BREGENZ Kreislaufwirtschaft ist in Vorarlberg wichtiges Thema, aber auch eine große Herausforderung. „Wo werden mineralische Rohstoffe gewonnen, wo Bauschutt und Aushubmaterial deponiert? Diese Fragen halten uns auf Landesebene, aber auch die Kommunen bis hin zu den Anrainern an betroffenen Zubringerstraßen auf Trab“, verweist Bernie Weber, Wirtschaftssprecher der Grünen, auf die Demo in Altach, die gezeigt hat, wie emotional dieses Thema in der Bevölkerung ist.

Ein Blick in die Nachbarschaft: In Zürich wurde bereits 2013 ein 14-stöckiges Bettenhaus des Stadtspitals mit Recyclingbeton errichtet.

Bauen mit Recyclingmaterial

2017 entstand ein neues Gebäude der Humboldt-Universität in Berlin Mitte – gebaut mit recyceltem Bauschutt. Bei uns im Land seien die Herstellung von Recyclingbeton, Aushubwasch- und Aushubwiederaufbereitungsanlagen oder Bauschuttrecycling vielfach noch nicht angekommen oder werden ignoriert. „Das muss sich ändern“, betont Weber. Auch in Vorarlberg gelte es, Rahmenbedingungen für den Einsatz von Sekundärrohstoffen – also Rohstoffe, die durch Recycling aus entsorgtem Material gewonnen werden – zu schaffen. Hier spielen Vorgaben und Anforderungen in öffentlichen Ausschreibungen eine große Rolle. „Wir haben nicht unendlich viel Sand, Kies oder Stein. Das heißt, wir müssen sorgsam mit den Rohstoffen umgehen und sie wiederverwerten, statt sie teuer zu entsorgen“, pocht Weber auf Recycling.