BREGENZ – Vorarlberg steht in Punkto Klimaschutz durch nachhaltige Mobilität gut da. Das Ländle könnte aber besser dastehen – wenn es nach Hubert Rhomberg geht. Vier Bahn- und über 100 Buslinien bringen die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger verlässlich und pünktlich von A nach B. Der Radius-Fahrradwettbewerb motiviert zahlreiche Pendler zum Umstieg aufs Fahrrad. Privatwirtschaftliche Initiativen wie Caruso Carsharing bringen Bewegung in den motorisierten Individualverkehr. „Das Wachstum im Verkehr von jährlich drei Prozent wird sich mit den heute angewendeten Mitteln alleine nicht auffangen lassen“, warnt der Unternehmer und Visionär.

Er plädiert deshalb dafür, dass „alle Verantwortlichen – aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – jetzt nicht nachlassen und diese Entwicklung weiter vorantreiben.“ Einige Ideen hat er bereits: Großes Potenzial räumt er beispielsweise dem sogenannten „MaaS“-Ansatz ein. „MaaS“ steht für „Mobility as a Service“ und verfolgt das Ziel, den Transport mit eigenen Fahrzeugen durch ein auf den Kundenbedarf abgestimmtes Angebot verschiedener Mobilitätsdienste zu ersetzen. Dazu zählen neben den öffentlichen Personennahverkehrsmitteln wie Bus und Bahn auch Taxidienste, Shuttles, Rad- und Fußverkehr – und Carsharing! „Carsharing kann eine echte Trendwende in der Mobilität und Verkehrsentlastung in Vorarlberg bringen, vor allem mit der Unterstützung des Landes“, ist Rhomberg überzeugt. Denn inzwischen gebe es zahlreiche kluge Umsetzungsmöglichkeiten für das gemeinsame Nutzen von Autos – sei es durch kommerzielle Anbieter oder privates Carsharing.

Ringstraßenbahn Rheintal

„Der Nutzen für die Parkraumsituation, den Verkehr und die Umwelt ist immer immens“, so Rhomberg. „Wenn wir dann noch die Möglichkeiten der Digitalisierung mitdenken, spricht nichts mehr gegen eine optimale Auslastung von Carsharing-Fahrzeugen“, ist Rhomberg überzeugt. „So können sich beispielsweise Mitarbeitende von nahe beieinanderliegenden Firmen mit Hilfe einer App zu Fahrgemeinschaften zusammenschließen und die Touren flexibel und bequem planen. Auch Firmenfahrzeuge könnten so wesentlich besser ausgelastet werden. „Beim Anbieter Caruso Carsharing ist es zum Beispiel schon heute möglich, für meine Buchung eine Mitfahrgelegenheit anzugeben. Jeder User kann so bequem auf eine bereits gebuchte Tour mit aufspringen.“ Solche Apps machen die Carsharing-Angebote damit vorarlbergweit und auch im ländlichen Raum abseits des Rheintals attraktiv. Ein weiterer, wichtiger Bestandteil eines „MaaS“-Systems im Ländle ist für Rhomberg die Ringstraßenbahn: „So langsam gehen wirklich die Argumente gegen dieses Projekt aus.“ Die Ringstraßenbahn nehme viel Verkehr von der Straße und sei durch großteils eigene Trassen auch oft schneller. „Wenn ich den Ringstraßenbahn-Fahrplan mit weiteren Angeboten wie Ridesharing kombiniere, dann wird das ein Quantensprung für die nachhaltige Mobilität“, ist sich Rhomberg sicher.

www.rhomberg.com

Der Artikel ist am 23.3.2019 in der Extra-Ausgabe „Klimaschutzpreis 2020“ der Vorarlberger Nachrichten erschienen.