Brüssel, Moskau – Entspannungspolitik ist das Gebot der Stunde. Schluss mit völker- und menschenrechtswidrigen Sanktionen gegen ein Land, von dem zu keiner Zeit Aggression ausging. Ganz im Gegenteil ist Putin-Russland seit fast 20 Jahren um einen prosperierenden eurasischen Wirtschaftsraum bemüht – in freundschaftlicher Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit allen Partnern. „Warum wir Frieden und Freundschaft mit Russland brauchen“, beschreiben sachlich und investigativ zahlreiche Autoren wie Mathias Bröckers, Gabriele Krone-Schmalz, Harald Kujat, Oskar Lafontaine, Konstantin Wecker, Willy Wimmer u.v.a. in Adelheid Bahrs Buch mit gleichlautendem Titel (Westend Verlag). Ihr Gatte Egon Bahr hatte in seinen letzten Lebensjahren den katastrophalen Umgang des Westens inklusive Deutschlands gegenüber dem großen Nachbarn im Osten scharf kritisiert. Laut einer umfangreichen Studie des forma-Instituts für Politik und Sozialforschung wollen 94 Prozent der Deutschen gute Beziehungen mit Russland. Die EU-Machthaber und die deutsche Regierung missachten den Willen der Bevölkerung und Unternehmer zur friedvollen Wirtschaftsentwicklung mit Russland sträflich und lassen die West-Ost-Konfrontation durch den Ukraine-Putsch gefährlich eskalieren.

Von Verena Daum

Dabei hatten Dialog und Entspannungspolitik zu Zeiten Willy Brandts und Egon Bahrs bereits partnerschaftliche Beziehungen mit Russland gesichert. Seit seiner Rede im Deutschen Bundestag im Jahr 2001 hat der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, seine kooperative Haltung zur gemeinsamen Entwicklung nicht geändert. Auf die aggressive NATO-Osterweiterung reagierte er stets besonnen, versucht, die Interessen seines Landes und der russischen Bevölkerung möglichst friedvoll zu wahren. Die Sanktionen werden als Chance auf Selbstversorgung gesehen mit dem Ziel, Exportweltmeister von landwirtschaftlichen Bioprodukten zu werden.

Die Weichen richtig stellen

Zahlreiche europäische Unternehmen blieben den Partnern in Russland gegenüber loyal – besonders in Zeiten „törichter“ Sanktionen, wie der russische Präsident zu sagen pflegt. Die in Russland tätigen Firmen bescheinigen ihren Partnern Handschlagqualität, so auch der österreichische Topunternehmer und Anlagenbauer Ing. Hubert Bertsch (www.bertsch.at), für den die Sanktionen „das Versagen der Politik, diplomatische Lösungen zu finden“, verdeutlichen. Als Vorarlberger Konsul der Russischen Föderation fördert und unterstützt der CEO der BERTSCHgroup aktiv die wirtschaftliche und gesellschaftliche Kooperation Österreichs und Russlands. Putins Bio-Agrarreform als eine Antwort auf die Sanktionen gegen sein Land kommt Hubert Bertsch entgegen, denn für das Ziel „Exportweltmeister für Bioprodukte“ zu werden, müssen auch Anlagen zur Verarbeitung von Milch- und Fleischprodukten aufgebaut werden, die sein Unternehmen anbietet. Aber nicht nur das. „Als Komplettanbieter effizienter Biomasse-Wirbelschichtkraftwerke, hat sich BERTSCHenergy an Europas Spitze etabliert, ist topfit für die Ära der erneuerbaren Energien und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Pariser Klimaziele“, betont Hubert Bertsch. „Ökotechnologie muss leistbar und effizient sein“, weiß der Experte und „sie muss sich heute beweisen, um morgen breite Anwendung zu finden.“ Bei der Herstellung von Bioethanol werden für die „Kraftstoffe der 2. Generation“ ausschließlich Pflanzenreste genutzt, die damit nicht mehr in direkter Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen. „BERTSCHenergy schließt diesen grünen Kreislauf im Herstellungsprozess auch dieser zukunftsweisenden Energiequellen durch die Bereitstellung der Produktionsenergien aus anfallenden biogenen Reststoffen“, erklärt Hubert Bertsch. Trotz bzw. wegen der Sanktionen stellt Putin-Russland die Weichen in die richtige Richtung und macht aus der Not eine Tugend – mit Erfolg.

Eurasien entwickelt sich

„Der Kampf um die ,Weltinsel’ – das aktuelle Russland-Bashing und die hysterische Putin-Phobie“ lautet der Titel des Beitrags von Mathias Bröckers (broeckers.com) im neu erschienenen Buch „Warum wir Frieden und Freundschaft mit Russland brauchen“, der einmal mehr klar macht, dass die auf Seeherrschaft beruhende britische Weltmacht gegen ein prosperierendes Eurasien mit dem rohstoffreichen Herz Russland gepaart mit deutschem Know-how chancenlos ist. Daher die globale Machtpolitik der Briten und Amerikaner. Daher Hitlers Finanzierung durch die Wall Street. Daher die NATO-Osterweiterung und der Ukraine-Putsch sowie die versuchte Verhinderung der Nord-Stream-Pipeline. Auf keinen Fall darf eurasischer Handel, Wandel und Frieden herrschen – „weil dies die transatlantische Dominanz bedroht“, führt Bröckers aus. Wir brauchen Frieden und Freundschaft mit Russland, „weil Frieden die Basis für alles Leben ist und weil es ohne oder gar gegen Russland keine verlässlichen Sicherheitsstrukturen geben wird und – Freundschaft heißt Vertrauen“, schreibt die Journalistin und Russlandkorrespondentin Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz: „Das Zusammenleben wird dadurch nicht nur leichter, sondern auch angenehmer. Eigentlich ganz einfach und logisch. (…) An allen Ecken und Enden brennt es: Syrien, Irak, Afghanistan, der Nahost-Konflikt, um nur einige Brandherde zu nennen. Terrorismus bestimmt auf zweifache Weise die Ausrichtung von Politik: im tatsächlichen Abwehrkampf und als willkommener Vorwand für politische Entscheidungen, die sich unter ,normalen’ Bedingungen kaum durchsetzen ließen.“

Geopolitische Interessen begreifen

„Die Weltwirtschaftsordnung verdient die Bezeichnung ,Ordnung’ nicht mehr. Zockerei und eine Mischung aus Perversion und Zynismus heben alles aus den Angeln“, führt Krone-Schmalz aus. „Börsen, die wie Kartenhäuser sind, und beim leichtesten Windzug zusammenstürzen, haben reale Wertschöpfung und Fakten abgelöst. Psychologie, zweifelhafte Rankings und Stimmungsmache entscheiden über die Existenz oder den Bankrott von Menschen, Firmen und zuweilen sogar von Staaten. (…) Dreh- und Angelpunkt von Politik sind Interessen. Im Laufe meiner beruflichen Tätigkeit habe ich eine gewisse Skepsis entwickelt, wenn als Triebfeder für weitreichende politische Entscheidungen die ganze Bandbreite humanitärer Beweggründe aufgezählt wird – Menschenrechte, Demokratie und Freiheit -, ohne den Begriff ,geopolitische Interessen’ auch nur ein einziges Mal zu erwähnen. Dadurch entsteht eine Schieflage mit katastrophalen Folgen. Die Welt wird unterteilt in Gut und Böse: Unsere Interessen sind legitim, die der anderen nicht. Hoch komplizierte, chaotische Situationen wie beispielsweise in Syrien werden auf diese Weise nicht begriffen, der Konflikt kann also auch nicht nachhaltig gelöst werden. Manchmal hilft ein Perspektivenwechsel, um zu verstehen – im Sinne von begreifen -, was die andere Seite antreibt. Im Erfahrungshintergrund russischer Menschen hat Stabilität eine besondere Bedeutung. Menschen im Westen rümpfen darüber oftmals die Nase, denn Stabilität ist für sie etwas Selbstverständliches. Die instabilen, chaotischen, geradezu lebensbedrohlichen Zustände unter Jelzin können sie sich kaum vorstellen. Wenn Russen in ihrer Mehrheit Stabilität und auskömmliches Leben zunächst einmal für wichtiger halten als zügige Demokratisierung, dann sollten Menschen in komfortabler ausgestatteten Gesellschaften das meiner Meinung nach respektieren. Russische Erfahrungen mit dem Fehlen von Stabilität und Staatlichkeit bilden zum Beispiel den Hintergrund zu geopolitischen Einschätzungen, die sich vom Westen unterscheiden. Mit der Ablösung von Basar al-Assad die Stabilität und Staatlichkeit Syriens zu riskieren, entspricht jedenfalls nicht russischer Politik. Nach den Erfahrungen in Libyen verdiente dieser Gedanke jenseits von unbestreitbar vorhandenen geostrategischen Interessen Russlands mehr Beachtung. Für mich gehört zur Friedensarbeit auch, sich selbst nicht als Nabel der Welt zu begreifen und zum Maßstab aller Dinge zu machen. (…) Deeskalieren, vermitteln, sich in die Lage anderer zu versetzen – das hat nichts mit Schwäche zu tun, sondern mit politischer Weitsicht, mit menschlicher Größe und mit den christlichen Werten, die so viele im Munde führen.“

Mut zum Interessenausgleich

„Wir (Deutschland, Anm.) haben es versäumt, einen Beitrag zum Bau des gemeinsamen Hauses Europa zu leisten, in dem auch Russland seinen angestammten Platz hat“, schreibt General a. D. der Luftwaffe Harald Kujat im Buch. „Die Chance für eine Friedensordnung von Vancouver bis Wladiwostok ist vertan, und der Wille zur Verständigung mit Russland ist ebenso verloren gegangen wie das gegenseitige Vertrauen und die Berechenbarkeit des politischen Handelns. Ein radikaler Neuanfang im Verhältnis des Westens zu Russland mit der festen Absicht, eine neue Phase der Entspannung einzuleiten, ist dringend geboten. Wie Willy Brandts und Egon Bahrs Ostpolitik der Sechzigerjahre muss die Wende zu einer konstruktiven, die internationale Stabilität und die Zusammenarbeit fördernde West-Ost-Politik Europas von Deutschland ausgehen. Vor allem muss das durch den andauernden Informationskrieg verloren gegangene Vertrauen wieder zurückgewonnen werden. Der Antagonismus von Provokation und Gegenprovokation, Verdächtigung und Beschuldigung, Drohung und Gegendrohung, von Sanktionen und Gegensanktionen muss beendet werden. Vertrauen entsteht aber nur durch gemeinsam gesuchte Wahrheit. Und es ist vor allem die Wahrheit, die in den letzten Jahren unter die Räder gekommen ist. Verantwortungsbewusste Politiker müssen daher im Sinne gemeinsam gesuchter Wahrheit und gemeinsam angewandter Vernunft neue Ansätze zu mehr Berechenbarkeit und Vorhersehbarkeit des politischen Handelns, zu Verständigung, Interessenausgleich und gegenseitigem Vertrauen suchen. (…) Mehr denn je ist der Mut gefordert, auf der Grundlage politischer und strategischer Interessen, wo immer notwendig und vertretbar, zu einem Ausgleich mit dem Ziel größerer internationaler Sicherheit und Stabilität bereit zu sein.“

Unerträgliche Verlogenheit

Um die Wirtschaft Europas und Deutschlands zu fördern, ist Russland der naheliegende Partner, schreibt Politiker Oskar Lafontaine (Die Linke) und zitiert Stratfor-Chef George Friedman, der ganz unverhohlen und öffentlich die NATO-Osterweiterung, die Destabilisierung der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland erklärte: „Es ist doch eine banale Erkenntnis, dass die USA ein Problem hätten, wenn deutsche Technologie und russische Rohstoffe zueinander fänden. Deshalb ist das Hauptziel der USA seit einem Jahrhundert, ein deutsch-russisches Bündnis zu verhindern. Natürlich wollen die USA einen Keil zwischen Deutschland und Russland treiben.“ Umso notwendiger ist es für eine selbstbewusste deutsche Politik, dem US-Fracking-Gas eine Absage zu erteilen und an der Nord Stream-Pipeline festzuhalten, den USA klar zu machen, dass ihren Wirtschaftsinteressen kein Vorrang mehr eingeräumt wird. Eine zunehmende Zusammenarbeit mit Russland schafft Arbeitsplätze in Europa und stabilisiert die Wirtschaft. Eine wachsende Wirtschaft ist zugleich auch die Voraussetzung für soziale und demokratische Verbesserungen in Russland. (…) Es ist in Zukunft erste Aufgabe der deutschen und europäischen Politik, wirtschaftliche Zusammenarbeit und Frieden mit Russland zu suchen.“ „Ich kann diese Verlogenheit nicht mehr ertragen“, schreibt der Liedermacher, Schriftsteller, Schauspieler und Komponist Konstantin Wecker. „Viele meiner Freunde sind bei ihren Versuchen, gegen die völkerrechtswidrigen Kriege der NATO und der USA zu demonstrieren, ähnlich martialisch verhaftet worden wie die Friedensfreunde in Russland. Das moralische Aufheulen unserer Politiker gegen Russland ist Heuchelei.“

„Putin-Versteher? Ja, gerne, das bin ich.“

„Ich empfinde Solidarität mit den Pazifisten in der Ukraine, in Russland, in den USA und in Europa. Solidarisch mit unseren politischen Führern kann ich nicht sein. Man schimpft mich ,Putin-Versteher’? Ja, gerne, das bin ich“, betont Konstantin Wecker. „Aber wer so gern mit Schimpfworten um sich schlägt, sollte sich halt auch in der Semantik etwas auskennen. Ein Versteher ist kein Liebhaber, kein Bewunderer, kein Fan, kein Verehrer. Es kann auch ein Volltrottel sein, den man versteht. Ein Versteher versucht zu verstehen. Nicht mehr, nicht weniger. Wie kann so ein Wort ein Schimpfwort werden? Ich bin genauso wenig ,Putin-Freund’, wie ich im Irak-Krieg ,Hussein-Freund’ war. Ich bin ein Freund des Friedens und ein Verfechter der Gewaltlosigkeit.“ Er habe noch nie eine Propagandaschlacht erlebt wie heute, betont Wecker. „Es erschreckt mich wenn ich sehe, wie manche Leitmedien mit zum Teil sehr klugen Leserkommentaren überschüttet werden und sich penetrant weigern, ihre Leser ernst zu nehmen.“ Es sehe so aus, als ob uns der gesunde Menschenverstand aberzogen werden soll. „Wie macht man ein friedliebendes Volk kriegslüstern? Durch Propaganda, durch Erfindungen, Lügen, durch die Erschaffung eines Feindes. Wenn es nun zum Krieg kommt, dann werden sich in erster Linie die Hersteller der Waffen freuen, die diese nun endlich ausprobieren, vernichten und neu produzieren können. (…) Wir alle müssen unseren Regierungen eindeutig klar machen, dass wir keinen Krieg wollen. Und wir sollten unsere Journalisten auffordern, nicht mehr so einseitig zu berichten.“

Entspannung mit Russland suchen

„Bei nüchterner Betrachtung haben wir mit der Osterweiterung der NATO in der Aufmarschqualität der Präsidenten Clinton, Bush und Obama das gesamte Potenzial aus der unmittelbaren Zeit nach Ende des Kalten Krieges zunichte gemacht, und zwar auf amerikanisches Betreiben hin und einer willenlosen deutschen Politik“, schreibt der ehemalige OSZE-Vizepräsident Willy Wimmer. „Was sollen wir mit den Russen als Entspannungspolitik verhandeln? Sie veranlassen, die Politik unseres Vertrags- und Vertrauensbruchs zu legitimieren? Die Konsequenzen aus Napoleon und Hitler östlich von Kursk zu akzeptieren? Uns etwa in die Tasche lügen, wie wir es seit dem völkerrechtswidrigen Krieg gegen Jugoslawien so meisterlich gelernt haben? Unsere westliche Politik wieder auf null setzen, den berühmten ,Reset’-Knopf drücken und dabei völlig außer Betracht lassen, dass Moskau sicherheitspolitische Fakten geschaffen hat? Ein Konzept erstellen, das uns erlaubt, eine Art von Rückzug anzutreten, bevor uns in der NATO unter Präsident Trump ganz andere Konsequenzen ins Haus stehen? Warum soll Moskau uns noch ein Wort glauben? Und dennoch müssen wir es versuchen und uns notfalls in der deutschen Geschichte Rat suchen, wenn man Egon Bahr und andere schon nicht fragen kann.“

Buchtipp: „Warum wir Frieden und Freundschaft mit Russland brauchen“ (Westend) herausgegeben von Adelheid Bahr mit Beiträgen von Gabriele Krone-Schmalz, Oskar Lafontaine, Mathias Bröckers, Konstantin Wecker, Harald Kujat, Willy Wimmer u.v.a.; Journalist/Author/Publisher Verena Susanne Daum, garden-eden.org, www.progression.at;

Vandana Shiva „Seeds of Suicide“ mit Verena Daum „Verantwortungslos – Zivilcourage für ein Ende des Kriegs gegen die Menschlichkeit“, www.progression.at

Verena Daum und Michael Lüders, Bücher: „Verantwortungslos – Zivilcourage für ein Ende des Kriegs gegen die Menschlichkeit“ in Deutsch und Russisch (Verena Daum), „Wer den Wind sät – Was westliche Politik im Orient anrichtet“ (Michael Lüders), „Die den Sturm ernten – Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte“ (Michael Lüders)

„Verantwortungslos – Zivilcourage für ein Ende des Kriegs gegen die Menschlichkeit“ (Bucher) von Journalist/Author/Publisher Verena Susanne Daum, garden-eden.org, www.progression.at; Konsul der Russischen Föderation in Vorarlberg BERTSCHgroup-CEO Ing. Hubert Bertsch, www.bertsch.at; Buchempfehlung: „Warum wir Frieden und Freundschaft mit Russland brauchen“ (Westend) von Adelheid Bahr mit Beiträgen von Gabriele Krone-Schmalz, Oskar Lafontaine, Mathias Bröckers, Konstantin Wecker, Harald Kujat, Willy Wimmer u.v.a.

Sanktionen treffen direkt das Volk

„Mit neuen Technologien Klimaziele erreichen“ will BERTSCHgroup-CEO Ing. Hubert Bertsch