Bregenz/Vorarlberg – Jede Entscheidung, die wir treffen, entscheidet über die Welt, in der wir leben. Alles ist daher Klimaschutz, so einfach ist es“, findet Hubert Rhomberg, Visionär, VN-Kommentator und mit seiner Rhomberg Gruppe Sponsor des heurigen Klimaschutzpreises der Vorarlberger Nachrichten. „Aber“, ergänzt er: „auch: so kompliziert.“ Denn das bedeute, dass alles, was wir tun – genauso wie alles, was wir lassen – Einfluss hat auf unser Klima. Direkt oder indirekt, früher oder später, sichtbar oder unsichtbar.“ Seine Meinung: „Eine große Verantwortung! Je eher wir uns ihr stellen, desto besser.“

(der Artikel ist am 24. März 2018 in der Extra-Ausgabe „VN-Klimaschutzpreis 2018“ der Vorarlberger Nachrichten erschienen)

Normalerweise, so Rhomberg, folge an dieser Stelle in der Regel die Mahnung, sich schon heute Gedanken darüber zu machen, wie die Welt in Zukunft aussehen wird, dass man Trends erkennen und Entwicklungen richtig einordnen muss. „Ich bin aber lieber aktiv: Warum denken wir nicht besser darüber nach, wie wir uns die Welt der Zukunft wünschen? Denn erst, wenn wir das wissen, können wir anfangen zu planen, wie wir dahin kommen.“ Und erst dann ergebe es auch Sinn, Trends und Entwicklungen mit einzubeziehen und zu überlegen, wie sie nutzbar gemacht werden können.

Seine Vision für den Bereich Bauen: „Es muss grüner, nachhaltiger, ressourceneffizienter werden.“ Und zwar nicht nur im und am einzelnen Gebäude, sondern in der gesamten Stadtentwicklung und Raumplanung. Dazu plädiert der Bauunternehmer dafür, in die sanfte Mobilität zu investieren und sich verstärkt der „urbanen Landwirtschaft“ widmen, also der Erzeugung von Lebensmitteln innerhalb von Stadtgrenzen. „Und wir sollten die Möglichkeiten des technischen Fortschritts, der Digitalisierung, auch für die Stadt- und Raumplanung nutzen.“

Um seinen Ansatz zu verdeutlichen, lädt der Bregenzer zu einem „geistigen Rundflug“ ein: „Werfen wir doch mal einen ‚Satellitenblick‘ auf Vorarlberg und sehen uns an, wieviel öffentlicher Raum allein im Rheintal für parkende Autos zubetoniert worden ist.“ Solche Betonwüsten sind für den Chef des international agierenden Bau- und Bahntechnikspezialisten nichts anderes als potenzielle Spazier- und Radwege, Begegnungszonen und Grünanlagen: „Was da an Lebensqualität entstehen könnte, wenn es die Stehzeuge – Fahrzeuge stimmt ja nicht, das ist ein beschönigender Ausdruck für Autos – nicht mehr gibt.“ Wenn man diesen Blick aus der Vogelperspektive dann noch mit Analysedaten unterfüttert, beispielsweise zu Verkehrsströmen, Bebauungszahlen oder Bewegungsprofilen, dann ergeben sich für Rhomberg ganz neue, spannende Erkenntnisse: „Die Technik dafür ist da, jetzt schon! Nutzen wir sie! So können wir zum einen dafür sorgen, dass weniger CO2 produziert wird, und zum anderen, dass die Treibhausgase, die sich nicht vermeiden lassen, gespeichert und so der Umwelt entzogen werden. Von beiden Entwicklungen profitieren unser Klima und damit auch wir.“

Info: www.rhomberg.com