London, Washington, Paris, Damaskus, Moskau – Großbritannien, die USA und Frankreich bombardieren völker- und menschenrechtswidrig den gerade aufkeimenden und durch Russland ermöglichten Friedensprozess in Syrien und führen einen auf dreisten Lügen und Unterstellungen basierenden Blitzangriff mit 110 Marschflugkörpern auf das ohnehin verwüstete Land. Eine weitere Provokation gegenüber Moskau neben dem andauernden Medien-, Handels- und Sanktionskrieg. „Ein Verbrechen gegen die Welt und die Menschheit“, sagte Viktor Bondarew, Ausschussvorsitzender des russischen Föderationsrates für Verteidigung und Sicherheit. Das Fass zum Überlaufen bringen die heuchlerischen Aggressoren, indem sie sich auch noch „auf ihren moralischen Führungsanspruch in dieser Welt berufen und ihre Einzigartigkeit erklären“, betont die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. Die westlichen Giftgaslügen sind seit Jahren entlarvt und bekannt. Für den Irakkrieg benützte die transatlantische Kriegsallianz den US-Außenminister mit einem Glasfläschchen, heute gegen Syrien und Russland kommen ihre Propagandamedien mit der erwiesenermaßen unglaubwürdigen und von Geheimdiensten finanzierten Quelle, der als Hilfsorganisation getarnten „Weißhelme“ mitsamt der in London sitzenden One-Man-Show der „syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“, zum Einsatz.

Von Verena Daum

Der Syrienkrieg ist kein Bürgerkrieg, sondern einer der vielen forcierten Regime-Change-Wars des transatlantischen Hegemons. Warum sich das westliche Kriegsbündnis, das sich offensichtlich final zur Sicherung seiner hegemonialen Weltherrschaft noch einmal aufbäumt, so sehr auf Putin-Russland eingeschossen hat, liegt auf der Hand: Bei sachlicher Betrachtung von Putins Politik ist klar erkennbar, dass er nach dem hinterlassenen Jelzin-Chaos der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, der Russland wieder auf autarken Weg zu sich selbst und als das größte Land der Welt mit all seinen Möglichkeiten wieder ins globale Spiel gebracht hat. Seit seinem ersten Amtsantritt ist er außenpolitisch bemüht, ein fruchtbares Eurasien aufzubauen und ganz besonders Deutschland und Europa für eine gemeinsame und friedvolle Wirtschafts- und Gesellschaftsentwicklung die freundschaftliche Hand zu reichen. Die Antwort des Westens darauf war eine aggressive NATO-Osterweiterung, Putsche, bewaffnete Farbrevolutionen und Regime-Change-Kriege. Der Transatlantikpakt will seit jeher eine deutsch-russische Wirtschaftsmacht mit allen Mitteln und aller Gewalt verhindern.

Mit einem konstruierten Lügengebilde als Begründung, rief George W. Bush seinen „War against Terrorism“ gegen die „Achse des Bösen“ aus

Die US-Machthaber setzten sich damals, Großbritannien, die USA und Frankreich setzen sich heute über die UNO-Charta hinweg, brechen Völker- und Menschenrecht, warten die Untersuchungsergebnisse der unabhängigen Chemiewaffenbehörde vor Ort auf Einladung von Syrien und Russland nicht ab, um ihre inszenierte Medienpropaganda und ihre aktuellen Kriegslügen durch einen Blitzangriff zu verschleiern und wohl auch, um mit ihrem überschüssigen Kriegsmaterial die Raketenabwehrkraft des Gegners zu testen. Das ist seit über 100 Jahren, ganz besonders aber seit WW2 und dem Mauerfall, System, nachzulesen im Buch des Historikers und Friedensforschers Dr. Daniele Ganser „Illegale Kriege“. Untermauert werden diese Tatsachen auch vom Pentagon-Berater George Friedman (Pressekonferenz Chicago 2015), vom Dokumentarfilmer und Autor Oliver Stone oder von Prof. Noam Chomsky (MIT) im Buch „Wer beherrscht die Welt?“. Das für den gesunden Menschenverstand Offensichtliche betonen auch unermüdlich Nahostexperte und Buchautor Michael Lüders, der deutsche Wiedervereinigungspolitiker und ehemalige OSZE-Chef Willy Wimmer, die Investigativ-Journalistin Gabriele Krone-Schmalz oder der General a.D. Harald Kujat.

Russlands Angaben zu den Giftgasvorwürfen sind schlüssig, die unhaltbaren Unterstellungen der „Ankläger“ sind es nicht

Weder für Salisbury noch für Duma gibt es irgendwelche Beweise für eine Verwicklung oder gar Mitwisser- oder Täterschaft Russlands, ganz im Gegenteil führen alle Spuren, Motive und Indizien zurück zu den westlichen „Anklägern“. Der Schriftsteller und Buchautor Mathias Bröckers schrieb im Vorfeld dieses aktuellen menschenverachtenden Angriffs auf Syrien, am 3. April im Onlinemagazin Rubikon, dass es sich bei „Novichok“ keineswegs um Stoffe handelt, die – wie die Briten behaupten – “nur in Russland” hergestellt werden konnten, und dass die Amerikaner ebenso über das Knowhow dafür verfügten. Und mit diesen Anweisungen dafür sorgten, dass “Novichok” erst Ende 2016 von der OPWC gelistet wurde. Nachdem iranische Forscher die Stoffe hergestellt hatten, um Nachweismethoden dafür zu entwickeln, die sie dann der internationalen Kontrollbehörde zur Verfügung stellten. Warum ausgerechnet iranische Forscher das machten? Weil sie einen Angriff mit diesen neuartigen Stoffen befürchten mussten und wohl wussten, dass weiter daran geforscht wird, von den Amerikanern und auch von den Briten. Nur wenige Kilometer vom Tatort des Skripal-Anschlags entfernt, in Porton Down, der größten Chemiewaffenfabrik Europas, wo ein 70 Millionen schweres Gemeinschaftsprogramm für Bio- und Chemiewaffen mit dem Pentagon läuft. Wir erinnern uns an “Anthrax”, das Nervengift, das nach 9/11 an Journalisten und Politiker verschickt wurde, die für eine ordentliche Untersuchung der Anschläge eintraten – es wurde ohne einen Beweis Saddam Hussein und dem Irak in die Schuhe geschoben. Bis sich nach Jahren herausstellte, dass das Gift einem US-Militärlabor entschlüpft war. Wenn im Fall Skripal in ein paar Jahren Ähnliches herauskommt, sollte das niemanden überraschen.

Neocons regieren diese Show: ewiger Krieg für ewige Profite

Ron Paul war langjähriger US-Kongressabgeordneter und ehemaliger Präsidentschaftskandidat und ist Gründer des „Institute for Peace and Prosperity“. Er gab RT ein bemerkenswertes Interview, in dem er ausführte: „Motive für die Giftgas-Inszenierungen haben diejenigen, die wollen, dass Amerika in Syrien bleibt. Diese Leute glauben, dass sie mit ihren Lügen durchkommen werden. Die US-amerikanischen Mainstream-Medien scheinen auch keine Fakten zu brauchen, um die Behauptungen des Weißen Hauses zu untermauern. Immer wenn ein Verbrechen in diesem Land begangen wird, sagen die Medien, wenn sie sich nicht sicher sind, vorsichtig: ‚Angeblich…‘ – aber unter diesen Umständen im syrischen Kontext tun sie das nie, und dabei haben sie de facto überhaupt keine verifizierbaren Informationen.“ Assad oder gar Russland seien die Letzten, die er verdächtigt: „Ich sehe keinen Grund, warum Assad das tun würde, es gibt keinen Grund für Russland, das zu tun. Im Gegensatz zu Russland und Syrien haben jedoch die Kräfte, die die USA in Syrien halten wollen, ein klares Motiv. Diese ganze Idee, dass Assad plötzlich seine eigenen Leute vergast, ist totaler Unsinn. Hingegen haben die Neokonservativen die Agenda ,ewiger Krieg um ewiger Profite willen’ und den Komplex der Militärindustrie, der auch das Erdöl ins Spiel bringt.“ Mit Mike Pompeo als Außenminister und John Bolton als nationalen Sicherheitsberater regieren wieder uneingeschränkt die Neocons die Show. Bolton predigte schon damals den Angriffskrieg auf den Irak wie kein anderer.

Bewaffnung und Ausbildung von Terrormilizen sowie die Finanzierung der sogenannten „Weißhelme“ durch das transatlantische Kriegsbündnis wird medial nicht thematisiert

Genausowenig wie die Massaker und Gräueltaten dieser forcierten Terrormilizen an der Zivilbevölkerung, die als Geiseln, lebende Schutzschilde und Propagandamaterial missbraucht wird. Der syrisch-russische Weg zum diplomatischen Friedensdialog war durch die Befreiung Ost-Ghutas von illegalen terroristischen Einheiten, die von Saudi Arabien unterstützt werden, schon so gut wie geebnet, als erneut die Giftgaskeule mitsamt illegalem Bombardement ohne UNO-Mandat losgetreten wurde. Als „Operation unter falscher Flagge“ bezeichnete der russische Außenminister Sergej Lawrow die Giftgashetze gegen Syrien und Russland und stellt die sogenannten „Weißhelme“ in die Reihen westlicher Militärs und Geheimdienstler. Er zeigte zudem Zeugen, Mitarbeiter des örtlichen Krankenhauses, und Filmmaterial als Beleg für diese mediale Inszenierung. Tatsächlich werden die als Hilfsorganisation getarnten und bewaffneten Weißhelme sowie die Meldungen verbreitende Londoner One-Man-Show namens „syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ von US-Aid, Großbritannien, Frankreich, Holland, Dänemark und dem Auswärtigen Amt in Berlin bisher bereits mit 100 Millionen Dollar finanziert (siehe Video im Anhang). Der britische Ex-Offizier James Le Mesurier gründete 2013 die „Weißhelme“. 2016 wurde dem Vorsitzenden der „Weißhelme“, Raed Saleh, noch die Einreise in die USA verweigert, aber schon 2017 wurde er vom Time Magazin zu einer der 100 einflussreichsten Personen gewählt und durfte 2018 als Gast der Münchner Sicherheitskonferenz sprechen, wie die Korrespondentin Karin Leukefeld aus Beirut am 14. April im Rubikon-Magazin in ihrem Artikel „Der Krieg beginnt“ schreibt.

110 Schnellschuss-Raketen der westlichen Aggressoren gegen den eigenen Gesichtsverlust und zur Verschleierung ihrer wahren Motive

Kein einziger „syrischer Giftgaseinsatz“ wurde bis heute bewiesen. Von 2014 bis 2016 wurden die Chemiewaffenbestände Syriens unter internationaler Kontrolle, u.a. der USA, vernichtet. Die OPCW hatte diesen Abrüstungsprozess in Syrien überwacht und bestätigt. Trotzdem behauptet das israelische Militär weiterhin, dass Syrien noch über „tonnenweise Giftgas“ verfüge. Diese Anschuldigung – wie bereits jene vor dem Irakkrieg – stammt aus israelischen Geheimdienst- und Militärkreisen, die die westliche Kriegsallianz bei den Angriffen auf Syrien unterstützt. Die Terroristen in Ost-Ghuta sind von Saudi Arabien finanziert. Im Hinblick auf globale Friedenssicherung endlich den gesunden Menschenverstand einzusetzen und zur Vernunft und an den Verhandlungstisch zurückzukehren, fordern Russland, China, Bolivien und Politiker anderer Staaten. Etwas zaghaft auch die österreichischen wie Außenministerin Karin Kneissl, die sich als Vermittlerin anbietet. US-Außenminister James Mattis spricht nach dem Bombardement von einer „einmaligen Operation“ (mangels Beweisen) und konnte seinen großmauligen wie begriffsstutzigen Hüftschuss-Präsidenten zumindest diesmal von einer direkten militärischen Konfrontation mit Russland abhalten. Die europäischen Mainstream-Medien fahren ihren kriegerischen Ton langsam etwas zurück und veröffentlichen auch Umfragen, die deutlich aufzeigen, dass die sogenannten Volksvertreter mit ihrer Konfrontationspolitik am Friedenswillen der eigenen Bevölkerung und ihrer Realwirtschaft skrupellos vorbeiregieren.