Umfragen zufolge wollen die ÖsterreicherInnen mehrheitlich den russischen Impfstoff Sputnik V. „Es geht doch darum, schnellst möglich viel sicheren Impfstoff zu bekommen – egal, von wem er entwickelt worden ist“, betonte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz im Februar, der die Europäische Arzneimittelbehörde EMA auffordert, die Zulassung der russischen und chinesischen Impfstoffe rasch zu prüfen. Der Antrag wurde bereits im Jänner gestellt. Geopolitische Tabus seien hier fehl am Platz, sagte Kurz wohl auch im Hinblick auf den aggressiven Sager gegen Moskau des EU-Binnenmarktkommissars Thierry Breton: „Die EU braucht Sputnik V nicht!“ Woraufhin Putin die Frage in den Raum stellte: „Welchen Interessen dient dieser Mann?“ Jedenfalls sagte Moskau eine fixe Lieferung von einer Million Dosen Sputnik V für Österreich zu. Die Uhr tickt.

Von Verena Daum (www.progression.at, www.garden-eden.org)

„Seltsame Aussage“, meinte Wladimir Putin in einer Online-Konferenz. „Wir drängen niemandem etwas auf. Viele Menschen in Europa wissen nicht, dass Russland längst einen offiziellen Antrag auf Registrierung von Sputnik V bei der Europäischen Arzneimittelagentur gestellt hat – am 21. Jänner 2021. Erst am 4. März erhielten wir eine Benachrichtigung über den Beginn der Antragsprüfung“, informierte der Kreml-Chef und bekräftigte das weltweite Interesse am hoch wirksamen russischen Impfstoff. Der Druck auf die EMA wird stärker. Sputnik V ist bereits in 57 Staaten erfolgreich im Einsatz. Der österreichische Gesundheitsminister Rudolf Anschober zum russischen Impfstoff: „Wir prüfen aktuell alle Möglichkeiten, um möglichst rasch weiteren Zugang zu noch mehr geprüften Impfstoffen für die breite Bevölkerung zu ermöglichen. Bisher gab es einen fachlichen Austausch zu medizinischen Themen und den verfügbaren Daten zwischen heimischen ExpertInnen und dem Hersteller von Sputnik V. Klar ist: jeder in Österreich eingesetzte Impfstoffe muss wirksam und sicher sein.“

Ganz besonders in Krisenzeiten ist Zusammenarbeit anstatt „geopolitischer Kämpfe“ angebracht

„Eine nationale Zulassung würde reichen“, sagte etwa der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil Ende März im ORF-Report: Gastarbeiter, die zu uns kommen und mit Sputnik V geimpft sind, seien ja auch erfolgreich geimpft! Bundeskanzler Sebastian Kurz bekräftigte: „Es geht bei den Impfstoffen einzig um Wirksamkeit, Sicherheit und um schnelle Verfügbarkeit, nicht um geopolitische Kämpfe!“ Kurz leitete gemeinsam mit Wladimir Putin sofort Verhandlungen mit dem Russian Direct Investment Fund (RDIF) ein: „Beim Impfstoff darf es keine geopolitischen Scheuklappen geben. Das Einzige was zählen darf ist, ob der Impfstoff wirksam und sicher ist, nicht woher er kommt. Daher sind wir seit Februar in einem guten Austausch mit der russischen Seite, wofür ich sehr dankbar bin. Wenn Österreich eine Million Impfdosen zusätzlich bekommt, wäre eine frühere Rückkehr zur Normalität möglich und wir können viele Menschenleben sowie Arbeitsplätze retten.“

Rospotrebnadzor erwartet das Ende der COVID-19-Pandemie in Russland bis August

Bis August werden viele Russen bereits Immunität gegen Coronavirus haben, und aufgrund der Saisonalität des Virus kann die Zahl der Fälle von COVID-19-Infektionen auf Hunderte oder sogar Einheiten sinken, sagte der Berater der Russischen Akademie der Wissenschaften, Viktor Maleev, Berater an den wissenschaftlichen Direktor des Zentralforschungsinstituts für Epidemiologie von Rospotrebnadzor.

„Wenn wir über Russland sprechen, wird die Inzidenz im Sommer meiner Meinung nach deutlich zurückgehen. Vielleicht gibt es Einzelfälle oder sogar Hunderte, aber dies ist auf nationaler Ebene nicht so wichtig. Daher könnte die Epidemie in Russland bis August enden, da viele immun sein werden. Angesichts der Saisonalität des Virus und der Abnahme der Inzidenz wird das epidemische Potenzial des Coronavirus im Sommer aufhören „, sagte Maleev gegenüber RIA Novosti .

Gleichzeitig schloss er die Möglichkeit einer Zunahme der Inzidenz im Herbst nicht aus, da die Russen aus den Ferien zurückkehren und sich häufiger kontaktieren werden.

Zuvor sagte Präsident Wladimir Putin , dass die Hauptbeschränkungen aufgrund von COVID-19 in Russland aufgehoben werden, wenn die Immunität der Bevölkerung gegen Coronavirus geschaffen wird. Ihm zufolge könnte dies bis zum Ende des Sommers passieren. Der Leiter des Gesundheitsministeriums, Mikhail Murashko, sagte, dass sich die Situation mit dem Coronavirus im Land verbessert.

Weitere Informationen über die Situation mit dem Virus, finden Sie in der Kommersant Artikel „Covidism in einem einzelnen Land

EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton „braucht Sputnik V nicht“ – Putin fragt: Welchen Interessen dient dieser Mann?