BUCH – „Unsere Produkte sind gut fürs Klima und die Region“. Nachhaltiges Wirtschaften im Einklang mit der Natur haben sich Claudia und Bertram Martin vom Martinshof auf ihre Fahnen geschrieben: „Wir legen in unserem Haushalt Wert auf „gute Lebensmittel“. Darum wollen wir auch für unsere Kunden gute Lebensmittel herstellen. Wir wissen, dass in der industriellen Lebensmittelproduktion globale Rohstoffe eingesetzt werden, welche große Auswirkungen auf unser Klima und somit auf unser Leben haben. In unserem kleinstrukturierten und zersiedelten Land ist ein möglicher Weg der Landwirtschaft sich vom Weltmarkt abzugrenzen, regionale Produkte mit Mehrwert zu erzeugen. Diesen Weg haben wir eingeschlagen, das ist gut für´s Klima und die Region.“

Von Verena Daum (der Artikel ist am 23.3.2019 in der Extra-Ausgabe „Klimaschutzpreis 2020“ der Vorarlberger Nachrichten erschienen)

Auf dem Martinshof wurden die Weichen in die richtige Richtung gestellt und schon vieles umgesetzt: „Wir gewinnen die thermische Energie für unseren Betrieb aus Waldhackgut. Der Rohstoff dafür stammt von Landwirten aus unserem Dorf und aus unserem Wald. Beim Strombedarf sind wir rechnerisch autark, den liefern die Photovoltaikanlagen. Die Verpackungskartons sind aus FSC zertifizierten Rohstoff hergestellt. Die Verpackung für unsere Nudeln war bisher aus Plastik. Rohstoff Erdöl. Nun haben wir diese auf Zellulose umgestellt. Da sind wir vermutlich der erste Nudelhersteller in Europa, der diesen Schritt umgesetzt hat. Unsere Produkte sind zu 100% klimaneutral. Jene Emissionen, die noch nicht vermeidbar sind, haben wir durch hochwertige Zertifikate klimaneutral gestellt. Wir begreifen das als ein Weg, den wir Tag für Tag ein Stück gehen.“

Kooperations-Konzept

„Hinter Kooperationen muss ein gutes Konzept stehen, welches für alle Beteiligten einen Nutzen stiftet“, weiß die Familie Martin. „Dann wird diese zum Selbstläufer und die Vorteile multiplizieren sich. Wir praktizieren vertikale Kooperationen in verschiedenen Bereichen der Wertschöpfungskette. Jeder macht das, was er am besten kann. Die Hürden sind ein hoher Organisationsaufwand zum Start und dass die richtigen Partner zueinander finden. Entscheidend ist, dass alle  Beteiligten Teil des Großen Ganzen sind, dann ist die Zusammenarbeit erfolgreich.“ Im Land wird die Arbeit des Martinshof-Teams positiv wahrgenommen: „Die Vorarlberger Bevölkerung übernimmt eine Vorreiter-Stellung. Das Bewusstsein für gesunde Lebensmittel steigt, der Griff ins  Regal wird überlegt und die Verantwortung wird vermehrt wahrgenommen. Das beweisen die Verkaufszahlen im Regional – und Biobereich sowie die zahlreichen Initiativen im Land. Uns fällt auf, dass unsere Kunden sehr gut informiert sind.  Sie beschäftigen sich mit den Themen Lebensmittel, Ernährung, Ressourcen  usw.  und stellen durchaus auch kritische Fragen. Nur ,in Vorarlberg hergestellt‘ ist definitiv zu wenig.“ Noch läuft der Online-Verkauf so nebenbei mit, denn „wir bedienen jene Kunden die auf uns zukommen und investieren hier nicht in Akquise. Hingegen nicht mehr wegzudenken sind unsere Online-Aktivitäten,  welche uns viele neue Möglichkeiten auftun. Als Bauernhof, daheim in einer ,total realen Welt‘ sortieren wir für uns aus der ,digitalen Welt‘ genau das aus, was uns wichtig erscheint. Wir glauben, dass die Landwirtschaft aus der Digitalisierung viel mehr Potential ausschöpfen kann, wie nur den Traktor auf dem Feld geradeaus fahren zu lassen. Die Bereiche zwischen ,Bauer und Teller‘ sind meist arbeitsteilig organisiert. Die Digitalisierung wird die Karten neu mischen und birgt die Chance, dass Bauer und Kunde direkt in Kontakt kommen.“