„Warum Putin diesmal recht hat“, postet Journalist und Autor Jürgen Todenhöfer via Facebook: „Die NATO-Expansion bis vor Russlands Haustür gefährdet den Weltfrieden!“ Er schreibt: „Die USA spielen ein gefährliches Spiel, wenn sie weiter versuchen, die früheren Sowjetrepubliken Ukraine und Georgien in die NATO aufzunehmen. Die NATO unter Führung der USA stünde dann mit ihren Truppen direkt an den Grenzen Russlands. Jede Weltmacht würde das als feindseligen Akt auffassen. Dass Russland auf die NATO-Osterweiterung eines Tages mit einer militärischen Gegendrohung reagieren würde, kann niemanden wirklich überraschen.“

Von Jürgen Todenhöfer (https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer)

„Die NATO-Osterweiterung bis vor Russlands Haustür wäre politisch-moralisch extrem unanständig, denn sie wurde nur möglich durch das großzügige Verhalten der russischen Führung (Gorbatschow, Anm.) in der Frage der deutschen Wiedervereinigung. Aber Anstand ist in der Politik ein seltenes Gut.“

So entstehen große Kriege!

„Die geplante NATO-Osterweiterung ist auch strategisch kurzsichtig. So entstehen große Kriege. Zu Recht nannte der große US-Historiker George F. Kennan die Entscheidung der USA, die NATO bis an die Grenzen Russlands zu erweitern, den ,verhängnisvollsten Fehler der amerikanischen Politik‘ der letzten 30 Jahre“, führt Todenhöfer aus. „Wer dauerhaften Frieden in Europa will, darf nicht versuchen, Russland in die Enge zu treiben. Das ist in der europäischen Geschichte immer wieder daneben gegangen. Siehe Napoleon und Hitler.“

Wer Frieden will, muss faire Partnerschaft zu Russland suchen!

„Mit dem Frieden spielt man nicht. Wer Frieden in Europa will, muss eine faire Partnerschaft zu Russland suchen. Und er sollte auf Abrüstungsverhandlungen statt auf Aufrüstung setzen. Da gäbe es viel zu tun. Der Militärhaushalt der NATO lag 2020 bei 1.028 Milliarden Dollar, der Russlands bei 62 Milliarden. Als erstes aber sollte die NATO auf eine Mitgliedschaft der früheren Sowjetrepubliken Ukraine und Georgien verzichten. Für diese Länder könnte ,bewaffnete Neutralität‘ mit defensiven westlichen Sicherheitsgarantien eine angemessene, friedenssichernde Lösung sein“, schreibt Todenhöfer. „Dass Biden und Putin heute (30.12.21, Anm.) telefonieren, ist uneingeschränkt zu begrüßen. Bisher sind die USA und die NATO leider immer nur als Kriegsmacht, nie als Friedensmacht aufgefallen. Es wird Zeit, dass sich das ändert. Sonst könnte Europa bald eine böse Überraschung erleben.“

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