyen, Irak, Kuweit. Wasser, Sonne, Wind, Geothermie, Biogas, Effizienz und Ökotechnologien sind die Zukunft. Wir müssen von der 6000-Watt-Gesellschaft zur 2000-Watt-Gesellschaft werden.“ Für die Klimaschutzpreisverleihung im November 2020 konnten wir den deutschen Politikwissenschaftler Prof. Claus Leggewie gewinnen.

Ökologie ins Regierungsprogramm!

In Rio 1992 sei ihm aufgegangen, „was für ein dickes Brett“ das ist. Zwar engagieren sich weltweit mutig die Menschen, jedoch müssen wir alle verstehen, wie Krieg und Klima zusammenhängen. Leider sei es bisher auch nicht gelungen, das Ökologische als Selbstverständlichkeit in ein Regierungsprogramm zu bringen. Ökologie heiße nicht Verzicht, sondern gutes, selbstbestimmtes Leben, betont Leggewie. Klimaschutzpreis-Partner 2018 Hubert Rhomberg erklärte: „Alles hängt zusammen – was immer wir tun, hat mit Umwelt und Klima zu tun.“ Kreisläufe in Produktionsprozessen sind in Harmonie mit der Natur zu schließen. Es geht erstens um Abfallvermeidung und weiters um 100 Prozent Recycling sowie null Emissionen.“ Die „Krönung der Schöpfung“ als Konsum- und Wegwerfgesellschaft eine „Panne der Evolution“? Eine Spezies, die sich selbst bzw. ihre Lebensgrundlage zerstört? „Casinokapitalismus schuf kollektiven Egoismus, der tötet. Nur unser kollektives Bewusstsein für Naturgesetze und -kreisläufe – für das Prinzip von Ursache und Wirkung – schafft die Wende“, kommentierte Klimaschutzpreis-Projektleiterin Verena Daum im VN-Extra „Bewusst leben“ vom 4. Juni 2019 und schließt: „Darum lud Arnold Schwarzenegger mit Greta Thunberg Entscheidungsträger zum Austrian World Summit nach Wien. Und darum laden wir im Rahmen unseres Projekts „VN-Klimaschutzpreis 2020“ am 3. September 2019 zur Podiumsdiskussion „Abfallvermeidung/Recycling“ auf die Alte Fähre nach Lochau.“

Anmeldungen zum Klimaschutzpreis 2020 sind unter klima.vol.at möglich!