Auf die Frage, wie Richard David Precht Hardcore-Impfgegner zu gewinnen versuchen würde, meint der deutsche Philosoph, „gar nicht“, da diese Menschen für Argumente nicht mehr zugänglich sind. Tatsächlich scheint die Impfpflicht die einzige Lösung zu sein, damit fanatisierte Strömungen ohne Gesichtsverlust immunisiert werden können, da sie dann ja „gezwungen“ werden. „Ich habe solche Gespräche geführt und würde nicht mehr versuchen, solche Leute zu gewinnen.“

Von Verena Daum (Autorin/Journalistin, freie Fachredakteurin für ökologisch-soziale Wirtschaftsthemen in den Vorarlberger Nachrichten, www.progression.at, www.garden-eden.org, Bücher „Dom Erwin“, „Verantwortungslos“, „Verbotene Frucht“)

„Denn es geht ihnen nur darum, partout recht haben zu wollen, und nicht darum herauszufinden, was schlussendlich objektiv ist – da macht das Gespräch keinen Sinn“, sagt Precht im „Volle Kanne“-Interview. „Denn die Leute hätten dann ein Problem mit ihrem Selbstwertgefühl, wenn sie nicht mehr recht hätten. Das Nicht-Recht-Haben wird von Anfang an ausgeschlossen und daher gibt es auch keine Diskussion, die einen tatsächlichen Fortschritt haben kann. Also wer wirklich so weit geht, dass er meint das Virus wäre erfunden, oder maßlos aufgebauscht, weil die Staaten sich in Diktaturen verwandeln wollen, oder die chinesische Regierung oder Bill Gates stecken dahinter, der möchte nicht die Wahrheit wissen, es wäre so einfach viel klarer die Dinge zu sehen, er will es aber nicht, sondern gefällt sich in der Rolle, zu denken: ich bin einer der ganz Wenigen, die alles durchschaut haben, die anderen sind alle dumm. Wer diese Meinung einmal in sich verfestigt hat, also dessen Selbstwertgefühl davon abhängt, recht zu haben, der ist für Argumente nicht mehr zu gewinnen.“