Bludenz/Vorarlberg – Es ist das Licht der Sonne, welches landwirtschaftliche Produkte zur Reife bringt. Fatal genug, wenn diese statt dem Zweck der Ernährung alleine der Energiegewinnung zugeführt werden. Man denke an den Begriff der „Energiepflanze“ als ein Synonym „für die Verschwendung gigantischer Ackerflächen zugunsten eines geförderten Stromtarifes – wenig nachhaltig und keinesfalls Zukunft bestimmend“, heißt es aus dem Bludenzer Topunternehmen.

Von Verena Daum (der Artikel ist am 16.11.2018 in der Extra-Ausgabe „So gestalten wir Zukunft – VN-Klimaschutzpreis 2018“ der Vorarlberger Nachrichten erschienen)

„Kraftstoffe der 2. Generation“ hingegen nutzen Pflanzenreste wie zum Beispiel Stroh, Holzabfälle etc. zur Ethanolherstellung und stehen somit nicht mehr in direkter Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. BERTSCHenergy hat sich erfolgreich in dieser neuen Industrie etabliert und setzt die thermische Verwertung von Pflanzen auch dort ins rechte Licht, wo vorher energiepolitische Schattenlandschaft war.

Zukunftstechnologien

In Rumänien wird nun die erste kommerzielle Großanlage mit einer jährlichen Produktionskapazität von 50.000 Tonnen Ethanol gebaut. Durch Nutzung nicht ausgelasteter Non-Food-Biomasse wird schwer zugänglicher Zucker in diesem Pflanzenmaterial fast vollständig in Ethanol umgewandelt. BERTSCHenergy wurde mit dem Bau des 65-MW-Biomassekraftwerks zur Versorgung der Ethanolproduktionsanlage mit Dampf und Strom beauftragt. Besonders erwähnenswert hierbei ist die Tatsache, dass „Lignin“ als Brennstoff für die Wirbelschichtfeuerung eingesetzt wird. Diese Lignine sind wesentlich für die Festigkeit pflanzlicher Gewebe, sie sind das „Skelett“ der Pflanze, sogenannte Biopolymere, die sich in der Zellwand befinden und in weiterer Folge die Verholzung der Zelle bewirken. Allerdings finden die Lignine keine Verwendung in der Ethanolerzeugung, sie sind damit ein biogener Reststoff bzw. Ausstoß im Produktionsprozess, der nun im BERTSCHenergy-Biomassekraftwerk thermisch verwertet wird.

Nichts bleibt ungenutzt

So entsteht im Gesamten betrachtet die denkbar effizienteste Nutzung von Pflanzen als Energieträger, d. h. Ethanolproduktion soweit möglich und Verwertung der Reststoffe im BERTSCHenergy-Kraftwerk zur Strom- und Dampferzeugung – auch dies CO2-neutral, wohlgemerkt. Nichts bleibt ungenutzt. Rumänien ist der ideale Standort für die Kombination Ethanolerzeugung/Biomassekraftwerk, da große Mengen an ungenutztem Weizenstroh anfallen. Um die internationalen Klimaschutzverpflichtungen zu erfüllen und den CO2-Ausstoß zu senken, hat die EU die bedeutende Rolle moderner Biokraftstoffe der 2. Generation erkannt. Sie sieht für alle EU-Mitgliedstaaten ein verpflichtend erweitertes Biokraftstoffbeimischungsmandat vor, das ab 2022 bei 0,2 Prozent liegt, bis 2025 auf 1 Prozent und bis 2030 auf 3,5 Prozent ansteigt. BERTSCHenergy schließt den grünen Kreislauf im Herstellungsprozess dieser zukunftsweisenden Energiequellen durch die Bereitstellung der Produktionsenergien aus den anfallenden biogenen Reststoffen.

„Mit neuen Technologien Klimaziele erreichen“ will BERTSCHgroup-CEO Ing. Hubert Bertsch

Auch in der Bioethanolherstellung „schließt BERTSCHenergy den grünen Kreislauf durch Bereitstellung von Produktionsenergien aus anfallenden biogenen Reststoffen“, sagt BERTSCHgroup CEO Ing. Hubert Bertsch, www.bertsch.at; by Verena Daum, Vorarlberger Nachrichten, www.progression.at