BREGENZ Innovative landwirtschaftliche Projekte für regionale Selbstversorgung und Wertschöpfung sind gefragt. Das Land Vorarlberg verfügt mit der Landwirtschaftsstrategie „Landwirt.schafft.Leben“ über ein zukunftsfähiges Programm mit klaren Handlungsfeldern und Maßnahmen, welche sich an den aktuellen Herausforderungen orientieren und dem Arbeitsplatz und Familienunternehmen Bauernhof, aber auch der Vielfalt unserer Kulturlandschaft eine enkeltaugliche Perspektive geben. Es geht um Produktion, Vermarktung, Dialog, Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Digitalisierung.

Die Vielfalt der Vorarlberger Landwirtschaft kommt neben den unterschiedlichen Ausprägungen der Grünland- und Viehwirtschaft auch in der Produktvielfalt wie bei Obst, Gemüse, Getreide und Sonderkulturen zum Ausdruck. Inzwischen hat sich die Anbaufläche von Mais seit 2012 um rund 8 % verringert. Gleichzeitig haben die Anbauflächen von Dinkel um 136 %, von Gemüse um 42% und von Kartoffeln um 29 % zugenommen. In einer aktuellen Studie des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) wird der Naturschutzanteil in für Vögel wichtigen Naturlandschaften untersucht und nicht nur hier kommt die Birdlife-Studie zum Schluss: „Herausragend ist Vorarlberg mit über 50 % Naturschutzflächen.“ Besonders erwähnenswert ist im Zusammenhang mit der Biodiversität, dass viele Moore in Vorarlberg liegen. Sie haben für den Klimaschutz als CO2-Speicher eine hohe Bedeutung. Ein weiterer CO2-Speicher ist der Humus in unseren Böden. Ein diesbezügliches Pilotprojekt wurde in Schnifis gestartet.

Regional einkaufen

Die landeseigene Initiative „Vorarlberg am Teller“ zielt darauf ab, den Einsatz regionaler Lebensmittel in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Pflegeheimen und Krankenhäusern zu erhöhen. Regionale Lebensmittel sind ressourcenschonend hergestellt, garantieren Frische und haben kurze Transportwege. Sie fördern somit das Tierwohl und schonen das Klima. Regionales Einkaufen ist somit Tierschutz und Klimaschutz zugleich. Der Griff zu regionalen bäuerlichen Produkten ist ein wichtiger Beitrag, zur Erhaltung lebendiger ländlicher Räume und kleinbäuerliche Strukturen, für nachhaltig gepflegte Kulturlandschaften und Alpen, für die Bewahrung von traditionell hergestellten Spezialitäten sowie für die Sicherung von Wertschätzung und Wertschöpfung für die Leistungen des Arbeitsplatzes und Familienunternehmens Bauernhof. „Jeder Einkaufszettel ist somit ein Stimmzettel, ob ich weiterhin eine funktionierende Landwirtschaft in Vorarlberg möchte oder nicht“, betont Landesrat Christian Gantner. Der regionale Einkauf trägt im Wesentlichen auch dazu bei, längere Transportwege hintanzuhalten, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und den„Cradle to Cradle“-Naturkreislauf ganzheitlich zu schließen. Erklärtes Ziel ist es, mit einer transparenten und klaren Lebensmittel- und Herkunftskennzeichnung dem Konsumenten die Möglichkeit zu geben, sich gezielt für oder gegen regional produzierte Lebensmittel zu entscheiden.

Info:

Unter dem Titel „Landwirt.schafft.Neues“ sind Landwirte dazu eingeladen, innovative landwirtschaftliche Projekte, die vorrangig auf regionale Wertschöpfung, Selbstversorgung sowie Nischenprodukte abzielen, voranzubringen. Um dies in eine breitere Öffentlichkeit zu bringen, werden seit diesem Jahr Innovationen aus dem landwirtschaftlichen Bereich landesseits unterstützt.