Bei allem Russland-Bashing und Handelskrieg mit China ist Joe Biden klar, dass er weder beim Klimaschutz im Alleingang noch weltwirtschaftlich mit Konfrontationskurs Erfolge einfahren kann. Der Leitsatz des russischen Präsidenten Wladimir Putin „Kooperation statt Konfrontation“ ist beim US-Amtskollegen Joe Biden zumindest erst mal beim Klimaschutz angekommen. Er lud neben Staats- und Regierungschefs aus mehr als 40 Ländern auch Wladimir Putin und Xi Jinping zum Klimagipfel am 22. und 23. April 2021 ein. Der Klimawandel war für Biden Wahlprogramm – um liefern zu können, braucht er so viele Länder wie möglich im Boot – allen voran Big Player wie Russland und China.

Verena Daum (www.progression.at, www.garden-eden.org)

Das Hauptziel des Treffens wird darin bestehen, den Anstieg der durchschnittlichen Lufttemperatur auf dem Planeten zu verringern. Darüber hinaus sollte der Gipfel Mittel von Regierungen und Privatunternehmen für CO2-freie Emissionen mobilisieren. Dies werden die ersten großen Klimaverhandlungen für die neue Präsidialverwaltung sein. Der Gipfel wird zeitlich auf die bevorstehende Ankündigung der Behörden zur Modernisierung der US-Wirtschaft abgestimmt, um die Emissionen in die Atmosphäre zu verringern. „Angesichts der Bedeutung dieses Themas für die ganze Welt müssen wir bereit sein, dies auf hohem Niveau zu verhandeln“, hieß es laut AP seitens des Weißen Hauses. Bidens Vorgänger Donald Trump stieg aus dem Pariser Klimaabkommen aus, da es der US-Wirtschaft schade und – wenn mit den USA – neu verhandelt werden müsse.

Die Länder der Welt müssen an einem Strang ziehen

Stunden nach seiner Amtseinführung am 21. Januar hob Joe Biden eine Reihe von Trump-Dekreten auf, darunter den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen. Er unterzeichnete die Rückkehr, die einen Monat später in Kraft trat. UN-Generalsekretär Antonio Guterres gutierte die Entscheidung des Weißen Hauses: „Ich begrüße die Schritte, die Präsident Biden unternommen hat, um das Pariser Übereinkommen über den Klimawandel wieder aufzunehmen.“ Im März 2021 wurde bekannt, dass die Vereinigten Staaten und China nach Verhandlungen im amerikanischen Anchorage vereinbart hatten, eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur Bekämpfung des Klimawandels einzurichten. Beim Klimagipfel sind auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vertreten. Die Veranstaltung soll live im Internet übertragen werden. Das Weiße Haus teilte mit, mit dem Gipfel solle ein Forum von 17 wichtigen Volkswirtschaften wiederbelebt werden, die zusammen für rund 80 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich seien. Außerdem sind Staats- und Regierungschefs eingeladen, die sich besonders beim Klimaschutz engagierten oder deren Länder besonders vom Klimawandel betroffen seien. Selbstverständlich darf auch das größte Land der Welt – Russland – nicht fehlen. Bleibt zu hoffen, dass die US-Führung ihre Kriege zum kolonialistischen Hegemonie-Erhalt endlich einstellt und auf allen Linien mit dem Rest der Welt kooperiert anstatt Gewalt, Elend, Umweltzerstörung und Tod provoziert. Vor allem Russlands Hand ist nach wie vor ausgestreckt.

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