Seine Hand war und bleibt ausgestreckt, betont der russische Präsident Wladimir Putin immer wieder. Gegenüber Deutschland, gegenüber der NATO, gegenüber allen Ländern dieser Welt, die wie er auf „Kooperation statt Konfrontation“ setzen und gemeinsam die Herausforderungen unserer Zeit annehmen und meistern wollen. Aber dass die aggressive NATO-Osterweiterung mit gröbsten Provokationen seitens NATO- und EU-Ländern durch Förderung militanter Strömungen in der Ukraine von Russland nicht ignoriert werden kann, bekräftigte der russische Außenminister Sergej Lawrow nach einem Treffen mit seiner schwedischen Amtskollegin Ann Linde.

Von Verena Daum (Autorin/Journalistin, freie Fachredakteurin für ökologisch-soziale Wirtschaftsthemen in den Vorarlberger Nachrichten, www.progression.at, www.garden-eden.org, Bücher „Dom Erwin“, „Verantwortungslos“, „Verbotene Frucht“)

Zur Geschichte: „US-Hauptziel war es immer, ein Bündnis Deutschland-Russland zu verhindern“, stellte Stratfor-Chef 2015 in Chicago klar: „Als Imperium können wir nicht überall intervenieren. Die Briten haben damals Indien nicht besetzt, sie haben einfach die einzelnen Staaten Indiens genommen und ließen sie gegeneinander kämpfen.“ Und genau so wird ein hochgerüsteter NATO-Staatengürtel gegen Russland installiert. NATO-Bomber mit schweren Waffen fliegen nur 20 Kilometer von der russischen Grenze entfernt überm Schwarzen Meer. Die USA und die NATO bewaffnen seit ihrem Destabilisierungsputsch militante Strömungen in der Ukraine, bilden sie aus, prahlen mit der Einnahme des Donbas und der Rückeroberung der Krim. Sie haben keinerlei Interesse an den Minsker Vereinbarungen. Kein Interesse an Deeskalation und Rückkehr zur Diplomatie. Im Gegenteil. Sämtliche Gesprächskanäle mit Russland wurden von der NATO gekappt.

Was will der NATO-Westen eigentlich? Krieg? Wirklich?

Die NATO habe die Mechanismen des Dialogs zunichte gemacht, betonte Putin und bezeichnete die Beziehungen mit dieser Kriegsallianz als „deprimierend“.

Die NATO führt beharrlich und demonstrativ militärische Infrastruktur an die Grenzen Russlands. Eine Einkesselung, wenn man auf die Karte schaut. „Selbstverständlich müssen wir darauf reagieren und uns schützen“, so Putin. Brüssel müsse verstehen, dass der Abbau militärischer und politischer Spannungen nicht nur im Interesse Russlands liege, dem es lediglich um ein Ende der völker- und menschenrechtswidrigen NATO-Osterweiterung geht, sondern auch im Interesse ganz Europas und der Welt insgesamt – für Frieden und faire sowie zukunftsorientierte Wirtschaftszusammenarbeit. „Wenn sie nicht mit uns zusammenarbeiten wollen, dann eben nicht“, sagt Putin. Allerdings denke er doch, dass die NATO einlenken muss. Was wäre denn die Alternative? Krieg? „Sie geben bereits Signale, dass sie kooperieren wollen, aber warum dann Diplomaten ausweisen? Ohne jeglichen Grund. Ist das eine Art Sport für sie?“, wundert sich der russische Präsident. Jedenfalls bleibe seine Hand immer für Diplomatie und Kooperation ausgestreckt. Die deutsche Außenministerin täte nun gut daran, die in Kooperation fertiggestellte Pipeline Nord Stream 2 in Betrieb zu nehmen, zum Wohl der europäischen und eurasischen Volkswirtschaften.

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