Zum Fest der Liebe und des Friedens mein Vorwort aus „Verbotene Frucht – unser innerer Kampf zwischen materieller Gier und universaler Liebe“: Wie unser Garten Eden (neu) entstehen kann und was Geopolitik, Sinnlichkeit und Spiritualität damit zu tun haben. Der Zustand einer Gesellschaft offenbart sich darin, wie sie mit ihren Schutzbefohlenen, ihren Kindern, ihren Tieren als fühlende Wesen und der Natur – ihrer Lebensgrundlage – umgeht. Bei ganz nüchterner Betrachtung unseres Planeten läuft einem eiskalter Schauer über den Rücken. Krieg und Verwüstung. Vermüllte Ozeane. Verpestete Luft. Verseuchtes Grundwasser. Rodung der Regenwälder. Gift-Cocktail vom profitgeilen Agrarchemie-Kartell – ein tödlicher Mix aus Round-up, Glyphosat, Wachstumshormonen, Antibiotika und furchtbarem Tierleid in der Nahrungskette. Im Sekundentakt verhungern Kinder qualvoll. »Jedes Kind, das heute an Hunger stirbt, ist ermordet worden«, poltert mein geschätzter Freund und Autorenkollege, der UN Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung Jean Ziegler, unermüdlich. Er klagt den strukturellen Massenmord des verbrecherischen Systems des Monopolkapitals – »einer Handvoll Leute, die in einem Bus Platz haben« – offen an. Ein System, das auf Gewalt und Ausbeutung basiert, ist ein System des Todes. Das ist auch der Grund, warum Imperien dem Untergang geweiht sind – tragischerweise vollzieht sich dieser langsam und daher immer in einem Meer von Leid und Blut. Die empathische Kultur des Miteinander und der Achtsamkeit hingegen, die ganz selbstverstänlich einhergeht mit einer irdischen Lebens- und Wirtschaftsweise im Einklang mit der universalen Natur und ihren Kreisläufen, hat Bestand und ist dem Leben zugewandt.

Von Verena Susanne Daum (Journalistin, Autorin, freie Fachredakteurin für ökologisch-soziale Wirtschaftsthemen der Vorarlberger Nachrichten, www.progression.at, www.garden-eden.org, Bücher „Dom Erwin“, „Verantwortungslos“, „Verbotene Frucht“)

Eine wahrlich biblische »Vertreibung aus dem Paradies« erleben wir gerade aktuell mit terroristischer Brachialgewalt. Laut Noam Chomsky (»Wer beherrscht die Welt? Die globalen Verwerfungen der amerikanischen Politik«) rast die vermeintliche »Krönung der Schöpfung« auf zwei Abgründe zu: auf die Umwelt-, Klima- und Nahrungsmittelkatastrophe und den finalen atomaren Krieg. Für Chomsky und Ziegler sind wir alle als aufgeklärte und aktive planetarische Zivilgesellschaft »Der schmale Grat der Hoffnung« (Jean Ziegler). In seinem Buch appelliert Jean an unser mutiges Denken, Reden und Handeln. Er zitiert Gandhi: »Erst ignorieren sie euch, dann verspotten sie euch, dann bekämpfen sie euch – dann gewinnt ihr!«

Aus der Lethargie erwachen und sich dem Leben zuwenden

In seiner TV-Doku »The Putin Interviews« nennt der Hollywood-Regisseur Oliver Stone (»The Untold History of the United States«) Wladimir Putin einen »real Son of Russia«, einen klugen, besonnenen und weitsichtigen Staatschef, dessen Sichtweise er der US-amerikanischen Bevölkerung näher bringen will, um das medial künstlich erschaffene Feindbild als solches zu entlarven. Was Garden Eden mit Geopolitik im Allgemeinen und mit dem russischen Präsidenten im Speziellen zu tun hat? Weder von der aggressiven NATO-Osterweiterung noch von illegalen Regime-Change-Wars und schon gar nicht von den völkerrechtswidrigen Wirtschaftssanktionen gegen sein Land ließ sich Putin provozieren. Er machte aus der Not eine Tugend, verbot kurzerhand Gift & Gene von Monsanto & Co. und startete eine groß angelegte Biolandwirtschaftsoffensive. Zum Beispiel bekommen alle Russen, die mit ihren Familien als Kleinbauern selbstbestimmt Land bestellen wollen, vom Staat kostenlos ein gutes Stück Boden, der bei natürlicher Bewirtschaftung ins Privateigentum übergeht. Sinnvolle neue Jobs, eigendynamisches Jungunternehmertum zur Ankurbelung der Wirtschaft, Selbstversorgung, Export gesunder Lebensmittel kurzum: qualitatives Wachstum, das sich rundum rechnet. Wir sehen ein sterbendes »Imperium der Schande« (Jean Ziegler), das transatlantische Kriegsbündnis, das sich in seinem Weltherrschaftswahn ein letztes Mal mit aller Gewalt aufbäumt und uns ins Verderben zu stürzen droht. »Hoffnung gibt es immer … so lange, bis sie (die Aggressoren, Anm.) uns alle auf dem Friedhof beerdigt haben«, antwortet Putin auf Oliver Stones Frage, ob das mit den US-russischen Beziehungen und der Verhinderung eines finalen Atomkrieges noch gut enden kann. »Wir stehen immer auf der Seite des Friedens«, bekräftigt Wladimir Putin angesichts eskalierender Terror-Kriege sein Motto »Kooperation statt Konfrontation« im Dialog mit allen Völkern und Ländern der Welt. So klingt auch sein spirituelles Verständnis. Zur innewohnenden Herzensweisheit, Liebesenergie oder Erleuchtung – wie immer wir das »Göttliche« nennen wollen – erklärt Wladimir Putin Oliver Stone und dessen TV-Publikum seine Sicht dazu: »Nur Gott kennt unser Schicksal – Ihres und meins. Eines Tages wird es jeden von uns ereilen. Die Frage ist, was wir bis dahin in dieser vergänglichen Welt vollbracht haben, ob wir damit glücklich waren.«

Samen der Freiheit und die Frucht der Erkenntnis

»Spirit World is Life, it’s everything«, riefen uns die beiden verstorbenen Lakota-Menschenrechts- und Naturschutz-Aktivisten Floyd »Red Crow« Westerman und Russell Means in Erinnerung. Zum Ende der Menschheit und zur Zerstörung des Planeten meinten sie knapp: »Not afraid – it’s Evolution. Humans forgot how to live in spiritual Harmonie with nature on mother Earth.« Floyd bezog sich auf eine Hopi-Prophezeiung in Bezug auf den plündernden und massenmordenden Kolonialismus und Imperialismus: »We were told, that we’ll see America come and go. America is already dieing from within.« Russell sah das gelebte Matriarchat seiner Vorfahren als die friedvolle und empathische Form des Zusammenlebens im Einklang mit der Natur. Er betonte, es gehe dabei nicht um die Vorherrschaft der Frau, sondern Matriarchat bedeutet harmonische Ausgeglichenheit des weiblichen und männlichen Prinzips. Die indische Physikerin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises Vandana Shiva (www.navdanya.org) beschreitet mit ihren Öko-Frauen den alternativen Weg, um die Verbrechen der Agrochemie-Multis zu beenden: »We are either going to have a future where Women lead the way to make peace with the Earth or we are not going to have a human future at all.« So singt der Native-American-Star Jana Mashonee hoffnungsvoll: »We stand strong together, we are all one Tribe, we are living in the enlightening time.« Der »March against Monsanto« wurde im Mai 2017 von Manu Chaos Friedenslied für die natürliche Arten- und Sortenvielfalt »Seeds of Freedom« begleitet, als Antwort auf Vandana Shivas Buch »Seeds of Suicide«, das den Massenselbstmord verzweifelter indischer Bauern beschreibt, die von Monsanto in Abhängigkeit und in den Ruin getrieben wurden.

Zivilcourage und das Ende der Angst

Für die exzessive Anbetung des Goldenen Kalbs bekommen wir die Rechnung. Nicht der gesunde Apfel ist die verbotene Frucht. Und nicht die sinnliche Weiblichkeit, die 1700 Jahre lang von bornierten Klerikern verteufelt wurde, ist die Verführung. Es ist die materielle Gier, der wir als Menschen widerstehen sollten. Sie ruft gefühllosen Egoismus und zerstörerische Grausamkeit in uns hervor. Sie tötet unsere Seele und die uns innewohnende Empathiefähigkeit. Gier vernichtet das Leben, die Liebe. Die Gier ist die Wurzel allen Übels. »Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber sie hat nicht genug für jedermanns Gier«, sagte Mahatma Gandhi und rief uns auf: »Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen möchtest.« In außerbiblischen Schriften, die Maria Magdalena zugeordnet werden, schrieb die gebildete und weise Frau auf Seite 8 (Nag Hammadi Schriften), was sie von Jesus auf spiritueller Ebene vernahm: »Das Haften an der Materie erzeugt eine Leidenschaft gegen die Natur – so entsteht im ganzen Leib Verwirrung, deshalb sage ich euch: Seid in Harmonie! Wenn ihr verwirrt seid, lasst euch von den Bildern eurer wahren Natur (vom eigenen ›erleuchteten‹ Geist, Anm.) leiten … denn im Inneren wohnt der Menschensohn. Folgt ihm nach. Wer ihn sucht, der wird ihn finden.« Jesus achtete im irdischen Leben die Zehn Gebote (die Menschenrechte) als moralische Werte und predigte die Empathie, die Nächstenliebe. »Was du nicht willst, dass man dir antut, das füge auch keinem anderen zu.« In Liebe die Spirale der Gewalt durchbrechen: »Wenn dir jemand auf die rechte Wange schlägt, biete ihm auch deine linke dar.« Und nicht von Angst die Seele zerstören lassen: »Fürchtet euch nicht!« Die eigene Herzensweisheit gibt Antwort auf alle Fragen. Mein lieber Freund Alt-Bischof Erwin Kräutler am Xingu in Brasilien gab mir zu Weihnachten 2005 (»Dom Erwin« 2006) mit auf den Weg: »Immer wenn ich eine schwierige Entscheidung treffen musste, habe ich mich gefragt, was hätte jetzt Jesus an meiner Stelle getan. Ich bekam immer Antwort.«

Die positive Veränderung beginnt in uns

30 Jahre humanitäre Einsätze in Krisen-, Kriegs- und Katastrophengebieten dieser Welt und die »Bekenntnisse eines Economic Hit Man« (John Perkins) haben mir die Augen geöffnet. Aufgrund der widerlichen und brandgefährlichen medialen Kriegsrhetorik im Jahr 2014, hundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, und aufgrund des unerträglichen und völlig irren Russland-Bashings, verfasste ich mein Anti-Kriegs-Buch »Verantwortungslos – Zivilcourage für ein Ende des Kriegs gegen die Menschlichkeit«, das 2015 in deutscher und russischer Sprache erschien. Zum Jahreswechsel startete ich gemeinsam mit Gastautoren den freien geopolitischen Blog www.progression.at zu ethischer und ökologisch-sozialer Gesellschafts- und Wirtschaftsentwicklung. Am 7. April 2016 folgte mein Vortrag »Zivilcourage verändert die Welt«, der für meine Freunde und mich zur Initialzündung wurde, die Garden Eden Organisation zu entwickeln. Die Website www.garden-eden.org ist im Entstehen. Die Garden Eden Bewegung steht für blühendes Leben und Fruchtbarkeit zum Wohle aller. Gärten sind Erholungsoasen für Körper, Geist und Seele und pure Lebensfreude. Sie sind ertragreiche essbare Landschaften für Mensch und Tier und bedeuten sinnvolle Beschäftigung, die uns »erdet«. Leben und Wirtschaften in kleinen, regionalen und vertrauten Strukturen. Unseren Garten Eden erschaffen wir uns selbst – jeder bei sich beginnend – und am effektivsten alle gemeinsam. Global denken – regional handeln. Die rettende Ressourcen-, Energie- und Agrarwende wächst und gedeiht regional auf der ganzen Welt und wirkt dadurch auch im globalen Kontext.

Besinnung und wie wir unendliches Glück erfahren

Auf unserem Lebensweg wirft uns das Schicksal manchmal unbarmherzig auf uns selbst zurück – mit einem Schlag verschwinden alle bis dahin so vermeintlich wichtigen Äußerlichkeiten wie Geld, Besitz, Macht, Position und Ansehen, über die wir uns so gerne definieren. Wer sich dem nie stellen musste oder wollte, bekommt die Chance spätestens dann, wenn ihm die Stunde schlägt. Das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen. Was bleibt? Wer bin ich wirklich? So schmerzvoll »Schicksalsschläge« auch sein mögen, die Erfahrung daraus ist wertvoll. Auf der Suche nach unserem inneren Kind stellen wir uns der Angst und allen Gefühlen, den positiven und negativen. Ganzheitliches, universales Wissen – unsere innewohnende Herzensweisheit – offenbart sich. Gestärkt mit diesem Wissen wenden wir uns ganz von selbst angstfrei und couragiert positiver Entwicklung zu. Das Erkennen des Prinzips von Ursache und Wirkung und die positive Veränderung beginnt in uns selbst. Wir sehen, dass wir die Wahl haben, entweder in Dunkelheit und Angst zu verharren und der Verwüstung ihren Lauf zu lassen, oder uns stattdessen unserer Angst zu stellen und uns für geistiges Erwachen und befruchtendes Leben zu entscheiden. Die Sinnlichkeit ist die kraftvollste universale Lebens- und Schöpfungsenergie. So gelangen etwa Liebende in grenzen- und bedingungsloser sexueller Vereinigung zu unendlicher spiritueller Harmonie und höchster Freude. Unser wahres Wesen, unser »inneres Kind« ist reine Liebe – unsere Sehnsucht ist das Glücklichsein. Meine Inspiration und Kraftquelle für dieses sehr persönliche Buch »Verbotene Frucht« und mein damit verbundenes Herzensprojekt »Garden Eden Organisation« (www.garden-eden.org) ist meine Lebensliebe, die mich die Bedeutung des Paradieses nicht nur auf Erden, sondern auch auf spiritueller Ebene spüren, erfahren und begreifen lässt. Ihr ist dieses Buch gewidmet. Durch das Menschsein ist uns die Möglichkeit gegeben, reines Bewusstsein zu erlangen, unsere Mitte und innere Vollkommenheit zu suchen und zu finden – ein Herz und eine Seele zu sein. Im Garten Eden ist es in Wahrheit weder verboten, die natürlich gesunde und nährende Frucht wie den Apfel zu genießen, noch als liebende Wesen höchste Freude und universale Harmonie in sinnlicher Vereinigung zu erfahren. Das Ist Paradies!

»Imagine« – oder John Lennons Vorstellung des Garden Eden:

Imagine there‘s no countries

It isn‘t hard to do

Nothing to kill or die for

And no religion, too

Imagine all the people

Living life in peace

You may say I‘m a dreamer

But I‘m not the only one

I hope someday you will join us

And the world will be as one

Imagine no possessions

I wonder if you can

No need for greed or hunger

A brotherhood of man

Imagine all the people

Sharing all the world

You may say I‘m a dreamer

But I‘m not the only one

I hope someday you will join us

And the world will live as one