Washington, Moskau – US-Präsident Donald Trump(el) ist ein recht(s) einfach gestrickter narzisstisch-kapitalistischer Schwarz/Weiß-Maler, der sich vorgenommen hat, sein Land wie einen Konzern zu führen und weltweit „seine“ unternehmerischen Interessen mittels guten und meist bilateralen Deals durchzusetzen, ohne Rücksicht auf Verluste, auf die Umwelt oder etwaige diplomatische Umgangsformen. Er ist eine tragische Figur im Spiel der Mächte und hat in der Heftigkeit nicht mit seiner innenpolitischen Abmontage und Gegensturm des Demopublikan-Establishments gerechnet. So prescht er in Revolverheld-Manier vor, um nach internen Ohrfeigen wieder zurückzurudern. Frieden will der Tiefe Staat der USA mit aller Gewalt verhindern – seit Jahrzehnten, nicht erst seit Trump, der sogar für die Washingtoner Machthaber unkontrollierbar scheint.

Von Verena Daum

Seit Jahrzehnten wird vom transatlantischen Kriegsbündnis die Unterwerfung Russlands als Ressourcenlager mittels NATO-Osterweiterung, Sanktionen, Regime-Changes, geheimdienstlicher Terroristen-Ausbildung und Putschen angestrebt. Besonders eine Kooperation zwischen Deutschland und Russland soll mit allen Mitteln – auch mit Gewalt – verhindert werden, da diese geballte eurasische Wirtschaftskraft die einzige Gefahr für die New World Order der oligarchischen Transatlantik-Clique darstellt. Nachzuhören in der aufgezeichneten Pressekonferenz 2015 in Chicago von Stratfor-Chef George Friedman. Russland müsse sich im Klaren sein, dass es keinen Frieden mit den USA geben kann, solange es sich den USA nicht unterwirft, weder Demokraten noch Republikaner wollen diese von Trump beabsichtigte bilaterale und grundsätzliche Annäherung, die zu Frieden und Sicherheit führen könnte, schreibt Craig Paul Roberts im Rubikon-Online-Magazin (sein Text erschien zuvor unter dem Titel „America Overrules Trump: No Peace With Russia“ und wurde von ehrenamtlichen Rubikon-Übersetzern übersetzt und lektoriert). In diesem Zusammenhang ließ sich Donald Trump vom EU-Vertreter Jean-Claude Juncker die Abnahme von giftigem Soja-Müll und Fracking-Gas versprechen, was nicht in dem Ausmaß haltbar sein wird, wie sich das der US-Präsident vorstellt. Weder europäische Unternehmen und schon gar nicht die kritische, der Energie-, Ressourcen- und Agrarwende zugewandte Bevölkerung lassen sich dazu zwingen. Was die EU-Politik zu tun gedenkt, bleibt abzuwarten.

US-Außenpolitik basiert auf Drohung und Gewalt

Dass die US-amerikanische Außenpolitik auf Drohung und Gewalt basiert, ist inzwischen jedem klar. Die neokonservative Hegemonie lässt sich nicht mit der Souveränität anderer Staaten vereinbaren. Daher wird Trump wohl kaum brauchbare und dem Frieden dienende Deals mit China, Nordkorea, Iran oder Russland zustande bringen. Craig Paul Roberts führt im Rubikon-Magazin weiter aus, dass die „extreme und an Irrsinn grenzende Feindseligkeit“ der gesamten US-amerikanischen Politik- und Medien-Szene gegenüber Russland und anderer souveräner Staaten schmerzlich aber realistisch zur Kenntnis genommen werden muss. Die einzige Möglichkeit für Russland, China, den Iran und Nordkorea, ein Abkommen mit den USA zu schließen, bestehe laut Roberts darin, zu Vasallen der USA zu werden – wie Großbritannien, Europa, Kanada, Japan und Australien. In der außenpolitischen Arena der USA erfahren Trumps Friedens- und Deal-Pläne mit Russland weder von Rechts noch Links Unterstützung, informiert Roberts. Richard Haas, Präsident des Rats für Auswärtige Beziehungen, sprach für sie alle, als er erklärte, dass „wir Putins Russland als den Schurkenstaat behandeln müssen, der er ist“.

Wenn Friedensbemühungen zum „Verrat“ am eigenen Land werden

„Das Zusammenspiel einer zur medialen Wahrheit gewordenen Lüge (Wahlkampfeinmischung – „Russiagate“) und der Macht gemeinsamer politischer Kampagnen des Militär- und Geheimdienstkomplexes reicht aus, um jegliche Unterstützung zur Normalisierung der Beziehungen mit Russland im Keim zu ersticken“, erläutert Roberts, und „jeder US-Senator oder Abgeordnete, der Trump darin unterstützt, Russland von der Feindesliste zu nehmen, wird sich bei der Wiederwahl finanzstarken Widersachern gegenübersehen, die ihn als Verräter bezeichnen, der Trumps Verrat gegenüber den USA unterstützt hat, wohingegen seine eigenen Einnahmen an Wahlkampfspenden versiegen werden.“ Trump fordert indes zuhause unbeeindruckt die Einstellung der „konstruierten Hexenjagd“, der erfundenen Causa „russische Wahleinmischung“.

Russland will gute Beziehungen mit ALLEN Partnern

„Für Washingtons Machthaber ist Russland ein Schurkenstaat, weil er die Oberherrschaft der USA nicht akzeptiert“, betont Roberts. „Einen anderen Grund gibt es nicht.“ Das bestätigte auch der russische Präsident Wladimir Putin bei der BRICS-Pressekonferenz: „Es gibt keinen objektiven Grund für die Feindseligkeit und das Russland-Bashing seitens des US-geführten Westens“ und daher bleibe Russland zwar gesprächsoffen für weitere Meetings mit dem US-Präsidenten, wobei man sich davon aber nicht viel bis gar nichts verspricht. Vielmehr wendet sich Russland kooperativ sowohl den BRICS-Staaten, der Seidenstraße und dem eurasischen Miteinander sowie allen zur Zusammenarbeit bereiten Ländern der Welt zu für eine positive Wirtschafts- und Gesellschaftsentwicklung zum Wohle aller – und damit für die globale Friedenssicherung. Westlichen Sanktionen zum Trotz will sich Russland als Exportweltmeister für Bio-Agrarprodukte etablieren und läutet somit schrittweise die zwingend notwendige Ressourcen-, Energie- und Agrarwende ein im Wissen, dass das „Weitermachen wie bisher“ unweigerlich zumindest zum globalen Ökozid führt, den niemand überleben kann. Genausowenig wie einen militärischen Dritten Weltkrieg, den wir uns gar nicht erst vorstellen wollen.

Putin-Trump-Treffen macht existentielle Krise der NATO-Kriegsallianz und die menschenrechtswidrigen Russlandsanktionen deutlich