Frauen wirtschaften ganz bewusst im Einklang mit der Natur und sind tragende Säulen der Gesellschaft. „Wenn man in Südäthiopien arbeitet, kommt man in Regionen, in denen die Folgen des Klimawandels auch von den schlimmsten Ignoranten nicht mehr geleugnet werden können“, bringt es der Bildungsbeauftragte der Vorarlberger Caritas Auslandshilfe, Michael Zündel, auf den Punkt. Er ist regelmäßig vor Ort im Einsatz. Dürren und Ernteausfälle kosten die Menschen die Existenz und treiben sie in den Hunger.

Der Artikel ist am 21. September 2019 in der Extra-Ausgabe „Wertvoll“ der Vorarlberger Nachrichten erschienen

Frauen sind im gesellschaftlichen Leben für alles zuständig: fürs Wasserholen, Feuerholzsammeln, Kinderernähren, Tierebetreuen. Sie kämpfen täglich ums Überleben. Im versteppten Gebiet gibt es fast keine Bäume mehr, und dennoch muss jeder Ast gesammelt werden, da das Holz zum Kochen benötigt wird. Was die ökologische Katastrophe noch verstärkt. Eines der Caritas-Projekte versorgt derzeit Tausende Haushalte mit regional produzierten Energiesparöfen, mit denen sich der Verbrauch von Holz um zwei Drittel reduziert. Das „Eselprojekt“ bestückt die bedürftigsten Frauen mit einem Lasttier und einem Karren, um deren enorme Arbeitsbelastung zu verringern. In Schulungen werden das Anlegen von Hausgärten, einfache landwirtschaftliche Fähigkeiten wie Bewässerungsanbau, Jungpflanzenaufzucht, Kompostierung und Aufforstung („Mango Tree for Family“) vermittelt. Auch die Bereitstellung von Kleintieren wie Hühnern, Schafen oder Ziegen ermöglicht den Haushalten einen Neustart mit richtiger Tierhaltung für eine bessere Überlebenschance der Kleinkinder durch gesunde Ziegenmilch, Nahrungssicherheit und ein kleines Einkommen. „Während etwa in den USA und in Europa Klimaschutz nach wie vor weniger als halbherzig umgesetzt wird, gelingt den Menschen im globalen Süden, die unter den Folgen am meisten zu leiden haben, eine bewusste ökologische Wende in ihrem direkten Umfeld verhältnismäßig effizient. Vielleicht sollte man sich hier ein Beispiel nehmen?“, betont Michael Zündel.

Danke für Ihre Spende, „Hungerhilfe“, Caritas Feldkirch, IBAN AT32 3742 2000 0004 0006