Bregenz/Vorarlberg – „Die Zeit ist reif für die Umstellung auf Bioland! Mit der Ökoland-Strategie hat das Land Vorarlberg einen ersten Schritt hin zur nachhaltigen Sicherung der Landwirtschaft in Vorarlberg gemacht. Der heurige Sommer hat uns aber gelehrt: Das reicht nicht. Große Trockenheit, fehlende Niederschläge und Ernteausfälle als Folge des auch in Vorarlberg angekommenen Klimawandels fordern weitreichendere Maßnahmen“, macht Umwelt­landesrat Johannes Rauch klar.

Von Verena Daum (der Artikel ist am 22.9.2018 in der Extra Ausgabe der Vorarlberger Nachrichten „WERTVOLL – ökologische Initiativen für eine lebenswerte Zukunft“ erschienen)

„Überall in Europa hat sich gezeigt, dass biologisch wirtschaftende Betriebe deutlich besser mit den Folgen des Klimawandels klar kommen. Die Faustregel ,je intensiver die Bewirtschaftung, desto höher die Ausfälle‘ gilt auch hierzulande“, führt Johannes Rauch aus.

Großartige Chance 

„Bioland Vorarlberg wäre eine großartige Chance, eine Marke zu schaffen, die allen nützt: den Landwirten, um zu überleben und faire Preise für ihre Produkte zu bekommen; den Konsumenten, weil sie für ihr Geld die beste Qualität aus der Nähe bekommen; dem Tourismus, weil den Gästen ein einzigartiges Angebot an regionalen Produkten angeboten werden kann; der Natur, weil sie schonend und nachhaltig bewirtschaftet wird“, sagt Rauch. „Wir würden weniger Mais und Intensivgrünlandbewirtschaftung haben, dafür mehr Obst- und Gemüseanbau, aber auch Fleischproduktion. Artgerechte Tier­haltung und konsequenter Tierschutz sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Biolandwirtschaft ist gut fürs Klima: Durch kontinuierlichen ­Humusaufbau binden Bioacker­böden pro Jahr durchschnittlich 400 bis 450 Kilogramm Kohlendioxid (CO2) pro Hektar. Deutlich mehr als im konventionellen Ackerbau. Bei einer österreichweiten Umstellung aller Ackerflächen auf Bio-Landbau könnten infolge des Humusaufbaus jährlich 1,1 Millionen Tonnen CO2-eq der Atmosphäre entzogen und klima-unwirksam im Boden gespeichert werden. Biologische Wirtschaftsweise setzt weniger Treibhausgase frei: Allein in Österreich fallen durch die Herstellung von Stickstoffdüngern 907.123 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr an. Bei einem Umstieg der österreichischen Landwirtschaft auf 100 Prozent Biolandbau, der auf Stickstoffdünger verzichtet, könnte somit pro Jahr fast eine Million Tonnen CO2 eingespart werden. Die Zeit ist reif für die Umstellung. Vorarlberg könnte der Vorreiter sein: Bioland Vorarlberg ist mehr als eine Vision, es ist ,die‘ Chance für Vorarlberg!“