Dornbirn/Vorarlberg – Wie bringen wir digitale Abläufe, saubere Energie, sanfte Mobilität und Green City-Konzepte in Harmonie und auf den Weg? Warum nicht „verdichten“ und gegen unnötigen Flächenverbrauch in die Höhe bauen, mit Parkflächen unter die Erde und Natur in „essbare Orte“ und in die Städte zurückbringen? Wie etablieren wir Zukunftskonzepte? Darum geht es in der lösungsorientierten Klimaschutz-Diskussion am 11. April im LifeCycleTower in Dornbirn. „In Vorarlberg werden Nutzer der Öffis mit der VVV-Jahreskarte gefördert, Radler profitieren von attraktiven Angeboten und dem Radwege-Konzept“, sagt der Referent des Abends DI Hubert Rhomberg. „Für sanfte Mobilität ist aber viel mehr möglich – etwa die Ringstraßenbahn fürs untere Rheintal. Oder verdichtete Stadtzentren, in denen alle Einrichtungen des täglichen Bedarfs in Gehweite liegen und Autos überflüssig machen. Hier sind die Städteplaner und die Entwickler des ,Raumbilds 2030′ für Vorarlberg gefragt.“

Von Verena Daum (der Artikel ist im Rahmen des „VN-Klimaschutzpreises 2018“ am 7. April 2018 in den Vorarlberger Nachrichten erschienen)

„Mit moderner Technologie und den Daten, die wir heute schon haben, könnten wir eine ganz andere, sehr viel erfolgreichere Diskussion über die Zukunft unseres Landes bezüglich Raumplanung führen“, erklärt Hubert Rhomberg.

Technologie sinnvoll nützen

„Nehmen wir an, wir sehen uns eine Überblickskarte des unteren Rheintals an“, erläutert Rhomberg. „Und jetzt blenden wir die Gemeindegrenzen einfach mal aus. Es wäre spannend zu erheben, wie viele VorarlbergerInnen den Grenzverlauf zwischen den einzelnen Ortschaften dann noch nachzeichnen könnten. Denn in Wirklichkeit sind sie längst zur Stadt verschmolzen. Und jetzt lassen wir uns stattdessen die Positionen von Schulen und Kindergärten anzeigen. Oder die Verkehrsströme. Oder die Einkaufs- oder Siedlungszentren. Ein solcher Blick bringt völlig neue Erkenntnisse, eröffnet uns praktisch grenzenlose Möglichkeiten und damit eine ganz andere Ebene für Diskussionen über die Zukunft.“

Neue Garten-Städte entstehen

„Urban Agriculture hat das Potenzial, Natur in die Städte zurück zu bringen. Ortsbilder ohne Pflanzen? Nicht in Vorarlberg“, stellt Rhomberg fest und fragt: „Warum nutzen wir dieses Grün nicht direkt zur Lebensmittelerzeugung – und für einen umfassenden Klimaschutz? Wie etwa russische Stadtgärtner in ihren Datscha-Schrebergärten, die auf nur sechs Prozent der Agrarfläche des Riesenreichs satte 40 Prozent der Lebensmittel produzieren. Übelbach in der Steiermark hat mit Gemüsepflanzen begrünt und wurde zur ersten essbaren Gemeinde Österreichs. Die aktuell größte Vertical Farm steht in Singapur, wo sieben Prozent des konsumierten Blattgemüses im Fassadengarten auf 2500 Quadratmetern wächst und das Gebäude über 24 Stockwerke isoliert und kühlt.“ Was spricht also gegen „best practice“ in Vorarlberg?

INFO: VN-Klimaschutzvortrag und Podiumsdiskussion am 11. April ab 18 Uhr im LCT Dornbirn, Färbergasse. Freier Eintritt. Anmeldung erbeten unter vesna.sailer@russmedia.com, Tel. 05572 501-286.