Mäder/Vorarlberg – Engagierte Schüler, Unternehmer, Private, Gemeinden und Initiativen mit VN-Klimaschutzpreis ausgezeichnet. Stellvertretend für alle Einreicher wurden zahlreiche Preisträger im J.J.-Ender-Saal fürs Umwelt- und Klimaschutzengagement geehrt. „Obwohl wir den wärmsten und längsten Sommer in Europa seit Beginn der Aufzeichnungen hatten, das Golfsystem schwächelt, der Meeresspiegel steigt und Wetterextreme eskalieren, ist der Referent, der Klimaforscher und Ozeanologe Prof. Stefan Rahmstorf, der sich in seinem Vortrag „Nach Paris: Wie bekommen wir die Klimakrise noch in den Griff?“ zuversichtlich zeigte sicher, dass wir alle gemeinsam die überlebensnotwendige Ressourcen-, Energie- und Agrarwende und damit die Pariser Klimaziele schaffen können.

„Wie der aktuelle IPCC-Bericht zu 1,5 Grad eindrücklich zeigt, sind schon zwei Grad Erwärmung zu viel. Die Faustregel: Die weltweiten Treibhausgasemissionen müssen alle zehn Jahre halbiert werden, um die globale Erwärmung rechtzeitig zu stoppen. Diese Regel kann jeder zur Richtlinie seines Handelns machen.“

Uns selbst schützen

Wir müssen uns klar machen, dass „der Planet keine Menschheit braucht, aber die Menschen den Planeten“, brachte es VN-Klimaschutzpreis-Projektleiterin Verena Daum auf den Punkt: „Die Natur bahnt sich immer ihren Weg – mit oder ohne uns. Wir tun gut daran, zu begreifen, dass wir als Menschheitsfamilie planetarische Prozesse achten und im Einklang mit der Natur leben und wirtschaften müssen.“ Auf die Kostenwahrheit und dass nichts zu tun am teuersten kommt, spielte Umweltlandesrat Johannes Rauch an: „Die extreme Hitze des heurigen Sommers hat wieder deutlich gezeigt, dass Wetterextreme uns zu Klimaschutz und -anpassung auffordern: Dachbegrünungen und innerstädtische Gärten helfen etwa bei der Pufferung von Hitzeeffekten und Niederschlagsspitzen und speichern klimaschädliches CO2. Der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel und das Rad schont die Umwelt. Nicht zu handeln ist teuer: Der Klimawandel kostet Vorarlberg bereits jetzt jährlich rund fünf Millionen Euro.“

Naturbewusste Kinder

„Nach meiner Erfahrung haben Kinder großes Interesse an und Achtung vor der Natur“, weiß Prof. Rahmstorf. „Wir können ihr Bewusstsein schärfen zu einem Verständnis, dass die Menschheit als große Familie auf einem begrenzten, fragilen Planeten lebt. Dessen Klimasystem und Biosphäre sind massiv unter Druck und müssen gehegt und gepflegt werden, denn dies sind lebensnotwendige Systeme für die Menschheit.“ Zur Rettung der Ozeane machte Stefan Rahmstorf klar: „Der Eintrag von Schadstoffen in die Ozeane muss gestoppt werden, ebenso wie die Überfischung. Auch für Ozeane gilt, dass wir die globale Erwärmung so schnell wie möglich stoppen müssen. Der IPCC-Bericht zeigt ganz klar: stoppen wir die Erwärmung bei 1,5 Grad, können wir noch einen kleinen Teil der Korallenriffe retten, bei zwei Grad sind sie alle verloren. Und heute stehen wir schon bei 1,1 Grad Erwärmung!“, warnt Prof. Rahms­torf.

Der Artikel ist am 16.11.2018 in den Vorarlberger Nachrichten erschienen (Verena Daum, www.progression.at).

„Als Menschheitsfamilie handeln für die Ressourcen-, Energie- und Agrarwende“, by Verena Daum www.progression.at – VN-Klimaschutzpreis 2018: Alle Preisträger mit den Landesräten Christian Gantner und Johannes Rauch sowie VN-Klimaschutzpreis-Projektleiterin Verena Daum auf einen Blick.