„Wir wollen gemeinsam klug gestaltete Maßnahmen pro-aktiver antreiben!“ Die ökologisch orientierte Unternehmerin (Buchdruckerei Lustenau) und IV-Vizepräsidentin in Vorarlberg, Christine Schwarz-Fuchs, will für eine lebenswerte Zukunft unserer Nachkommen gemeinsam erarbeitete ganzheitliche Konzepte umsetzen und konkrete Schritte setzen.

Das Interview ist am 21. September 2019 in der Extra-Ausgabe „Wertvoll“ der Vorarlberger Nachrichten erschienen

Wie lautet die visionäre Grundausrichtung des eigenen Unternehmens?

SCHWARZ-FUCHS Im Sinne unserer Kinder und Kindeskinder liegt uns die Umwelt sehr am Herzen, weshalb der Umweltschutzgedanke seit jeher ein zentraler Teil unserer Firmenphilosophie ist. Nur wenn wir Verantwortung übernehmen, können wir einen Beitrag zum Schutz unseres Planeten leisten. Aus diesem Grund setzen wir konsequent auf Umweltschutz und damit auf ökologische Innovationen und nachhaltiges Energiemanagement. Zahlreiche Zertifizierungen und Auszeichnungen bestätigen diesen Kurs. Wir garantieren klimaneutrales Drucken, sind unter anderem nach FSC sowie PEFC zertifiziert und haben unsere Produktion u. a. mittels Biofarben auf Pflanzenölbasis und umweltfreundlichem PUR-Leim auf Green Printing umgestellt.

Was will die IV-Vizepräsidentin für den Standort Vorarlberg im globalen Kontext im Sinne von Umwelt- und Klimaschutz sowie Erhaltung der Lebensgrundlage Natur verankern – Ökologie fruchtbar verbunden mit Forschung und Technik in Design-, Produktions- und Verwertungsprozessen?

SCHWARZ-FUCHS Für mich ist ganz wesentlich zu betonen, dass wir in der Industriellenvereinigung voll und ganz zum Klimaschutz stehen. Wir unterstützen bereits bisher klug gestaltete Maßnahmen und möchten diese zukünftig noch pro-aktiver antreiben. Dabei ist uns ein sachlicher Zugang und eine ehrliche Diskussion wichtig. In Vorarlberg können wir noch mehr für die Vermeidung des Klimawandels leisten – in den unterschiedlichen Branchen, jeder Betrieb für sich, durch neue Geschäftsmodelle, insgesamt durch ein klimafreundliches Mobilitätsverhalten, bei der Sanierung von Gebäuden und auch in unserem Konsumverhalten – das sind laufende Prozesse. Es gibt viele betriebliche Initiativen, die müssen wir noch viel transparenter machen. Ich halte auch das Projekt Energieautonomie 2050 für den richtigen Weg in Vorarlberg. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass es entscheidend sein wird, dass andere Länder auf der Welt noch einen sehr großen Aufholbedarf haben und es in unser aller Interesse ist, dass sie unsere Standards übernehmen.

Wie soll Bewusstseinsbildung bei der gesamten Bevölkerung erreicht werden, einerseits was die Industrie besonders in Sachen zukunftsweisende Ökologie leisten kann und leisten wird, und andererseits welche Rahmenbedingungen seitens der Politik dafür nötig sind – nicht zuletzt auf Druck aus der Bevölkerung?

SCHWARZ-FUCHS Ich möchte möglichst viele Unternehmen dazu motivieren, einen nachhaltigen Weg einzuschlagen bzw. laufend daran zu arbeiten, weitere Umweltschutzmaßnahmen umzusetzen. In meiner Funktion als Interessenvertreterin bin ich überzeugt, dass es nur gemeinsam geht. Die Politik sollte das Thema nicht nur parteipolitisch nutzen, sondern überparteiliches Interesse haben. Die Industrie bzw. die Wirtschaft als Gesamtes ist nicht Teil des Problems, sondern wesentlicher Teil der Lösung. Denn der entscheidende Hebel für die notwendigen Veränderungen sind mutige Vorreiter, Innovation und Technologie im Energie- und Klimabereich – und das geht nur gemeinsam, dafür setze ich mich ein.

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