„Russland war immer und ist auch heute bereit, einen ehrlichen Dialog mit Europa in Sachen Wirtschaftsbeziehungen zu führen, und wird sich darum bemühen“, betonte der russische Präsident Wladimir Putin im Rahmen des Weltwirtschaftsforums am 27. Jänner 2021: „Liebe funktioniert nicht einseitig – sie muss gegenseitig sein.“ Bezüglich technologischer Riesenkonzerne (wie Amazon & Co.; Anm.) müsse hinterfragt werden, inwieweit solches Monopol dem öffentlichen Interesse entspricht. Die Ära des Versuchs (des US-gesteuerten transatlantischen Westens; Anm.), eine unipolare Welt(Ordnung) aufzubauen, sei vorbei: „Real gesehen gibt es weltweit unterschiedliche Entwicklungszentren mit eigenen Modellen, politischen Systemen und sozialen Institutionen. Heute ist es extrem wichtig, Mechanismen für die Harmonisierung ihrer Interessen zu entwickeln.“ Bezüglich Weltwirtschaft „kann die Welt nicht den Weg gehen, eine Wirtschaft aufzubauen, die nur für eine Million Menschen funktioniert – es ist wichtig, sowohl eine Verringerung der sozialen Ungleichheiten innerhalb einzelner Länder als auch eine schrittweise Konvergenz des wirtschaftlichen Entwicklungsniveaus der verschiedenen Länder und Regionen des Planeten zu erreichen.“

Von Verena Daum (www.progression.at, www.garden-eden.org)

Die Welt befinde sich in einem Transformationsprozess, indem es überlebensnotwendig sei, das Gemeinsame vor das Trennende und Kooperation vor Konfrontation zu stellen, um die globalen Herausforderungen, die uns alle betreffen, positiv meistern zu können. Verstärkt durch Corona sind im vergangenen Jahr „weltweit rund 250 Millionen Arbeitsplätze verloren gegangen. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres belief sich der weltweite Verlust an Arbeitseinkommen auf 3,5 Billionen Dollar, und er wächst weiter. Für einen Aufschwung nach der Krise sind die derzeitigen makroökonomischen Stimulierungsmaßnahmen kaum geeignet“, führte Putin aus. „Die Pandemie hat die angestauten Widersprüche in der Welt verschärft. Heute kann man eine scharfe Polarisierung der öffentlichen Ansichten, das Anwachsen des Populismus, des Rechts- und Linksradikalismus, eine Verschärfung und Verschlimmerung innenpolitischer Prozesse, auch in führenden Ländern, beobachten.“

Am Abgrund durch Atomwaffen und Klimawandel

Der russische Präsident teilt offenbar die Meinung Noam Chomsky’s, dass Atomwaffen und der Klimawandel die größten Gefahren für die Menschheit sind – beides würde sie nicht überleben. Daher muss nachhaltig gegengesteuert werden – und zwar gemeinsam! „Einen heißen Krieg würde die Menschheit nicht überleben“, sagte Putin: „Die Verlängerung von Start 3 ist ein Schritt in die richtige Richtung, um einen globalen Konflikt zu vermeiden. Die Widersprüche der Welt sind jedoch ,verknäult‘, so dass sich die Situation unvorhersehbar und unkontrollierbar entwickeln kann. Wenn nichts unternommen wird, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass wir mit einem echten Zusammenbruch der Weltentwicklung konfrontiert werden, der mit einem Kampf aller gegen alle verbunden ist.“ Die weltweite Verarmung müsse gestoppt werden im Sinne des Gemeinwohls. Westliche Wirtschaftspolitik sei dafür völlig ungeeignet. Man brauche die Stärkung von Institutionen wie der UNO, Fairness, Verständnis und das Bemühen um Interessenausgleich. Gewaltsame äußere Einmischung in die Angelegenheiten souveräner Staaten ist ohne UN-Mandat völker- und menschenrechtswidrig.

EU-Politik bricht zugunsten transatlantischer Interessen mit Russlandsanktionen Völkerrecht

Frieden und Fortschritt erlangen wir durch freundschaftliche Zusammenarbeit mit Russland