… und zum Schutz unseres Planeten.“ Gelebte Achtsamkeit im Finanzsektor und das Erreichen der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Agenda 2030 werden von der Volksbank Vorarlberg großgeschrieben. Direktor Betr. oec. Gerhard Hamel erläutert im VN-Interview, wie das vonstatten geht.

Von Verena Daum, www.progression.at (das Interview ist am 17.9.21 in der Extra-Ausgabe „Wertvoll – Öko-Initiativen …“ der „Vorarlberger Nachrichten“ erschienen)

Wie wird innerbetrieblich klimafreundliche Achtsamkeit gelebt?

HAMEL Auch ein Finanzunternehmen kann innerbetrieblich viel zum Thema Nachhaltigkeit beitragen. Wir haben zum Beispiel unseren CO2-Fußabdruck innerhalb von fünf Jahren nahezu halbiert und decken heute unseren Stromverbrauch zu 100 % mit Öko-Strom. Im Jahr 2002 haben wir die erste unserer Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen. Es wären noch viele weitere Projekte aufzählbar.

Mit welchen „achtsamen“ Produkten können Kunden und Anleger Natur, Umwelt und Klima schützen?

HAMEL Für unsere Anlageexperten gehört Nachhaltigkeit zum täglichen Geschäft, denn bereits 2016 haben wir den achtsamen Investmentansatz über unsere gesamte Vermögensverwaltung implementiert. Auch mit der Unterzeichnung der Principles of Responsible Investment (PRI) der Vereinten Nationen haben wir als erste Bank Vorarlbergs ein klares Bekenntnis zur Nachhaltigkeit gezeigt. Von dieser jahrelangen, angewandten Fachkompetenz profitieren unsere Kundinnen und Kunden nachweislich und wir verzeichnen seit geraumer Zeit einen Paradigmenwechsel in der Veranlagung. Dabei schafft Nachhaltigkeit eine erhöhte Resilienz im Portfolio. Mit dem hauseigenen Aktienfonds „Premium Selection Equity“ bietet die Volksbank Vorarlberg ihren Kundinnen und Kunden ein eigenes nachhaltiges Produkt an, das im November 2020 erstmals mit dem FNG-Siegel (Forum Nachhaltige Geldanlage) für die Einhaltung von strengen Kriterien im Nachhaltigkeitsbereich ausgezeichnet wurde.

Was muss der Finanzsektor leisten für eine globale Renaturierungsökologie?

HAMEL Als erstes muss den Menschen bewusst werden, dass sie mit ihrer Geldanlage aktiv am Kapitalmarkt teilnehmen und dadurch die Gelder an die verschiedenen Unternehmen dieser Welt verteilen. Haben Sie sich schon mal die Frage gestellt, ob Sie in ein Kohlekraftwerk investieren wollen oder in Unternehmen, die umweltschonende Energiekonzepte entwickeln? Die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) ist ein globaler Plan zur Förderung nachhaltigen Friedens und Wohlstands und zum Schutz unseres Planeten. Diese Ziele sollten wir unbedingt versuchen, zu realisieren. Die öffentlichen Gelder reichen dafür aber nicht aus, es braucht privates Kapital – und genau dort wollen wir mit unserer nachhaltigen Anlagestrategie als Bank mitwirken. Investieren wir beispielsweise in Windkraftwerke, fördern wir so bezahlbare und saubere Energie (SDG 7).

Welche sind die absoluten No-Go’s imFinanzsektor,wenn wir wieder ein „intaktes Ökosystem Erde“ wollen?

HAMEL Wir sollten, nein wir dürfen, auf keinen Fall so weitermachen wie bisher. Auch beim Investieren, genau wie in anderen Lebensbereichen, sollten wir stets das Gute im Auge behalten und ein intensives Impact Investing betreiben. Bei der Unternehmensbewertung analysieren die Anlageexperten Themen wie CO2-Emissionen, Managementqualität, Umweltverstöße, Mitarbeiterführung und Produktqualität. Ein absolutes No-Go ist für die Volksbank Vorarlberg die Investition in kritische Branchen wie Atomkraft, Glücksspiel oder Rüstung.

Was bewirken „achtsame Finanzprodukte“ tatsächlich im Umweltschutz bzw. für die Renaturierung unseres Lebensraums, unsere Lebensgrundlage?

HAMEL Die Ziele, die wir mit unserer Strategie verfolgen, sind einfach erklärt: Wir wollen unseren Kindern und Enkelkindern eine bessere Welt hinterlassen. Eine Welt, in der es sich zu leben lohnt. Wir glauben, dass Geld ein Teil der Lösung sein kann, weshalb wir uns aktiv in den Veränderungsprozess einbringen. Außerdem haben wir gerade in Krisenzeiten erfahren, wie wichtig die gestärkte Vertrauensbeziehung zwischen KundInnen und regionalen Beratungsbanken ist, um gemeinsam Visionen und Ziele zu erreichen.

Infos: www.volksbank-vorarlberg.at