Aus der Not eine Tugend gemacht: Der Präsident der russischen Föderation, Wladimir Putin, startet eine massive Landwirtschafts-Offensive im Einklang mit der Natur. Russland kann sehr gut zum größten internationalen Hauptlieferant gesunder, sauberer Bio-Lebensmittel höchster Qualität werden, wie Präsident Wladimir Putin bei seiner jährlichen Ansprache zur Lage der Nation sagte. „Wir können nicht nur uns selbst versorgen: Russland ist imstande, zum größten Lieferanten gesunder, ökologisch reiner Qualitätslebensmittel zu werden, die schon lange bei einigen Produzenten im Westen verlorengegangen sind — zumal die Nachfrage auf dem Weltmarkt nach solchen Erzeugnissen beständig wächst“, so Putin.

Von Verena Daum

Dazu gibt es gratis Land für alle Russen, jeweils etwa einen Hektar je Familie bis sieben Personen, den es im Einklang mit der Natur zu bewirtschaften gilt. Der Präsident hat ein Gesetz abgesegnet, das den Menschen in Russland ermöglicht, sehr viel gutes Land im fernen Osten zu bestellen, vorerst auf fünf Jahre, das Land kann dann bei entsprechend positiver Nutzung in Eigentum umgewandelt werden. Also ökologisch-soziale, natürliche regional-kleinstrukturierte Landwirtschaft aus der Kraft der Bevölkerung heraus. Diese Initiative stärkt die russische Landwirtschaft enorm. Umfragen zufolge sind mehr als 20 Prozent der Russen an dem Programm interessiert – und dies sind vor allem junge Menschen bis 25 Jahre.

Natürliche Produkte aus dem Datscha-Garten sind der Inbegriff von Bio – auch ohne Siegel

Schon zu Beginn der Sanktionen 2014 war klar: Russland ist dem Bio-Markt im Grunde schon lange einen Schritt voraus. Zwar hat sich Bio in Europa erfolgreich etabliert. Doch sind in Deutschland etwa acht von zehn Bio-Tomaten aus dem Ausland eingeflogen und somit im Sinne des Klimaschutzes ganz und gar nicht ökologisch. Immer wichtiger wird neben dem Bio-Siegel für Konsumenten daher auch der „regionale Anbau“. Wenn Händlerinnen mit dem Gemüse aus ihrem Datscha-Garten in die Städte kommen, um es dort zu verkaufen, haben diese Lebensmittel keinen weiten Importweg zurückgelegt und sind ohne Pestizide, Konservierungsstoffe oder Kunstdünger hergestellt. Das ist der eigentliche Inbegriff von Bio – wenn auch ohne Siegel, heißt es auf http://www.mdz-moskau.eu/grune-wende/#sthash.uhnBqxhO.dpuf.

Dieser echte Bio-Anbau begann seine intensive Entwicklung, als die unsäglichen, völker- und menschenrechtswidrigen Sanktionen gegen Russland in Kraft traten (http://www.progression.at/sanktionen-treffen-direkt-das-volk/). Seitdem ist der Absatz um 20 Prozent gewachsen. Die Nachfrage übersteigt weiterhin bei weitem das Angebot. Hauptabnehmer für Bioprodukte sind Eltern, die gesunde Lebensmittel für ihre Kinder kaufen, und die breite Bevölkerung, besonders der Mittelstand, Menschen zwischen 22 und 45 Jahren, haben ein starkes Bewusstsein dafür entwickelt, sich gesund ernähren zu wollen mit regionalen, natürlichen Lebensmitteln.

In Russland liegen mehr als 40 Millionen Hektar nutzbares Ackerland brach. Die Flächen wurden seit mehr als 20 Jahren nicht mehr mit Chemikalien gedüngt und sind daher wieder für den Bio-Anbau geeignet. Für den Anbau von Bioprodukten werden bisher lediglich 126 800 Hektar, also weniger als ein Prozent, genutzt. Das soll und wird sich jetzt schlagartig ändern zum Nutzen regionaler und kleinstrukturierter Landwirtschaften und vor allem zum Nutzen der gesamten Bevölkerung und der zukünftigen Kunden im Ausland. Putin setzt auf zukunftsfähige Landwirtschaft mit hochwertigen und gesunden Produkten.

Russen wollen vertrauenswürdige und gesunde regionale Lebensmittel

„Weil man mir vorwirft, ich würde Propaganda für Russland machen, hier eine schlechte Nachricht aus dem bösen Russland. Die russische Regierung lehnt jede Form von gentechnisch modifizierten Organismen (GMOs) ab, sagte der russische Vizepremier Arkady Dvorkovich anlässlich des Internationalen Wirtschaftsforums, welches zwischen dem 18. und 20. Juni in St. Petersburg stattfand“, ist auf Blog http://alles-schallundrauch.blogspot.co.at/2015/07/russland-will-saubere-lebensmittel.html?m=1 vom 15. Juli 2015 zu lesen. „Er erzählte den Teilnehmern, Russland hat einen ,anderen Weg gewählt‘ und wird ,diese (Gen-)Technologien nicht verwenden‘, um die landwirtschaftliche Produktion zu erhöhen. Denn Russland hat genug Landfläche für einen natürlichen Anbau, was laut Dvorkovich, die Lebensmittel im Land zu den ,saubersten der Welt‘ macht. Russland ist nämlich der festen Überzeugung, GMOs verursachen Gesundheitsschäden, wie Missbildungen bei Babys und Krebs.“

GMOs, Chemikalien und Pestizide haben in Russland keine Chance

Diese Ankündigung stimmt mit der Forderung von Präsident Putin überein, der 2014 bereits gesagt hat, die russischen Bürger müssen vor GMOs geschützt werden, heißt es im Blog weiter. Russland ist mittlerweile führend in der Säuberung seiner landwirtschaftlichen Fläche von allen Giftstoffen aus der Vergangenheit, sei es Pestizide oder sonstige schädlichen Stoffe. Die Vizepräsidentin der russischen nationalen Vereinigung für genetische Sicherheit, Irina Ermakova, sagte folgendes über das Thema:

Es ist nicht nur in Russland bewiesen worden, sondern in vielen anderen Ländern der Welt, GMOs sind gefährlich. Der Verzehr von GMOs kann zu Tumoren, Krebs und Übergewicht bei Tieren führen.“ Wenn die Amerikaner unbedingt GMOs wollen, dann sollen sie es tun, nur die Russen bevorzugen natürlich gewachsene Lebensmittel.

Auch der russische Premierminister Dmitri Medwedew verkündete vergangenes Jahr, Russland würde nicht länger irgendwelche GMO-Produkte importieren. Er sagte als Erklärung, Russland hat mehr als genug Landwirtschaftsfläche und Ressourcen, um Bio-Anbau zu betreiben, sicher und sauber, ohne Notwendigkeit für patentiertes Saatgut, das von Agrarkonzernen mit Genmanipulation gezüchtet wird und nur mit ihren eigenen passenden Breitbandherbiziden überhaupt wächst.

Er sagte: „Wenn die Amerikaner gerne GMO-Produkte essen wollen, dann lasst sie sie essen. Wir müssen das nicht machen, denn wir haben genug Raum und Gelegenheit organisch gesunde Lebensmittel zu produzieren.