Es sind unternehmerische Innovationen, die uns in Sachen Renaturierungsökologie regional, national und global weiterbringen. „Wir müssen unseren Fokus auf die Technologieoffenheit lenken“, sagte der noch vor Kurzem Staatssekretär für „Klima, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovationen und Technologie“, Magnus Brunner, heute Finanzminister. Für entscheidend hält er Wasserstoff und E-Fuels. „Wasserstoff leistet als Langzeitspeicher einen immensen Beitrag zur Energie- und Verkehrswende. Mit nachhaltigen Treibstoffen wie E-Fuels können wir den Verkehr dekarbonisieren und nachhaltige Antriebsformen fördern. Das ist der einzig sinnvolle Weg zur Klimaneutralität“, sagt Brunner im Dezember-Interview in der „Unternehmerin – für die Frau in der Wirtschaft“ (WKO).

Von Verena Daum (Autorin/Journalistin, freie Fachredakteurin für ökologisch-soziale Wirtschaftsthemen in den Vorarlberger Nachrichten, www.progression.at, www.garden-eden.org, Bücher „Dom Erwin“, „Verantwortungslos“, „Verbotene Frucht“)

Dass wir zeitgemäße bzw. zukunftsweisende Infrastrukturlösungen brauchen, betonte mein Kollege Johannes Huber (dieSubstanz.at) via TV-Diskussion und meinte zum Lobautunnel-Stopp von Ministerin Gewessler: „In der Schweiz wird der gesamte Güterverkehr unter die Erde verlegt – das ist einfach geil!“ Magnus Brunner erklärt in der „Unternehmerin“: „Wir unterstützen zum Beispiel die Herstellung von erneuerbarem Wasserstoff mit 500 Millionen Euro, damit sollen vor allem Elektrolyseanlagen errichtet werden. Bei nachhaltigen Treibstoffen forcieren wir in Österreich den Auf- und Ausbau von Pilotanlagen. Und mit unserem Luftfahrtforschungsprogramm ,Take OFF’ wollen wir klimaneutrales Fliegen mit Technologien aus Österreich ermöglichen. Ich bin überzeugt: Innovation ist der Schlüssel zum Erfolg.“

Vorarlberger Unternehmen sind top fürs Klima!

Vorarlberger Unternehmen haben diesbezüglich die Nase vorn: etwa im Heimtextilienbereich arbeitet der Inhaber der Mary Rose/Paptex Textilhandels GmbH, Stefan Grabher, an seiner ganzheitlichen Unternehmenstransformation nach dem Cradle to Radle-Prinzip – von Design über Rohstoffe, Soziales bis Endprodukt durchzertifiziert. Qualitativ hochwertige und kompostierbare Textilien, auf denen Bäume wachsen können. Flexible Lösungen für die Industrie in Sachen umweltneutrale Reststoffverwertung und saubere Energiegewinnung bietet der Bludenzer Anlagenbauer Ing. Hubert Bertsch (Bertsch.at). Global Player ALPLA baut weltweit Recyclinganlagen, um für Kreislaufwirtschaft „von Flasche zu Flasche“ zu sorgen.

Transformation zur Naturkreislaufwirtschaft

Ganz wesentlich im Natur- und Klimaschutz ist die Baubranche. DI Hubert Rhomberg zeigt nicht nur mit seinem Life Cycle Tower aus Holz, was im Hochbau möglich ist, sondern plädiert für 100 Prozent Naturkreislauf vom Rohstoff bis zur Wiederverwertung in der gesamten Bautätigkeit. Herkömmlicher Asphalt besteht zu 95 Prozent aus Stein mit Sand und zu fünf Prozent aus Bitumen. Der klimaaktive Dornbirner Asphalt von Tobias Ilg (biomassewerk.at) bekommt zwei Prozent Kohlenstoff beigemengt. Die Kohle hat fast die ganze positive CO²-Bilanz des Baumes noch in sich gespeichert. Und damit wird der Asphalt nach Angaben der Entwickler klimapositiv: Er speichert also mehr CO², als bei der Erzeugung verbraucht wurde. Für Ilg ein Modell der Zukunft, das es gilt, auf die Straße zu bringen. Der Europäische Pflanzenkohleverband sieht einen großen Markt: Wenn sich dieser Belag in ganz Europa durchsetzen würde, wären damit zehn Prozent der gesamten Schadstoffemissionen Deutschlands einsparbar, lautet die derzeitige Berechnung.