Mäder/Vorarlberg – Kinder begreifen das besser als viele „Erwachsene“, denn „sie haben großes Interesse an und eine Achtung vor der Natur“, weiß der Klimaforscher und Ozeanologe Prof. Rahmstorf. „Um das Pariser Klimaabkommen noch zu erreichen, müssen wir deutlich unter zwei Grad, nämlich bei 1,5 Grad, bei der globalen Erwärmung bleiben, bezieht sich der Ozeanologe auf den neuen IPCC-Bericht und erklärt, „diese Regel kann jeder zur Richtlinie seines Handelns machen“.

Von Verena Daum (der Artikel ist am 16.11.2018 in der Extra-Ausgabe „So gestalten wir Zukunft – VN-Klimaschutzpreis“ der Vorarlberger Nachrichten erschienen)

Besonders Kinder lieben die Natur, betont Rahmstorf: „Wenn sie älter werden, kann man helfen, dieses Bewusstsein allmählich zu erweitern, vom näheren Umfeld zu einem Verständnis, dass die Menschheit als große Familie auf einem begrenzten, fragilen Planeten lebt. Dessen Klimasystem und Biosphäre sind massiv unter Druck und müssen gehegt und gepflegt werden, denn dies sind lebensnotwendige Systeme für die Menschheit.“

„Uns selbst schützen“

Die Bezeichnung „Klimaschutz“ sei nicht ganz stimmig, erklärt die Juryvorsitzende Gabriele Greussing vom Klimabündnis. „Das Klima muss nicht geschützt werden. Schutz brauchen Hunderte Tier- und Pflanzenarten, die durch die Klimaerwärmung vom Aussterben bedroht sind. Schutz braucht der Mensch, dessen Überleben in seinen Lebensräumen langfristig gefährdet ist. Die Folgen des Klimawandels sind schon heute in den Ökosystemen weltweit, aber auch in Gesellschaft und Wirtschaft zu beobachten. Dürre breitet sich aus, Gletscher schmelzen, Meeresspiegel steigen, Extremwetterereignisse nehmen zu. Was eine Erwärmung wirklich für uns, auch hier in Vorarlberg, bedeutet, ist erst zu erahnen. Spürbar ist jetzt schon die Erwärmung, die Verlängerung der Vegetationsperiode, die Veränderungen der Niederschlagshäufigkeit usw. Wir alle sind gefordert, Anstrengungen gegen den Klimawandel zu unternehmen, auch wenn es angesichts der Größe der Herausforderung fast aussichtslos scheint.“

Engagierte Kinder

„Der VN-Klimaschutzpreis holt die Ideen und Initiativen vor den Vorhang. Als Juryvorsitzende bin ich beeindruckt von der Qualität der diesjährigen Einreichungen. In allen Kategorien wurden spannende Projekte vorgestellt. Das Engagement ist vielseitig und bunt. Die Entscheidungen in den einzelnen Kategorien sind uns nicht leicht gefallen“, freut sich Gabriele Greussing „Hervorheben möchte ich die Kategorie ,Schule und Jugend‘. Die Einreichungen zeigen auf, dass Kinder und Jugendliche bereit sind, sich für eine intakte Umwelt einzusetzen. Sie werden aktiv und handeln kompetent. Dabei müssen sie auch von uns mit unserem vorgelebten Beispiel unterstützt werden. Denn sie sind unsere Zukunft und gestalten diese.

„Auf unserem fragilen Planeten das lebensnotwendige Klimasystem zu pflegen ist Gebot der Stunde“, sagt Klimaforscher und Ozeanologe Prof. Stefan Rahmstorf, by Verena Daum Vorarlberger Nachrichten www.progressionat