Bregenz/Vorarlberg – Diverse Irrwege auf dem Weg zum globalen Dorf sind uns längst bewusst. Wir wissen aber auch, dass wir gemeinsam aktiv Zukunft gestalten können. Der VN-Klimaschutzpreis 2018 holt vorbildliches Engagement sowie zukunftsfähige Innovationen vor den Vorhang. Denn in der Mitte des Gartens, des Paradieses, steht der Baum der Erkenntnis und wir haben täglich die Wahl, das Richtige oder das Falsche zu tun.

Von Verena Daum (Editorial in der Extra-Ausgabe „VN-Klimaschutzpreis 2018“ der Vorarlberger Nachrichten am 24. März 2018)

Im Rahmen des World Future Council in Bregenz machte die Physikerin und Systemkritikerin Vandana Shiva klar: „Making money without work“ verursacht die Vernichtung unserer Lebensgrundlage und folglich unsere eigene. „Die Herausforderung und Chance für uns als Akteure und Betroffene ist es, die uns beherrschende Dummheit und Gefühllosigkeit zu beenden. Denn, wie einst die Ost-Indien-Kompanie sind es heute die Chemie-, Pharma- und Saatgut-Multis, die totale Kontrolle über Handel und Wirtschaft anstreben und ausüben“, so die Trägerin des Alternativen Nobelpreises für Umweltschutz, biologische Vielfalt und Frauenrechte.

Oder wie es die Umweltsystemwissenschafterin an der ETH Zürich, Prof. Dr. Angelika Hilbeck, auf den Punkt brachte: „Wir können nicht vier Planeten verbrauchen und vergiften, wenn wir nur einen haben. Die planetarischen Prozesse, die Naturkreisläufe, geben den Rahmen vor. Nach deren Regeln muss sich ein ethisches Wirtschaftssystem vor allem in der Nahrungsmittelproduktion in Zukunft richten. Wir müssen uns schleunigst gemeinsam auf den Weg machen für eine gesamtgesellschaftliche Transformation, die Ökonomie, Ökologie und Soziologie in Einklang bringt. Wir brauchen einen Gesamtentwurf, wie das Lokale im globalen Kontext funktionieren kann, oder anders ausgedrückt: einen neuen Gesellschaftsvertrag.“