Auch „grüner“ Wasserstoff wird wichtiger Baustein zur Erreichung der Klimaziele sein. In nur wenigen Jahren werden zwei Drittel der Menschheit in urbanen Räumen leben, in Mega-Cities, aber auch in urbanen Regionen wie Rheintal- und Walgau-City. Um Klimaneutralität und wieder mehr Lebensqualität für alle Lebewesen auf diesem Planeten zu erreichen, braucht es ganzheitliche Umsetzungen unserer zahlreichen Möglichkeiten zur Energie-, Ressourcen- und Agrarwende, unser aller Zusammenarbeit und ein gemeinsames Verständnis für die Wechselwirkungen in der Natur – unserer Lebensgrundlage. Was in einer Modellregion Vorarlberg für die Klimaneutralität 2050 notwendig ist, erläutert der technische Vorstand der illwerke vkw, DI Helmut Mennel im VN-Interview.

Von Verena Daum, www.progression.at (das Interview ist am 17.9.21 in der Extra-Ausgabe „Wertvoll – Öko-Initiativen …“ der „Vorarlberger Nachrichten“ erschienen)

Welche Energie-Kombination deckt 2050 hundert Prozent klimaneutral und ausreichend den Strombedarf für Ländle-City inklusive Exportmöglichkeit ab?

MENNEL Wenn wir die politischen Ziele der Energieautonomie bis ins Jahr 2050 erreichen wollen, müssen wir im Jahresschnitt gleich viel Energie aus heimischen erneuerbaren Energieträgern aufbringen wie gebraucht wird. In Vorarlberg werden der Ausbau der Wasserkraft und der Photovoltaik sowie der Umstieg auf hocheffiziente Energieanwendungen eine entscheidende Rolle dabei spielen.

Wie muss die Mobilität in Vorarlberg als internationale Modellregion 2050 aussehen?

MENNEL Um die Klimaziele und die CO2-Reduktionen erreichen zu können, wird es ganz entscheidend sein, wie wir unsere zukünftige Mobilität gestalten. Dabei geht es nicht nur um einen Technologiewechsel von fossil angetriebenen Fahrzeugen hin zu erneuerbar angetriebenen Fahrzeugen, sondern auch um den Mobilitätsmix, den wir täglich verwenden. Es wird zukünftig viele unterschiedliche Arten der Mobilität geben müssen, die eng vernetzt funktionieren – von e-Bikes, ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr) bis hin zu CarSharing.

Welche Rolle wird die „grüne“ Wasserstofftechnologie 2050 spielen?

MENNEL Das Thema Wasserstoff befindet sich aktuell noch in der Anfangsphase. Einige Pilotprojekte befinden sich in der Umsetzung. Eine Anwendung in mehreren Sektoren ist bis ins Jahr 2050 zu erwarten, hängt aber sehr stark von den Potenzialen ab, den grünen Wasserstoff in Europa produzieren zu können. Grüner Wasserstoff wird aus zusätzlichen erneuerbaren Energien wie Windkraft oder PV durch Elektrolyse gewonnen. Wir gehen davon aus, dass das Thema Wasserstoff zuerst in der Grundstoffindustrie und im Schwerverkehr zum Einsatz kommen wird. Wasserstoff wird jedenfalls ein zunehmend wichtiger Baustein zur Erreichung der Klimaziele sein.

Infos: www.illwerkevkw.at