Geboren aus der Erde – über den Lebenszyklus – zurück zum Ursprung als Nähr-/Rohstoff. Ohne Übertreibung: Für unser Überleben muss sich ein zukünftig ethisches Wirtschaftssystem – eine „Cradle to Cradle“-Kreislaufwirtschaft, vor allem in der Nahrungsmittelproduktion, an die planetarischen Prozesse und die Naturkreisläufe halten.

Editorial by Verena Daum in der Extra-Ausgabe „Wertvoll – Öko-Initiativen für eine lebenswerte Zukunft“ der Vorarlberger Nachrichten (18.9.2020)

Eine tibetische Weisheit besagt: „Das Gelingen ist eine Frucht der vollkommenen Kenntnis deiner selbst und der Mechanismen der Welt.“ Der bengalische Philosoph Rabindranath Tagore zur Basiserkenntnis: „Wer Bäume setzt, obwohl er weiß, dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.“ Direkter sagte Mahatma Gandhi: „Die Welt hat genug für unsere Bedürfnisse, nicht aber für unsere Gier.“ Der ehemalige Präsident von Uruguay, José Mujica: „Der Wahnsinn unserer Gesellschaft ist die Vergeudung von Lebenszeit. Die Geld- und Besitzgier dient nur demKapitalismussystem und nicht dem menschlichen Glück.“ Die indische Physikerin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises Vandana Shiva (www.navdanya.org) beschreitet mit ihren Öko-Frauen im Agrarbereich den Weg „vomUrsprung zum Ursprung“ (C2C), um die Verbrechen der Chemie- und Agrarmultis zu beenden, mit den Worten: „We are either going to have a future where women lead the way to make peace with the earth or we are not going to have a human future at all.“ In vielen Regionen der Welt, auch bei uns, wächst das Bewusstsein für eine ganzheitlich nachhaltige Kreislaufwirtschaft mit viel Engagement in der Produktentwicklung nach dem Prinzip „von/aus der Erde ohne Negativimpact im Lebenszyklus zurück zum Ursprung als Nähr- oder Rohstoff – biologisch, technisch …“. In der Natur entsteht und vergeht alles in einem „gesunden Kreislauf des Lebens“, stiftet Nutzen und verursacht keinen Schaden. Als eine Menschheitsfamilie und Teil der Natur sollten wir eine funktionierende Kreislaufwirtschaft nach dem „Cradle to Cradle“-Prinzip zustande bringen: vom Designer über den Produzenten bis hin zum Konsumenten – jeder in seinem Wirkungsbereich.

Infos: VN-Extra „Wertvoll“ 18.9.2020, www.progression.at

Titelbild Extra-Ausgabe Vorarlberger Nachrichten „Wertvoll – Öko-Initiativen für eine lebenwerte Zukunft“, Titelbild Seite 1: Um die ganzen Errungenschaften auch wissenschaftlich zu belegen, hat die Mary Rose/Paptex Textilhandels GmbH ein Projekt zusammen mit der Universität Innsbruck zum Thema Kompostierung gestartet – im Bild Antonia Grabher mit Livia Hökl von der Uni Innsbruck; Verena Daum, Vorarlberger Nachrichten/www.progression.at

„Verbotene Frucht – unser innerer Kampf zwischen materieller Gier und universaler Liebe“ (Verena Susanne Daum, dzt. 2. Auflage) ist ein dreisprachiges (Deutsch, Englisch, Russisch) 232 Seiten starkes Sachbuch, das desaströse Wirtschaftsentwicklungen und den Kampf um Macht und Ressourcen aufzeigt – aber auch Handlungsfelder und Möglichkeiten für zukunftsfähige Lebens- und Verhaltensweisen im Sinne einer empathischen, ökologisch-sozialen Gesellschafts- und Weltwirtschaftsordnung. Mit Beiträgen und Stetements von u. a. Vandana Shiva, Jean Ziegler, Erwin Kräutler, Michael Lüders und Hubert Bertsch.