Dornbirn/Vorarlberg – „Der Weg ist das Ziel und das Ziel ist: ökologisch-sozial Positives zu hinterlassen. Und das schließt ökonomischen Erfolg nicht aus“, weiß der Heimtextiliengroßhändler und Mary Rose/Tyrler-Inhaber Stefan Grabher, der sein Unternehmen auf vier Nachhaltigkeitssäulen stellt, um gemeinsam mit seinem Team, seinen Partnern und Kunden im globalen Kampf gegen Umweltverschmutzung und Vergiftung der Nahrungskette seinen persönlichen Beitrag zu leisten. Bei der Säule „Fair Wear“ und BSCI geht es um die Menschen und um die Einhaltung von Sozialstandards, bei GOTS geht es um die Rohstoffe, bei der Mitgliedschaft im Klimaneu­tralitätsbündnis geht es um Energie und die Produktionsprozesse werden ganzheitlich nach dem „Cradle to Cradle“-Prinzip ausgerichtet.

Von Verena Daum (der Artikel ist am 22.9.2018 in der Extra-Ausgabe der Vorarlberger Nachrichten „WERTVOLL – ökologische Initiativen für eine lebenswerte Zukunft“ erschienen)

„Wir müssen dort ansetzen, wo wir die größte Hebelwirkung haben, in den großen Produktionsstätten“, sagt Grabher. „Für mich sind das Ostasien, der Subkontinent Indien, der Nahe Osten und Europa. Dort muss der überlebensnotwendige Wandel nachhaltig auf den Weg gebracht werden. Der Einklang von Ökologie, Soziologie und Ökonomie. Dieses Ziel und der Weg dorthin ist eine große Herausforderung und Anstrengung, aber machbar. Mit Freude, da unsere Produkte damit qualitativ hochwertig sind, cool im Design und natürlich auch leistbar. Zudem entsteht gerade bei jungen Leuten ein neues Qualitätsbewusstsein und Wirtschaftsverständnis.“

Lohnender Aufwand

Als Fair Wear-Member hat sich das Unternehmen für die nahe Zukunft vorgenommen, den Leader-Status zu erreichen, das ist das beste Level, das man erreichen kann. Dazu müssen 75 Prozent der Gesamtpunktezahl erreicht werden und 90 Prozent der Lieferanten in den Fair-Wear-Überwachungsprozess einbezogen werden. Auf der „Mary Rose“-Website kann sich jeder den Brand Performance Check 2017 anschauen. Für die Menschen in den Produktionsregionen weltweit heißt das: Begrenzung der Arbeitszeit, freie Wahl des Arbeitsplatzes, keine Diskriminierung, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen sowie Zahlung eines existenzsichernden Lohnes. Bei der Business Social Compliance Initiative (BSCI) verpflichtet sich der „Mary Rose“-Großhandel, die PAPTEX Textilhandels GmbH, die Sozialstandards in den Produktionsbetrieben herzustellen. Die Umsetzung der vereinbarten Verbesserungsmaßnahmen werden regelmäßig durch externe Auditierungsinstitute überwacht. Der Global Organic Textile Standard (GOTS) ist als weltweit führender Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern anerkannt. „Schadstofffreie Qualitätsprodukte sind das Ziel“, so Grabher. Die nachhaltige Herstellung von Textilien soll gewährleistet werden, angefangen von der Gewinnung textiler Rohfasern über umweltverträgliche und sozial verantwortliche Herstellung bis zur Kennzeichnung der Endprodukte, um dadurch Produktsicherheit für den Endverbraucher zu bieten. Der Standard deckt also Herstellung, Konfektion, Verpackung, Kennzeichnung, Handel und Vertrieb der Textilien ab. An einer vollständigen „Cradle to Cradle“-Ausrichtung wird mit Hochdruck gearbeitet für Erfolg auf allen Linien. Infos unter www.maryrose.at, www.fairwear.org, www.global-standard.org