Erwin Kräutler wurde am 12. Juli 1939 in Koblach geboren und trat in den Orden der Missionare vom Kostbaren Blut ein. Er studierte Theologie und Philosophie in Salzburg und ist seit seiner Priesterweihe 1965 in Brasilien. Seit 1981 ist er Bischof von Xingu und kämpft seither gewaltfrei aber mit allen rechtsstaatlichen Mitteln gegen Armut, Ausgrenzung, Unterdrückung, Gewalt und die Zerstörung der Natur. Neben Sozialprojekten wie dem „Haus für Mutter und Kind“ sowie seinem Engagement für Alphabetisierung, Schulung, Bildung und Ausbildung der Menschen am Xingu und Amazonas setzt er sich vor allem für die Rechte der Indios ein. Er hat Gefangennahme, Misshandlung und Mordanschläge hinter sich, erhält nach wie vor Drohungen und steht unter Polizeischutz. Kollegen und Freunde wie Schwester Dorothy und Bruder Mattle sind kaltblütig von Auftragsmördern erschossen worden.
Unsere gemeinsame Welt
Groß ist seine Freude über die Erfolge, die er für sein Bemühen verzeichnen kann, dass z. B. 1987/88 die indigenen Rechte in die Verfassung Brasiliens aufgenommen wurden. Oder, dass nun durch sein Zutun als Papst-Berater Amazonien in bedeutendem Ausmaß und mit großer Entschiedenheit in einem päpstlichen Schreiben, in der „Laudato si“ verankert ist. Wir alle sind verantwortlich für unsere gemeinsame Welt, die Natur, unsere Lebensgrundlage und die zukünftiger Generationen. Dom Erwin und auch der Papst sprechen nicht von einer anonymen Umwelt, sondern von unserer Mitwelt. Wir gehören alle zusammen, das besagt die Umwelt-Enzyklika. Papst Franziskus betont, dass Genesis 1,28 nicht bedeutet: „Macht euch die Erde untertan“ im Sinne von Dominanz und Ausbeutung. Es geht um das „Bebauen“, das „Hegen“ und „Pflegen“, vor allem auch im Hinblick auf zukünftige Generationen, sagt Bischof Erwin Kräutler immer wieder in Gesprächen.
In den Artikeln 38 und 146 der „Laudato si“ heben Bischof Erwin Kräutler und Papst Franziskus die Bedeutung der tropischen Regenwälder und die Rechte der indigenen Bevölkerung hervor sowie die Wichtigkeit, den Gemeinschaften der Ureinwohner mit ihren kulturellen Traditionen mit Aufmerksamkeit und Achtsamkeit zu begegnen. Sie müssen die wesentlichen Ansprechpartner sein, vor allem dann, wenn man mit Großprojekten in ihre Gebiete eindringt. LS 146: „… denn für sie ist das Land nicht nur Wirtschaftsgut, sondern eine Gabe Gottes und der Vorfahren, die in ihm ruhen; ein heiliger Raum, mit dem sie in Wechselbeziehung stehen müssen, um ihre Identität und ihre Werte zu garantieren. Wenn sie in ihren Territorien bleiben, dann sind gerade sie es, die am ehesten für sie sorgen. In verschiedenen Teilen der Welt stehen sie jedoch unter Druck, ihr Land für Bergbauprojekte bzw. land- und viehwirtschaftliche Zwecke zu verlassen, die den zersetzenden Folgen für Natur und Kultur keine Aufmerksamkeit schenken“.
Enteignung und Vertreibung stoppen
Dass indigene Völker ein Recht auf ihr angestammtes Gebiet haben, ist für Dom Erwin unbestritten. Das Problem sind internationale Abkommen, die Brasilien unterzeichnet hat, d. h. der Druck des Agrobusiness‘ multinationaler Konzerne und der Großgrundbesitzer. Gegen Enteignung, Vertreibung, Naturzerstörung und Verelendung wehren sich die Indios, unterstützt von Pro-Indio-Organisationen, mit allen gewaltfreien Mitteln. Bischof Erwin Kräutler legt Wert auf die Formulierung, dass „wir nicht für die Indios da sind, sondern wir sind mit ihnen“.
Drei Wochen lang begleitete das mit Bischof Kräutler befreundete Reporter-Duo Verena Daum-Kuzmanovic und ihr Mann Miro Kuzmanovic Dom Erwin entlang des Xingu und Amazonas zu seinen Menschen und brachte 2006 das gleichnamige Buch heraus („Dom Erwin“, ISBN 978-3-902525-28-2, BUCHER Verlag 2006). Im Bild: Bischof Erwin Kräutler mit der Journalistin und Autorin Verena Daum bei einer Präsentation der Bücher „Dom Erwin“ und „Rot wie Blut die Blumen“.
So können Sie helfen!
Spendenkonto: Bischof Erwin Kräutler, 24.21.501 BLZ 37429, Raiffeisenbank Koblach, IBAN: AT22 3742 9000 0242 1501, BIC: RVVGAT2B429, Vermerk: solidarisch teilen.
Via www.bischof-kraeutler.at (Vorarlberger Selbstbesteuerungsgruppe Bischof Kräutler) können Sie Bischof Erwin Kräutler ebenfalls unterstützen. Spendenkonto der Selbstbesteuerungsgruppe Bischof Kräutler, Dornbirner Sparkasse, BLZ 20602, Kontonummer 0001-150.630. Bei Auslandsüberweisungen bitte unbedingt die folgenden Codes verwenden: IBAN AT822060200001150630, BIC DOSPAT2DXXX