Bregenz/Vorarlberg – Beim ausschließlich profitorientierten Wirtschaften bleiben Natur, Umwelt und Menschenrechte auf der Strecke. Im Dokumentarfilm „The True Cost“ zeigt Regisseur Andrew Morgan am Beispiel „Fast Fashion“-Textilindustrie die Kostenwahrheit im tödlichen System des Konsumkapitalismus. Laut Vandana Shiva, Trägerin des Livelihood Award, lässt der globalisierte Kapitalismus als Wirtschaftssystem eine kleine Elite die Natur und die „restliche“ Menschheit skrupellos ausbeuten und unseren Planeten nachhaltig zerstören: „Einsicht bringt die Wende: Achtsamkeit statt Gier.“

Von Verena Daum (das Editorial ist am 22.9.2018 in der Extra-Ausgabe der Vorarlberger Nachrichten „WERTVOLL – ökologische Initiativen für eine lebenswerte Zukunft“ erschienen)

Fiktive exponentielle Geldvermehrung ist Ursache für grenzenlosen Raubbau an begrenzten Ressourcen, für Kriege und den Welthunger. Vandana Shiva plädiert für eine Ökonomie, die die Natur ins Zentrum rückt, eine Landwirtschaft, die keine ökologischen und sozialen Schäden mit Giften, Kunstdüngern und Pflanzenpatenten anrichtet. „Die ökologische Mega-Katstrophe ist die industrielle Massentierhaltung“, warnt Richard David Precht. Auch zum Saubermachen ist es bereits 5 nach 12.

Kapitalistische Konsum- und Wegwerfgesellschaft ist eine „Panne der Evolution“

Höchste Zeit also, dass die Kunststoffsauger des „The Ocean Cleanup“-Projekts im Pazifik innerhalb von fünf Jahren die Hälfte des Plastikmülls Recyclingprozessen zuführen werden. Mikroplastik, das in die Nahrungskette gelangt, können diese aber nicht auffangen. Wissenschaftler bezeichnen die kapitalistische Konsum- und Wegwerfgesellschaft als „Panne der Evolution“: Gewässer und Ozeane ersticken im Müll, Waffengewalt eskaliert, die Nahrungskette wird verseucht. Ein kompletter Systemwandel, der sich dem Leben zuwendet, ist unumgänglich. Nach dem „Cradle to Cradle“-Prinzip in Harmonie mit der Natur und im empathischen Miteinander.

Vorarlberger Nachrichten Extra-Ausgabe „WERTVOLL – ökologische Initiativen für eine lebenswerte Zukunft“ vom 22.9.2018, by Verena Daum www.progression.at