Washington, Damaskus, Moskau – Wiederholt greifen die USA syrische Regierungstruppen an, die sich im erfolgreichen Kampf gegen Daesh befinden. Die Eskalation steuert nun akut in Richtung eines Dritten Weltkriegs. Während Russland, Iran und Türkei mit den syrischen Regierungstruppen dabei sind, den IS auszuschalten und Deeskalierungszonen eingerichtet haben, wird seitens der USA und ihren Milizen offensichtlich versucht, das Land weiter zu spalten und den Regime-Change herbeizuführen. Russland will kein Libyen- und Irak-Deja-vu mit totalem Chaos und völliger Zerstörung, sondern die Rückkehr an den Verhandlungstisch für eine Friedens- und Wirtschaftsentwicklung mit allen Ländern der Welt im Interessenausgleich und auf Augenhöhe.

Von Verena Daum

„Wir mischen uns nicht in innere Angelegenheiten souveräner Staaten, wir überziehen nicht den Globus mit Militärbasen und Krieg“, werden der russische Präsident Wladimir Putin und sein Außenminister Sergej Lawrow nicht müde zu betonen, bei der Sicherheitskonferenz in München, den Wirtschaftsforen in St. Petersburg, bei der UNO-Vollversammlung und schon 2001 bei der Rede Putins vor dem Deutschen Bundestag. Der Abschuss der syrischen Militärmaschine im Einsatz gegen Daesh durch eine amerikanische Su-22 ist für Moskau zum wiederholten Mal ein Akt der Aggression. Ohne Rücksicht auf vorherige Absprachen ziehen die USA mitsamt ihren Terrormilizen eigenmächtig rote Linien und spalten das Land.

Die Behauptung des Pentagon, der syrische Pilot habe eine konfliktberuhigte Zone angeflogen, wird von Damaskus und Moskau zurückgewiesen. „So etwas gibt es nicht, nicht einmal diesen Begriff“, erklärte der russische Außenminister Lawrow. Die USA mit ihren Verbündeten und Milizen glauben tun zu können was sie wollen, sagte Lawrow, der betont: „Wir, Russland, Iran, Türkei und die syrische Regierung haben Deeskalationszonen geschaffen und legitimiert.“ Auch die humanitäre Hilfe für die Bevölkerung konnte erst dadurch ermöglicht werden und ist angelaufen.

USA und NATO treiben ihre völkerrechtswidrigen illegalen Regime-Change-Wars auf die Spitze

Dass das Endziel der imperialistischen New World Order-Ressourcenkrieger die Spaltung Deutschlands und Russlands bzw. die Verhinderung eines prosperierenden eurasischen Wirtschaftsraumes ist, wurde allerspätestens nach der öffentlichen Erklärung von Stratfor-Chef George Friedman beim Chicago Council on Global Affairs 2015 mehr als deutlich. In seinem Buch „Illegale Kriege – wie die NATO-Länder die UNO sabotieren – eine Chronik von Kuba bis Syrien“ beschreibt der Schweizer Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser die andauernden verheerenden Völkerrechtsbrüche des transatlantischen Hegemons.

Bücher: Michael Lüders „Wer den Wind sät“ und „Die den Sturm ernten“, Verena Daum „Verantwortungslos – Zivilcourage für ein Ende des Kriegs gegen die Menschlichkeit“

Zum Abschuss der syrischen Militärmaschine kommentierte der Politikwissenschafter Kaveh Afrasiabi: „Es ist unklar, auf welcher Seite die USA stehen. Offensichtlich verteidigen sie die IS-Terroristen gegen die syrische Regierung. Das ist sowohl innen- wie außenpolitisch schlecht fürs Prestige der USA. Präsident Erdogan hat die USA zu den Friedensgesprächen nach Astana eingeladen. Dort müssen sie ihren Standpunkt klarstellen, ob sie an der Seite der IS-Terroristen gegen Assad kämpfen wollen, oder ob sie sich an ihre Aussage nach dem Abschuss halten, dass sie alle Parteien einladen wollen, sich wirklich gegen Daesh zu vereinen. Es gibt hier einen Widerspruch, der George Orwell in seinem Grab rotieren lässt.“

http://m.focus.de/politik/videos/russlands-einsatz-in-syrien-so-begruendet-putin-warum-er-assad-retten-will-und-fuehrt-die-usa-vor_id_4972492.html#

„Wer den Wind sät wird den Sturm ernten“ analysiert Nahostexperte Michael Lüders die Leid bringende Endphase des anglophonen Kriegshegemons