Projektmanagerin DI Mirabei Aberer und GF Manuel Kirisits von BIO AUSTRIA Vorarlberg erklären, wie es wirkt. Die Biolandwirtschaft hat ein hohes Potenzial, dem Klimawandel aktiv entgegenzuwirken. Vorsorgeprinzip und Kreislaufwirtschaft: Die Philosophie von BIO AUSTRIA – dem größten Bioverband Österreichs – fußt auf dem Vorsorgeprinzip. Das bedeutet, dass mögliche Belastungen und Gefahren für die Umwelt und Gesundheit bereits im Vorfeld vermieden oder weitestgehend verringert werden. Somit sind Technologien, welche schädlich oder nicht ausreichend untersucht worden sind, im Biolandbau nicht erlaubt. Umgelegt auf die „Klimathematik“ bedeutet das, dass „echte“ Klimaschutzmaßnahmen den derzeit stark propagierten Klimaanpassungsmaßnahmen vorzuziehen sind.

Die Biolandwirtschaft bietet in diesemBereich echte Antworten. „Im Mittelpunkt aller Maßnahmen steht der lebendige, gesunde Boden als Voraussetzung für gesunde Pflanzen, gesunde Tiere und damit auch für gesunde Lebensmittel. Wesentliches Prinzip des biologischen Landbaus ist das Wirtschaften in möglichst geschlossenen Kreisläufen“, betont Projektmanagerin DI Mirabei Aberer.

Unser tägliches Tun

Produzent(inn)en und Mitglieder von BIO AUSTRIA leisten durch ihr tägliches Tun einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Denn schon durch den bloßen Verzicht auf chemisch-synthetische Betriebs- und Düngemittel werden Treibhausgase eingespart. Wer als Konsument(in) auch beim Lebensmittel-Kauf zum Klimaschutz beitragen möchte, greift möglichst zu saisonalen heimischen Bio-Lebensmitteln, achtet auf möglichst wenig Lebensmittelverschwendung und genießt noch dazu Fleisch in Maßen, aber in höchster Bioqualität. „Der Verlust an Artenvielfalt schreitet voran und die Landwirtschaft als Mitverursacher ist in den letzten Jahren stark in den gesellschaftlichen Fokus gerückt. Auch wenn es im Selbstverständnis der Biobäuerinnen und Biobauern ist, auf die natürlichen Ressourcen zu achten und die biologische Betriebsweise beim Artenschutz vergleichsweise gut aussteigt, wurde das Thema Biodiversität auch imVerband BIO AUSTRIA breit diskutiert. Mit dem Beschluss bei der Delegiertenversammlung dieses Jahres wurde die Förderung der Biodiversität in der Produktionsrichtlinie von BIO AUSTRIA verankert. Ab 2022 gilt die neue Richtlinie und stärkt die Vorreiterrolle der Biolandwirtschaft auch in dieser Sache“, führt Mirabei Aberer aus.

Zurück zur Natur

„Künftig wird kein Weg an einer ökologische(re)n Landwirtschaft und Ernährung vorbeiführen. Die Biolandwirtschaft ist weit mehr als etwas Kosmetik im Bereich der Landwirtschaft – sie zeigt bereits heute vor, wie eine zukunftsfähige Nahrungsmittelproduktion unter Erhalt von Kultur- und Naturflächen aussehen kann. Hohe Lebensmittelqualität durch Biokontrollsysteme, gentechnikfreie Lebensmittelproduktion, artgerechte Tierhaltung und sauberes Trinkwasser sind nur ein paar der vielen positiven Aspekte der Biolandwirtschaft“, weiß BIO AUSTRIA Vorarlberg-GF Manuel Kirisits. Wie einst Arzt und Mikrobiologe Hans Peter Rusch sagte: „Wir Menschen können nie gesünder sein als die Kulturpflanzen und Tiere, von denen wir unsere Nahrung beziehen.“ Fakt ist: Ist die Umwelt nicht gesund, betrifft das jeden von uns. Werden hingegen Bedingungen geschaffen, die im Einklang mit der Natur stehen und unseren gesellschaftlichen und gesundheitlichen Anforderungen gerecht werden, so profitieren wir alle davon – unser Klima, die Tiere und letztendlich auch wir Menschen.

Infos: www.bio-austria.at