Sein US-Amtskollege bezeichnete den russischen Präsidenten Wladimir Putin öffentlich als „Mörder“, dieser wünschte Joe Biden als Antwort „Gesundheit“ und erinnerte sich dabei an seine Kindheit: „Wenn wir als Kinder auf dem Spielplatz stritten, sagten wir uns: ‚Was man sagt, ist man selbst! Wenn wir also andere Menschen, Staaten und Völker beurteilen, schauen wir immer in den eigenen Spiegel! Das ist nicht nur ein kindlicher Spruch, sondern Tiefenpsychologie. Wir projizieren uns auf andere und bewerten auf dieser Grundlage ihre Handlungen.’“ Zum Glück für die Weltbevölkerung reagiert der Kreml-Chef auf „ westliche“ Provokation, Sanktionen, Kriegserklärung, Beleidigungen und Unterstellungen weiterhin klug, besonnen und gelassen. Im Endeffekt geht es auch bei dieser Aggression des US-Establishments gegen Russland aktuell um die Verhinderung der fast fertiggestellten Pipeline Nord Stream 2 – um die Vereitelung deutsch-russischer bzw. eurasischer Kooperation.

Von Verena Daum (www.progression.at, www.garden-eden.org)

„Was die Äußerungen meines amerikanischen Amtskollegen betrifft, so sind wir, wie er sagte, persönlich miteinander bekannt. Was würde ich ihm antworten? Ich würde ihm sagen ,bleiben Sie gesund’, ich wünsche ihm eine gute Gesundheit. Das sage ich ohne Ironie und Witz. Das ist das Erste. Das Zweite, wenn wir allgemeiner über dieses Thema sprechen, dann würde ich Folgendes sagen wollen: In der Geschichte jeder Nation hat es viele schwierige, dramatische und blutige Ereignisse gegeben. Aber wenn wir andere Menschen und Völker beurteilen, schauen wir immer in einen Spiegel. Wir sehen dabei immer uns selbst. Ich erinnere mich gerne an meine Kindheit, wenn wir auf dem Spielplatz stritten, sagten wir uns: Was man zu anderen sagt, ist man selber! Und das ist kein Zufall, das ist nicht nur ein kindlicher Spruch oder Witz. Die Bedeutung ist sehr tief und psychologisch. Wir sehen immer unsere eigenen Qualitäten in anderen Menschen. Und denken, dass sie genauso sind wie wir selbst. Und auf dieser Grundlage bewerten wir ihre Handlungen und geben eine generelle Bewertung ab.“ Soll heißen: Joe Biden bzw. das US-Establishment schließt von sich auf andere. Anm.: traurige Tatsache ist, dass völker- und menschenrechtswidrige US-Destabilisierungs- und Ressourcenkriege weltweit statt heuchlerisch angekündigter „Demokratie“ nur Hunger, Elend, Tod und Verwüstung des Planeten bescheren.

„Was das US-Establishment betrifft …“

Diese Beleidigung kommt „nicht vom amerikanischen Volk“, betont der russische Präsident weiter, denn dort gibt es „eine Menge ehrliche, freundliche und anständige Menschen, die in Frieden und Freundschaft mit uns leben wollen, wir wissen darum und schätzen dies und werden uns in Zukunft auf sie verlassen“, sagt Putin. „Aber was das US-Establishment, die herrschende Klasse, betrifft, so hat sich ihr Bewusstsein unter bestimmten und sehr schwierigen Bedingungen herausgebildet. Denn die Erschließung des amerikanischen Kontinents durch die Europäer war mit der Ausrottung der einheimischen Bevölkerung verbunden – mit einem Genozid, einem Völkermord an den indianischen Stämmen. Es folgte eine lange und grausame Zeit der Sklaverei. All das geht durch die Geschichte und begleitet bis heute das Leben der Vereinigten Staaten. Woher käme sonst die Black Lives Matter-Bewegung? Afroamerikaner sind bis heute mit Ungerechtigkeit und Ausrottung konfrontiert“, spricht Putin Kolonialismus und Imperialismus an. „Geleitet von dieser Haltung löst die herrschende Klasse der Vereinigten Staaten sowohl innen- als auch außenpolitische Probleme. Immerhin sind die USA das einzige Land der Welt, das nukleare, atomare Waffen eingesetzt hat. Noch dazu gegen einen Nicht-Atomstaat, gegen Japan am Ende des Zweiten Weltkriegs, gegen Hiroshima und Nagasaki. Das hatte absolut keinen militärischen Sinn – es war eine vorsätzliche Ausrottung der Zivilgesellschaft. Warum spreche ich darüber? Weil ich weiß, dass die Führung der USA entschlossen ist, für ihre Interessen und zu ihren Bedingungen ,Beziehungen’ zu uns zu installieren. Sie denken, wir sind wie sie – aber wir sind andere Menschen – wir haben einen anderen kulturellen, genetischen und moralischen Code und wir wissen unsere eigenen Interessen zu verteidigen. Wir werden mit ihnen zusammenarbeiten in Bereichen, die mit unseren Interessen übereinstimmen. Zu Bedingungen, die wir als vorteilhaft für uns betrachten – damit werden sie rechnen müssen.“

Gelassenheit gegenüber westlicher Aggression und Bereitschaft zur Kooperation

„Mit der Verteidigung unserer Interessen werden sie rechnen müssen, trotz aller Versuche, unsere Entwicklung aufzuhalten – trotz Sanktionen, Beleidigungen – damit werden sie rechnen müssen“, fährt Putin fort. „Nun, wir werden unter Berücksichtigung unserer nationalen Interessen die Beziehungen mit allen Ländern der Welt, einschließlich der USA entwickeln“, betont der Kreml-Chef. US-Außenminister Blinken brachte es erneut auf den Punkt: Die USA wollen Nord Stream 2 verhindern. Kurz vor seiner Fertigstellung wurde im Dezember 2019 das Projekt der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 unterbrochen, nachdem an dem Bau beteiligte europäische Unternehmen Sanktionen durch die USA fürchteten und daraufhin die Arbeiten einstellten. Inzwischen wurden die Bauarbeiten wieder aufgenommen. Anfang Januar 2021 beschlossen die Landesregierung und der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern die Gründung einer landeseigenen, gemeinwohlorientierten Umweltstiftung, die Projekte im Umwelt-, Natur- und Klimaschutz fördern sowie gewerblich agieren können soll. Ein Zweck dieser Stiftung ist es, durch ihre Gemeinnützigkeit mögliche Sanktionen der USA gegen am Bau beteiligte Unternehmen zu umgehen und dadurch eine Fertigstellung von Nord Stream 2 zu erreichen.

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