Die Firma Mary Rose in Dornbirn von Andrea und Stefan Grabher hat sich in den vergangenen Jahren einen guten Namen gemacht, sowohl als bekannte Heimtextilienmarke wie auch als Vorreiter im Bereich ökologisch und sozial fair produzierter Heimtextilien. Die Eigenmarke Mary Rose ist in den Shops Dornbirn und Innsbruck sehr erfolgreich, aber auch im Großhandel, in der Belieferung verschiedenster Vertriebslinien wie Möbel- und Versandhandel.

Der Artikel ist am 21.9.2019 in der Extra-Ausgabe „Wertvoll“ der Vorarlberger Nachrichten erschienen

Da sich in den letzten Jahrzehnten die Produktion von Textilien marktbedingt in Länder der Dritten Welt bzw. in Schwellenländer verlagert hat, sind auch die Herausforderungen für ökologisch motivierte Unternehmer heute andere als vor 30 Jahren. Wesentliche Herausforderungen sind die Sozialbedingungen, die Gewinnung der Rohstoffe wie beispielsweise die Baumwolle, der Produktionsprozess im Färbungsund Veredelungsverfahren und die energietechnische Herausforderung, der ökologische Fußabdruck sozusagen. Da in diesen Ländern nur geringe Umwelt- und Sozialstandards vorhanden sind, liegt es im Engagement jedes einzelnen Unternehmers begründet, hier aktiv zu werden. „Alleingänge bringen keinen Erfolg“, wissen Andrea und Stefan Grabher und sind auf ihrer Suche nach Kooperationen auf Zertifizierungs- und Labelingsysteme gestoßen. Unter hunderten Labels gibt es einige hervorragende, die aber jeweils nur einen Teilbereich besonders gut abdecken.

Alles biologisch abbaubar

Und so begann das Team von Mary Rose mit dem Global Organic Textile Standard (GOTS) Label für biologische Baumwolle den Rohstoffbereich abzudecken. Es folgte die Mitgliedschaft bei Fair Wear, einem Label, das gute Arbeitsbedingungen und Entlohnung kontrolliert, auditiert und gemeinsam mit den Betrieben vor Ort weiterentwickelt. Es gibt lediglich rund 80 Mitglieder in Europa. Mary Rose ist das einzige Unternehmen aus Österreich und das einzige in der Heimtextilienbranche weltweit. Ein wichtiger Baustein stellt auch das „Cradle to Cradle“-Label dar, mit dem die gesamte Produktionskette ökologisch verändert und anschließend zertifiziert wird. „Ziel unserer umfassenden Bemühungen ist es, Produkte zu führen, die in einem biologischen Kreislauf gehalten werden und am Ende des Lebenszyklus als biologischer Rohstoff der Natur zurückgegeben werden können“, erläutern Andrea und Stefan Grabher. „Für eine zukunftsweisende Kreislaufwirtschaft im Einklang mit der Natur muss ganz am Anfang angesetzt werden. Ganz vorne beim Produktdesign. Schlussendlich muss alles biologisch abbaubar sein – also ohne Negativimpact zurück in die Natur gelangen“, präzisiert Stefan Grabher. In allen drei Labels hat Mary Rose durch viel finanzielles und persönliches Engagement aus Lieferanten in den Lieferländern inzwischen Partner gemacht, die diesen Weg mitgehen und mittragen. Es ist vieles erreicht, es sind aber immer noch viele Herausforderungen zu bewältigen. Damit die Labels als Grundlage einer Kaufentscheidung herangezogen werden, ist es wichtig, dass das Vertrauen in die Labels und Zertifizierungen gegeben ist. „Als Mary-Rose-Team unternehmen wir alle Anstrengungen in der Kommunikation, aber auch, um die Produkte bzw. die erreichten Labelstufen weiterzuentwickeln“, führen Andrea und Stefan Grabher aus. Beispielsweise hält Mary Rose im Label „Cradle to Cradle“ bereits den Goldstandard und ist auf dem besten Weg zu Platin, dem höchsten erreichbaren Standard.

www.maryrose.com