Bludenz/Vorarlberg – „Dazu braucht es allerdings entsprechende Ausbildung und Fachkräfte“, heißt es bei BERTSCHenergy. Derzeit wird das modernste und effizienteste 100-Megawatt-Biomassekraftwerk gebaut, das höchste Maßstäbe auch über die Grenzen Europas hinaus setzt. Mit herausragenden Innovationen in Sachen „schlüsselfertige Energieversorgung der Zukunft“, etwa der „Wirbelschichttechnologie“, ist BERTSCHenergy auf Europas Spitzenposition. „Vergleicht man ein Kraftwerk mit einem Auto, dann haben wir früher nur den Motor – eben den Kessel geliefert. Heute hingegen sind wir Komplettanbieter. Wir haben es verstanden, uns aus der Basiskompetenz des Kesselbauers hin zu einem Anbieter von schlüsselfertigen Kraftwerken zu entwickeln. Und da wir die Kraftwerke von Grund auf selbst planen und konstruieren, also kaum Kompetenzen zukaufen, sind wir in der Gesamtdarstellung, das heißt in Bezug auf unsere Kostenstruktur sehr schlank geblieben. Unsere  europäische Spitzenposition basiert genau auf diesem Wettbewerbsvorteil und natürlich auch auf der Wirbelschichttechnologie. Das ist eine Weiterentwicklung der ursprünglichen Rostfeuerung mit deutlichen Vorteilen hinsichtlich Effizienz und Emissionskontrolle“, erläutert BERTSCHenergy-CEO Mag. Gernot Kranabetter.

Von Verena Daum (der Artikel ist in der Extra-Ausgabe „VN-Klimaschutzpreis 2018“ der Vorarlberger Nachrichten am 24. März 2018 erschienen)

Schon 30 Biomasseheizwerke wurden von BERTSCHenergy in Europa gebaut und leisten bereits einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung der Pariser Klimaziele. Diese Anlagen sind mit einem Gesamtwirkungsgrad von über 90 Prozent die effizientesten und nachhaltigsten Energieproduzenten ohne Entstehung von zusätzlichem CO2 in der kombinierten Strom- und Dampferzeugung.

Fossile Brennstoffe unnötig

„Wir sind in Europa primär in jenen Ländern aktiv, die ihre politischen Entscheidungen hinsichtlich der erneuerbaren Energien gefällt haben und über entsprechende Programme verfügen“, führt Kranabetter aus. „Das hat natürlich auch mit Förderungen in Bezug auf die Investition oder die Einspeisetarife für den generierten Strom zu tun. Aber wenn heute zum Beispiel ein großes Sägewerk oder ein Spannplattenhersteller sein Biomassekraftwerk mit Produktionsabfällen speist und damit den Strom- und Dampfbedarf der Anlage deckt, dann ist das immer eine interessante Angelegenheit – mit oder ohne Förderungen. Denn neben den Entsorgungskosten für seine Produktionsabfälle erspart sich der Betreiber den Einsatz von fossilen Brennstoffen.“

 Vorteile für uns alle

Bezüglich Klima- und Naturschutz ist die Unternehmensphilosophie und -strategie eine klare: „Man muss verstehen, dass die Zersetzung von Biomasse, sei es durch die Verbrennung im Kraftwerk oder durch Verrottung, genau  jene Menge an CO2 freisetzt, die von der nächsten Biomassegeneration für ihr Wachstum benötigt wird – heißt daher klimaneutral bzw. gesunder Naturkreislauf“, betont Kranabetter. „Fossile Brennstoffe hingegen setzen CO2 frei, welches vor Jahrmillionen in Kohle oder Öl gebunden wurde. Heute geht es längst nicht mehr darum, wie viele Reserven an fossilen Brennstoffen es noch gibt, es geht allein darum, wie viele Emissionen davon unsere Atmosphäre noch aufnehmen kann. Mit jedem neuen Biomassekraftwerk verhindern wir das Äquivalent an fossilem Brennstoffeinsatz. In umweltpolitischer Hinsicht definieren sich die Vorteile daher für uns alle, nicht nur für den Betreiber eines Biomassekraftwerks. Als Komplettanbieter unterstreichen wir zudem die wirtschaftlichen Aspekte, das heißt der Kunde erhält sein Biomassekraftwerk aus einer Hand, wir liefern die gesamte Kompetenz inklusive der erforderlichen Gewährleistungen für die Funktion des Kraftwerks. Das fördert den Entscheidungsprozess in jedem Fall.“

 Arbeit und Standort

Neue zukunftstragende Technologien bedeuten auch neue hochwertige Arbeitsplätze: „Wir sind wie jedes andere Unternehmen dem Wettbewerb ausgesetzt. Als Konsequenz gilt es, unsere Kraftwerkstechnologie, aber auch die interne Organisation, ständig auf die höchste Effizienz zu trimmen. Was diesen Prozess am meisten erschwert, sind wohl die hochwertigen Arbeitsplätze selbst, das heißt, diese in Zeiten des Fachkräftemangels weitgehend besetzen zu können. Hier kommen gewaltige Herausforderungen auf uns zu“, sagt Kranabetter. Regional- und geopolitische Maßnahmen und Rahmenbedingungen sind dringend nötig, um die Energiewende voranzutreiben und zu fördern: „Die notwendigen geopolitischen Maßnahmen sind hinreichend bekannt, aber in der EU ist jeder einzelne Staat gefordert, seinen Beitrag in deren Umsetzung zu leisten, und das läuft in erstaunlich unterschiedlichen Geschwindigkeiten ab. Lassen wir es mal dahingestellt, ob regionalpolitische Kräfte die EU als Ganzes stärken oder schwächen. Aber wenn wir schon dabei sind: Eine gute Regierung sollte den Menschen und der Wirtschaft die besten Rahmenbedingungen bieten. Dazu gehören natürlich die Institutionen zur Ausbildung und somit Bereitstellung von Fachkräften“, betont der erfahrene Unternehmer. „Nicht, dass dies in Österreich schlecht geregelt wäre, aber es ist keinem geholfen, wenn sich auf ein Inserat für einen Diplom-Ingenieur kein Mensch meldet, während Hunderte Eventmanager nach Jobs suchen. Die freie Studienwahl in Ehren, aber etwas staatlich koordinierte Werbung und Motivation für jene Positionen, die tatsächlich benötigt werden, wäre kein Fehler. Die schrittweise Energiewende mag politisch entschieden sein, aber umsetzen müssen sie Ingenieure.“

ZITATE:

„Als Komplettanbieter bedarfsorientierter, flexibler und effizienter Biomasse-Wirbelschichtkraftwerke hat sich Bertsch Energy an Europas Spitze etabliert, ist top fit für die Ära der Erneuerbaren Energien und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Pariser Klimaziele“, Ing. Hubert Bertsch, CEO Bertsch Holding, www.bertsch.at (rechts im Bild)

„Mit jedem neuen Biomassekraftwerk verhindern wir das Äquivalent an fossilem Brennstoffeinsatz“, Mag. Gernot Kranabetter, CEO Bertsch Energy (links im Bild)

Ing. Hubert Bertsch, CEO Bertsch Holding, www.bertsch.at; Projektleitung Klimaschutzpreis Vorarlberger Nachrichten Verena Daum www.progression.at Garden Eden Organisation