Washington, Brüssel, Berlin – Widerwärtig und unerträglich werden salbungsvoll die westlichen Sanktions-, Ressourcen-, Destabilisierungs-, Wirtschafts-, Medien- und Cyber-Kriege gepriesen von Präsidenten, KanzlerInnen, Friedensnobelpreisträgern nach dem Gusto des imperialen Monopolkapitals. Die Zehn Gebote als Basis der Menschenrechte an uns ALLE könnten – auf den heutigen Stand gebracht – etwa so ergänzt werden: du „sollst“ endlich aufwachen und der Realität ins Auge sehen, du „sollst“ gemeinsam mit deiner Global Family mutig und aktiv eine alternative, eine empathische und ökologisch-soziale Globalisierungsentwicklung in Gang bringen im Sinne von „think global – act local“, du „sollst“ eine „Lebens- und Wirtschaftsweise wählen, die kein Leid verursacht, sondern unsere Natur als Lebensgrundlage erhält und schützt, und die ALLEN Lebewesen nützt“, so wie das sinngemäß schon Siddharta Gautama (Buddha, der erleuchtete Geist), Jesus von Nazareth, Mahatma Gandhi, die Lakota-Aktivisten Russell Means und Floyd „Red Crow“ Westerman versucht haben, der Menschheit – der vermeintlichen „Krönung der Schöpfung“ – mit auf den Weg zu geben.

Von Verena Daum

Täglich wird mir spei übel, wenn dieser unerträglich hysterisch kriegstreibende Medienmüll über sämtliche Bildschirme flimmert, diese destruktive Brachialgewalt, diese verheerende Dummheit, diese vernichtende Hölle auf Erden. Meiner Gesundheit und meinem seelischen Wohlgefühl zuliebe, werde ich mich diesem mörderischen Wahnsinn NICHT hingeben und habe beschlossen, neben sachlicher Aufklärungsarbeit via Bücher, Blogs und Vorträgen – wie das auch meine geschätzten Kollegen Jean Ziegler, Erwin Kräutler, Daniele Ganser, Michael Lüders und viele andere tun – mit meinen vielen lieben Freunden und ALLEN, die mitmachen wollen, nach dem Vorbild der Native Americans, die im Einklang mit der Natur lebten, regional beginnend unsere „Garden Eden Organisation“ (info@garden-eden.org) zu entwickeln, eine Info- und Kommunikationsplattform mit praktischen Schau- und Schul-Modellen, die weltweit jeweils der Region angepasst, kleinstrukturiert im Ökokreislauf für gesunde Lebensmittel- und Existenzsicherheit steht.

Vandana Shiva „Seeds of Suicide“ mit Verena Daum „Verantwortungslos – Zivilcourage für ein Ende des Kriegs gegen die Menschlichkeit“, www.progression.at

Die Spirale der Gewalt durchbrechen

„Und wenn ein Mensch dich quält, verzeih’ ihm und versteh’ – es ist ihm selbst nicht wohl, sonst tät’ er dir nicht weh“, schrieb mir meine 2001 verstorbene Mama ins Poesie-Album als ich sechs Jahre alt war. Schon als Kind habe ich die Bedeutung dieses Satzes verinnerlicht und ich rufe ihn mir immer wieder ins Gedächtnis. Das Verzeihen, das Loslassen, ist die wohl schwierigste Herausforderung im irdisch-menschlichen Leben. Das Durchbrechen der Gewaltspirale. Selbstverständlich auch für mich. „Schlägt dir jemand auf die linke Wange, so biete ihm auch die rechte dar“ oder „was du nicht willst, dass man dir antut, das füge auch keinem anderen zu.“

Verena Daum (Garden Eden Organisation), Alt-Bischof Erwin Kräutler, Books: „Dom Erwin“, „Rot wie Blut die Blumen“, www.progression.at

Die verstorbenen Lakota-Menschenrechts- und Naturschutz-Aktivisten Russell Means und Floyd Westerman erinnerten die von vielen Forschern und Historikern als „Panne der Evolution“ bezeichnete Konsum- und Wegwerfgesellschaft daran, dass die vermeintliche „Krönung der Schöpfung“ verlernt hat, auf und mit Mutter Erde zu leben, dass sie nicht mehr wahrnimmt, dass sie Teil der Natur ist und die spirituelle Verbindung zu ihr verloren haben. „Ich habe keine Angst (vor dem irdischen Tod, Untergang der Menschheit, Zerstörung des Planeten, Anm.)“, sagte Westerman. „Die spirituelle Welt/Dimension ist ALLES, Erleuchtung, Liebesenergie – das LEBEN selbst.“

Wir können uns jeden Tag entscheiden

Richten wir unser Dasein nach materieller Gier aus (bedenke: das letzte Hemd hat keine Taschen) oder wollen wir in Liebe und Empathie glücklich sein und miteinander leben? Wir, die aktive Zivilgesellschaft, die ihren gesunden Menschenverstand einsetzt und auf ihre Herzensweisheit hört, ist für Jean Ziegler „der schmale Grat der Hoffnung“ und in der Lage, die Welt positiv zu „ändern“, Ziegler zitiert Gandhi: „Erst ignorieren sie euch, dann verspotten sie euch, dann bekämpfen sie euch – dann gewinnt ihr!“

Jean Ziegler mit Verena Daum, Bücher „Imperium der Schande“, „Wir lassen sie verhungern“, „Ändere die Welt“, aktuell „Der schmale Grat der Hoffnung“ (Jean Ziegler), „Verantwortungslos – Zivilcourage für ein Ende des Kriegs gegen die Menschlichkeit“ (Verena Daum)

Verena Daum und Michael Lüders, Bücher: „Verantwortungslos – Zivilcourage für ein Ende des Kriegs gegen die Menschlichkeit“ in Deutsch und Russisch (Verena Daum), „Wer den Wind sät – Was westliche Politik im Orient anrichtet“ (Michael Lüders), „Die den Sturm ernten – Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte“ (Michael Lüders)

Ich möchte euch hier unkommentiert den Artikel „Einheitsfront im deutschen Gottesstaat“ von Susan Bonath anhängen und ans Herz legen, der auf kenFM.de am 27. Mai 2017 veröffentlicht wurde:

Einheitsfront im deutschen Gottesstaat

von Susan Bonath

Evangelischer Kirchentag auf Seiten der Imperialisten: Militär, Staat und protestantische Kirchenführer verteidigen Hand in Hand die NATO-Kriege

Beim Evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg geht es so politisch wie militärisch zu. Unter dem Deckmantel der »frohen Botschaft« demonstrierte die Kirche vor allem ihre Einheit mit dem politischen Apparat und der Bundeswehr. Von der im Grundgesetz manifestierten »Trennung von Staat und Kirche« war ebenso wenig erkennbar wie vom christlichen Gebot »Du sollst nicht töten«. Gemeinsam rechtfertigten »Thron und Altar« die Kriegseinsätze der NATO.

Zum Auftakt des Kirchentages am Mittwochabend spielte die Big Band der Bundeswehr auf. Tags darauf verteidigte Ex-US-(Kriegs-)Präsident Barack Obama die Drohnenmorde im Zuge seines »War on Terror«. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) neben ihm trat vehement für Massenabschiebungen ins zerstörte, weiterhin kriegsgeschüttelte Afghanistan ein. Am Freitag hielt Militärbischof Sigurd Rink einen Gottesdienst vor ausgewählten Vertretern aus Politik, Bundeswehr und Kirche ab. Ganz vorne mit dabei waren Kriegsministerin Ursula von der Leyen, Innenminister Thomas de Maizière und der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Erstere gebärdete sich höchstselbst als Laienpredigerin vor der elitären Runde.

Das alles erscheint wie eine clevere Werbekampagne zum beiderseitigen Vorteil: Der deutschen Kirche entschwinden nicht nur die Akzeptanz, sondern immer mehr Beitragszahler. Eine Verflechtung mit dem Militär und damit dem Staatsapparat verschafft ihr politisches Gewicht und materielle Vorteile. Der Bundeswehr fehlt es zwar nicht an neofaschistischen Netzwerken in ihren eigenen Reihen, deren Auffliegen die Medien aktuell beklagen, aber an Rekruten und Offizieren. Je enger ihr Verbund mit der Kirche, hofft die Truppe vermutlich, desto mehr wachse ihr moralisches Ansehen in der »Mitte der Gesellschaft«.

Überraschend kommt die öffentlich demonstrierte Kollaboration nicht. Seit Jahrzehnten kümmern sich sowohl die evangelische als auch die Katholische Kirche Deutschlands um Soldaten. Beide betreiben insgesamt je rund 200 Militärpfarrämter in der Bundesrepublik. Die Katholiken sind zudem im Ausland militärseelsorgerisch aktiv, so in Italien, Belgien, Frankreich, Portugal, Spanien, der Türkei und den USA. Kirchenmänner begleiten Truppenteile außerdem zu Kriegseinsätzen. Zum Beispiel ist der evangelische Pfarrer Johannes Waedt in Mali mit dabei, wie der Deutschlandfunk im April berichtete.

»Die Kirche wirkt systemstabilisierend«, sagte der Hamburger Ex-Pastor Christian Arndt am 15. April in einem Interview mit der Tageszeitung »junge Welt«. Im vergangenen Jahr sei Militärbischof Rink etwa in einer Stellungnahme zum Weißbuch der Bundeswehr mit keinem Wort darauf eingegangen, »dass die Bundeswehr in Fortschreibung mit der Verteidigungspolitischen Richtlinien von 1992 zur Abschottung Europas gegen Flüchtlinge eingesetzt wird, zur Sicherung der Energie- und Rohstoffversorgung und der Absatzmärkte – kurz: zur Durchsetzung deutscher Kapitalinteressen«.

»Das, was allen christlichen Werten widerspricht, wird einfach akzeptiert«, mahnte Arndt. Darum sei die Kirche, auch wenn sie so anmute, keineswegs unpolitisch. Im Gegenteil: »Stellungnahmen des leitenden Kirchenpersonals unterscheiden sich oft nicht von denen der politischen Elite.« Die meisten evangelischen Pastoren fühlten sich dem Staatsinteresse verpflichtet, ist Christian Arndt überzeugt.

Dass dies schon lange Tradition ist, untermauerte der 73-jährige mit einem Zitat von Adolf Hitler: »Ob protestantischer Pastor oder katholischer Pfarrer, sie tragen beide gemeinsam im Kriege unendlich bei zum so langen Erhalt unserer Widerstandskraft.« Nach 1945 hätten beide Kirchen den neuen Aufbau Militärseelsorge verschwiegen. Führende Geistliche seien damals Parteigänger der Nazis gewesen, erklärte er. Nach Kriegsende hätten diese »ganz unverfroren in der evangelischen Kirche das Ruder übernommen«. »Aus der großen Menge nenne ich mal Hans Lilje, Otto Dibelius und Hermann Kunst«, personifizierte Arndt seine Vorwürfe. Bis heute würden jene jedoch als »bedeutende Persönlichkeiten des Protestantismus im 20. Jahrhundert« gefeiert. »Das kommt einer Verhöhnung der Opfer des Faschismus gleich«, kritisierte er.

Auch aktuell, betonte der Ex-Pastor, segne die Kirche alle deutschen Kriegseinsätze ab. Unter anderem zum Afghanistaneinsatz habe sie sich mehrfach fürsprechend positioniert, selbst nach dem Massaker bei Kundus. »Es fehlt der Kirche mehrheitlich an jedem Bewusstsein für die weltweit katastrophalen Auswirkungen des Neoliberalismus.« Denn alles werde dem Markt unterworfen, auch biblische Traditionen vom Widerstand gegen menschenverachtende Strukturen.