Ganz persönlich: Am 9. Dezember 2021 hätte ich operiert werden sollen. Zur Freihaltung von Intensivbetten für Corona-Fälle wurde auch meine OP vorerst abgesagt. Eine neue Terminvereinbarung ist erst möglich, wenn in den Spitälern wieder Normalbetrieb herrscht. Es liegt mir fern, Menschen mit anderer Meinung oder mit nachvollziehbaren Ängsten missionieren zu wollen. Aber ich bitte als Mutter von drei kleinen Kindern ALLE Menschen mit Mitgefühl um Vernunft, Hausverstand und Solidarität, darum, sich sinnvolle, plausible und sachliche Argumente anzuhören, um diese für alle unerträgliche Corona-Situation zu beenden.

Von Verena Daum (Autorin/Journalistin, freie Fachredakteurin für ökologisch-soziale Wirtschaftsthemen in den Vorarlberger Nachrichten, www.progression.at, www.garden-eden.org, Bücher „Dom Erwin“, „Verantwortungslos“, „Verbotene Frucht“)

Meine Kinder haben weder Vater noch Großeltern. Wenn bei mir eine Operation ansteht, dann bedarf es einer guten Vorausplanung. Meine Schwägerin hat für diesen OP-Termin extra Urlaub genommen, um meine Kinder während meines Spitalsaufenthaltes betreuen zu können. Eine gute Freundin hätte die Katzen-Pflege übernommen. Abgesehen davon, dass ich mich vor dem Eingriff ohnehin fürchte, ist die mühsame Vorbereitung, das Getrenntsein von den Kindern und danach die schwierige Heilungsphase sehr nervenzehrend. Ich hatte mich nun darauf eingestellt und wollte die Sache nach dem Motto „Augen zu und durch“ hinter mich bringen. Jetzt wurden alle OP-Termine abgesagt.

Bei Skepsis sachlich informieren!

Ich war nie eine Impfgegnerin, aber aufgrund des Tempos, der Neuheit und daher Notzulassung des Corona-Impfstoffes durchaus skeptisch. Der Arzt meines Vertrauens, Primar a.D. Dr. Hans Concin, ist bestens und immer aktuell informiert und wenn ich Plus und Minus bezüglich Corona-Impfung gegenüberstelle, dann lasse ich mich impfen. Jetzt bin ich mit den Nerven am Ende, saß heulend im Spitalsgang als mein Bruder mich wieder abholte. Ich hatte auch meine Kinder, 3 und 1 Jahr(e) alt, seit ein paar Wochen darauf vorbereitet, dass die Mama ein paar Tage im Krankenhaus sein wird und Tante und Onkel auf sie aufpassen würden. Nun geht alles wieder von vorne los und womöglich in einer Zeit, in der ich wieder voll arbeiten muss, als Alleinverdienerin (EPU). Da die OP ausgefallen ist, habe ich mich mit meinen drei Kleinen ins Auto gesetzt, bin zum Impfzentrum gefahren und habe den dritten Stich geholt, den ich ursprünglich für Jänner terminisiert hatte. Ich danke allen von Herzen, die aktiv mithelfen, dieses Virus mitsamt Mutationen in die Schranken zu weisen, um wieder ein halbwegs normales Leben zu bekommen. Denn wir brauchen alle Kraft, um die Ökologisierung unserer Wirtschaft und unserer Lebensweise auf Schiene zu bringen.