Die Caritas Auslandshilfe Vorarlberg setzt in Krisen Maßnahmen um, die nachhaltigwirksame Effekte erzielen. Vor drei Jahren wurde das Gebiet in Borana, ganz im Süden Äthiopiens, von einer lebensbedrohlichen Dürre heimgesucht, über eine Million Menschen standen vor dem Nichts, sie mussten mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser versorgt werden, um überleben zu können. In speziellen Programmen, durch die die Bevölkerung durch Arbeit ein kleines Einkommen erwerben konnte, wurde deren Überleben gesichert.

Der Artikel ist am 12. Mai 2020 in der Extra-Ausgabe „Bewusst leben“ der Vorarlberger Nachrichten erschienen

Eines der Projekte war das Ausheben von Wasserauffangbecken. Ein Aspekt dabei ist die Chance für die Menschen, durch ihre Arbeitsleistung Geld zum Überleben zu verdienen, der andere Aspekt ist das Vorhandensein von Wasserauffangbecken, die zukünftig auch in länger andauernden Perioden ohne Regen die Wasserversorgung der Menschen gewährleisten. Inzwischen haben sich diese Wasserspeicher bereits bewährt. Monate länger als sonst ist es für die Menschen möglich, den täglichen Wasserbedarf aus diesem Reservoir zu decken. Das Problem dabei ist allerdings die Qualität des Wassers. Viele Krankheitenwerden durch den Gebrauch unreinen Trinkwassers ausgelöst. In einemder Dörfer nahe des Wasserspeichers kommt daher ein neuartiges Filtersystem zum Einsatz, das von Studenten der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg in Deutschland entwickelt wurde und derzeit erprobt wird.

Trinkwasser duch Biosandfilter

Das Prinzip ist einfach: Im Dorf steht ein großes Eisenfass, das die erste Reinigungsphase des Wassers abdeckt. Wenn die Frauen die Wasserkanister aus dem etwa zwei Kilometer entfernten Wasserspeicher ins Dorf bringen, schütten sie das Wasser in das Fass. In diesem befinden sich verschiedene Schichten aus Sand, Kies und Gestein. Die Dorfbewohner(innen) sind immer wieder fasziniert, wenn das meist rötlichbraun gefärbte, schmutzige Wasser, das sie oben in das Fass schütten, glasklar und optisch völlig sauber aus dem Rohr im unteren Teil des Fasses rinnt. Um das Wasser auch bedenkenlos trinken zu können und Trinkwasserqualität zu erreichen, benötigt es einen zweiten Filtervorgang. Die Einrichtung dazu befindet sich im Inneren der Häuser. Durchläuft das Wasser diesen weiteren Filterprozess, der ebenfalls mit lokal auf dem Markt erhältlichen Materialien umgesetzt wird, unter anderem mit Aktivkohle, steht den Dorfbewohner(innen) Wasser in absoluter Trinkwasserqualität und frei von Krankheitserregern zur Verfügung. „Diese bewahrt die Menschen vor zahlreichen Erkrankungen und sichert wohl allein in diesem Dorf Dutzenden das Überleben“, betont der Caritas Bildungsbeauftragte Michael Zündel.

Sehen Sie dazu auch das Video unter: https://www.youtube.com/watchv=IW54yf6_dI8